Was kostet der Führerschein?

Fast 15 Millionen Deutsche besaßen 2015 eine Pkw-Fahrerlaubnis (auch bekannt als Führerscheinklasse B). Das bedeutet, dass nahezu jeder Fünfte Auto fahren kann.
Fasst man alle Kosten für den Führerschein zusammen, so belaufen sich diese auf eine Gesamtsumme von etwa 1.300,- bis 2.500,- Euro.

Kostenzusammensetzung für den Führerschein

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass sowohl zwischen den Fahrschulen als auch regional große Preisdifferenzen auftreten können. So können sich die Kosten je nach Bundesland und Region um bis zu 1.000,- Euro unterscheiden. Am meisten muss man für den Führerschein in Bayern bezahlen. In Sachsen-Anhalt kann man hingegen vergleichsweise günstig das Fahren erlernen.

Grundsätzlich verteilen sich die Kosten auf die folgenden Bereiche:

Bezeichnungungefähre Kosten
Gesamtrund 1.300,- bis 2.500,- Euro
Anmeldegebühr der Fahrschule und theoretische Übungsstunden180,- bis 350,- Euro
augenärztlicher Sehtest6,43 Euro
Erste-Hilfe-Kurs20,- bis 60,- Euro
Lernmaterial0,- bis 100,- Euro
praktische Fahrstunden (ca. 24 Übungsfahrten, davon 12 Sonderfahrten)850,- bis 1.700,- Euro
Prüfungsanmeldung und Prüfungen (Theorie und Praxis)250,- bis 300,- Euro
Führerscheinstelle40,- bis 50,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Darüber hinaus können noch zusätzliche Kosten entstehen, wenn man sich für das begleitete Fahren, das Jugendliche ab 17 Jahren unter Aufsicht einer Begleitperson durchführen können, entscheidet. Der Antrag dafür kostet ungefähr 20,- Euro bei der Führerscheinstelle.

Außerdem können Kosten zwischen 6,- und 30,- Euro für Passbilder anfallen.

Darüber hinaus sollten bei einer nicht bestandenen Prüfung erneut Fahrstunden genommen werden, die je nach Fahrschule sogar teurer sein können als die ersten Übungsstunden. Hier muss dann zusätzliches Budget eingeplant werden.

TIPP
Um doppelte Prüfungskosten zu vermeiden, lohnt es sich, den Fahrlehrer rechtzeitig vor der Prüfung um eine realistische Einschätzung der Fahrfähigkeiten zu bitten. Die gegebenenfalls noch nötigen Übungsstunden werden Sie natürlich weiteres Geld kosten, jedoch reduzieren sie damit auch die Chance, durchzufallen und damit die materielle und psychische Belastung einer erneuten Prüfung. Hier gilt: eine gute Vorbereitung macht sich bezahlt.

Übrigens: Wenn Sie den Führerschein verloren haben, kostet Sie dieser Verlust, wenn Sie dies nicht sofort zur Anzeige bringen, 10,- Euro Bußgeld. Der Ersatz des Führerscheins liegt preislich bei ca. 35,- bis 45 Euro. Dazu können noch die Kosten für eine eidesstaatliche Versicherung kommen, die etwa 30,- bis 40,- Euro ausmachen.

Wie viele Fahrstunden benötigen Sie?

Es gibt eine vorgeschriebene Anzahl an Pflichtstunden – sowohl für die theoretischen als auch für die Fahrstunden.

Vorgesehen sind 14 Theorie-Stunden, davon 12 Doppelstunden für den Grundstoff und 2 Doppelstunden für weiteren Zusatzstoff. Eine Doppelstunde entspricht dabei zweimal 45 Minuten.

Für die Fahrstunden sind mindestens 12 Pflichtfahrstunden vorgeschrieben. Davon sollten im Normalfall 5 Stunden auf Überlandfahrten, 4 Stunden auf Autobahnfahrten und 3 Stunden auf Nachtfahrten entfallen.

12 Pflichtfahrstunden sind das Minimum und umfassen die verpflichtenden Sonderfahrten. Ob dies ausreichend ist, entscheidet der Fahrlehrer. Normalerweise kommen aber noch mehrere Übungsfahrten dazu, sodass Sie insgesamt mit mindestens 24 Fahrstunden rechnen sollten. Manche Fahrschüler benötigen auch bis zu 40 Fahrstunden.

Zu beachten ist, dass eine Sonderfahrt wie z.B. die Nachtfahrt bis zu anderthalbmal so teuer sein kann wie eine reguläre Fahrstunde.

TIPP: Sie interessieren sich für einen Motorrad-Führerschein? Dann finden Sie hier alle Informationen zu den anfallenden Kosten.

Bild von Junge bei der Fahrschule

So sparen Sie beim PKW-Führerschein

Informieren Sie sich vorher bei verschiedenen Fahrschulen in Ihrer Umgebung und holen sie sich unterschiedliche Angebote ein. So bekommen Sie einen ersten Überblick über die regional üblichen Kosten. Prüfen Sie die Anmeldegebühr und eventuell enthaltene Zusatzleistungen auf ihre Sinnhaftigkeit. So sollten z.B. die Anmeldekosten einer Fahrschule nicht mehr als das Zehnfache der Übungsstunden kosten.

Der Arbeitgeber oder auch die ARGE kann ebenfalls eine Anlaufstelle sein, um wesentliche Kosten zu sparen. So beteiligen sich heutzutage einige Arbeitgeber an den Führerschein-Kosten.

Sollten Sie vorher einen Führerschein einer anderen Klasse gemacht haben, so kann auch das Vorteile für den Pkw-Führerschein bringen. Hier sind oftmals weniger Theoriestunden notwendig.

Auch bei den Übungsmaterialien kann man viel Geld sparen, indem man Freunde und Bekannte nach aktuellen Lehrbüchern fragt oder auf das Angebot einer Bibliothek zurückgreift.


Kosten für andere Führerscheinklassen

Für eine Mofa-Prüfbescheinigung benötigen Sie keinen Sehtest oder Erste-Hilfe-Kurs. Außerdem fällt hier die praktische Prüfung weg, sodass man auf ca. 100,-  bis 300,- Euro Kosten kommt.

Der Moped-Führerschein (Klasse AM) schlägt mit etwa 400,- bis 900,- Euro zu Buche.

Der LKW-Führerschein (Klasse C) ist jedoch wesentlich kostenintensiver. Hier kann man mit insgesamt 2.000,- bis 3.000,- Euro rechnen. Häufig kommt dafür jedoch der Arbeitgeber auf.

Haben Sie diesen Führerschein erworben, kommen alle 5 Jahre weitere Kosten hinzu. Diese entstehen durch die Verlängerung der Fahrerlaubnis, das medizinische Gutachten und einen ausführlichen Sehtest und belaufen sich auf ca. 100,- Euro.

Ein Anhängerführerschein (Klasse BE) – beispielsweise für einen Wohnwagen – kann bis zu 700,- Euro kosten.

Die nachfolgende Infografik fasst die Kosten für verschiedene Führerscheinklassen noch einmal zusammen:

Infografik zu verschiedenen Führerscheinklassen und deren Kosten

Ist der Führerschein international gültig?

Der deutsche Führerschein ist grundsätzlich international gültig – inbesondere in der EU benötigt man keine weiteren Dokumente. Benötigt man den Führerschein jedoch in Ländern außerhalb der EU, sollte man sich einen internationalen Führerschein als zusätzliches Dokument ausstellen lassen.

Dieser ist nur gemeinsam mit dem eigentlichen Führerschein gültig und kostet etwa 20,- Euro. Er wird bei den Straßenverkehrsämtern / Führerscheinstellen beantragt und erleichtert den Behörden in den jeweiligen Ländern die Überprüfung, ob Sie ein Fahrzeug fahren dürfen oder nicht.

Was sollte bei der Auswahl einer Fahrschule beachtet werden?

Zunächst einmal sollte die Sympathie zwischen Fahrlehrer und Schüler stimmen. Ist dies nicht der Fall, bitten Sie ohne Umschweife um einen neuen Fahrlehrer.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Theoriestunden vor den praktischen Fahrstunden beginnen, sodass Sie die theoretisch erworbenen Kenntnisse schnell umsetzen können. Parallel einzusteigen ist allerdings nicht sinnvoll, da Sie in der Praxis zunächst ein theoretisches Fundament brauchen, auf das Sie aufbauen können.

Achten Sie auch darauf, zwischen den Übungsstunden nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen. So kann sich schneller ein routiniertes Fahren einstellen. Oftmals werden von den Fahrschulen auch Crash- bzw. Intensivkurse bspw. in den Schulferien angeboten.

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