Was kostet der TÜV / die Hauptuntersuchung?

Die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) kann sowohl bei einer TÜV-Vergabestelle als auch in einer KFZ-Werkstatt mit TÜV-Gutachter durchgeführt werden.

Dabei bezahlen Sie normalerweise zwischen 100,- und 110,- Euro für Ihren Pkw und zwischen 65,- und 75,- Euro für Ihr Kraftrad – je nachdem, zu welcher Prüforganisation Sie gehen.

Kostenfaktoren beim TÜV

Fälschlicherweise werden Unternehmen wie TÜV Nord, TÜV Süd oder TÜV Rheinland als Art “Tochtergesellschaften” des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) wahrgenommen. Dabei bilden sie jeweils eigenständige Unternehmen, welche in Wettbewerb zueinander stehen.

Zudem sind die einzelnen Zweige des Technische Überwachungsverein keinesfalls die einzigen Unternehmen, welche die Hauptuntersuchung durchführen dürfen.

Auch die DEKRA, die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) können die Sicherheit Ihres Fahrzeuges überprüfen und zertifizieren.

Die Kosten für Haupt- und Abgasuntersuchung (umgangssprachlich als “TÜV” nach dem früheren Monopol des Technischen Überwachungsvereins genannt) sind daher in einem geringen Rahmen variabel und unterscheiden sich nicht nur nach Anbieter sondern auch nach Region.

Kostenfaktor ist neben dem Anbieter auch das Gewicht Ihres Gefährts. Wiegt Ihr Fahrzeug mehr als 3,5 Tonnen, müssen Sie mehr für die Untersuchung bezahlen. Da ein normaler Pkw aber meist höchstens bis 2 Tonnen wiegt, richtet sich diese Angabe eher an Besitzer eines Wohnmobils oder Wohnwagens.

Denn nicht nur Personenkraftwagen müssen zum TÜV, sondern auch Anhänger jeglicher Art. Darunter fallen neben Wohnwagen auch Pkw-Anhänger.

Trotz der Liberalisierung des Marktes finden sich jedoch keine großartigen Preisunterschiede bei den einzelnen Anbietern. Von daher lässt sich sagen, dass eine HU und AU für einen Pkw/ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen zwischen 100,- und 110,- Euro kostet. Für ein Kraftrad bezahlt man etwa 65,- bis 75,- Euro.

Wiegt Ihr Fahrzeug mehr als 3,5 Tonnen können Sie mit einem Aufpreis von etwa 20,- bis 40,- Euro rechnen.


Anhänger und Wohnwagen werden extra unterteilt. Anhänger bis 750 Kilogramm kosten um die 30,- Euro. Bei größeren Anhängern bis 3,5 Tonnen, unter die auch schon kleinere bis mittelgroße Wohnwagen fallen, sollte man mit einer Gebühr von etwa 50,- Euro rechnen.

Haupt- und Abgasuntersuchung bei Anhängern und Wohnwagen mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht schlagen mit etwa 70,- Euro zu Buche.

VehikelKosten
Pkw/Wohnmobil bis 3,5t100,- bis 110,- Euro
Pkw/Wohnmobil zwischen 3,5t und 7,5t130,- bis 150,- Euro
Kraftrad bis 3,5t65,- bis 75,- Euro
Anhänger/Wohnwagen bis 750kgetwa 30,- Euro
Anhänger/Wohnwagen bis 3,5tetwa 50,- Euro
Anhänger/Wohnwagen zwischen 3,5t und 7,5tetwa 70,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Elektroautos sind von der Abgasuntersuchung ausgeschlossen. Besitzer von E-Autos zahlen daher einen geringeren Preis bei der Hauptuntersuchung.

Befreit von jeglicher Untersuchung sind nur Fahrzeuge, die nicht schneller als 45 km/h fahren. Dies sind zum Beispiel Quads, Mofas, Mopeds und andere Leichtkraftfahrzeuge.

Durchgefallen! Das kostet die TÜV-Nachuntersuchung

Es ist ärgerlich, wenn das Auto aufgrund von Mängeln beim TÜV durchfällt. Doch im Hinblick auf die eigene Sicherheit ist es wichtig, dass Ihr Fahrzeug regelmäßig durchgecheckt wird.

Bei der Hauptuntersuchung wird Ihr Auto in eine von 5 Kategorien eingeteilt. Je nach Masse oder Schwere der Mängel, stehen verschiedene Konsequenzen bevor.

KategorieErklärung
Ohne MangelIhr Wagen ist in einem einwandfreien Zustand und weist keine Mängel auf.
Geringe MängelIhr Wagen weist nur kleinere Mängel auf, die die Fahrtüchtigkeit nicht/kaum behindern. Reparieren Sie diese trotzdem umgehend. Sie erhalten die HU-Plakette.
Erhebliche MängelAn Ihrem Wagen werden mehrere Mängel festgestellt, die den Straßenverkehr gefährden können. Darunter fällt beispielsweise ein nicht-ausreichendes Reifenprofil oder Rost an tragenden Bauteilen.
Sie haben einen Monat Zeit, um diese Mängel zu beheben und müssen innerhalb dieses Monats zur Nachuntersuchung. Sie erhalten keine HU-Plakette.
Gefährliche MängelAn Ihrem Wagen wurden Mängel festgestellt, die Straßenverkehr und Umwelt schwer belasten können. Als gefährlicher Mangel wird zum Beispiel der Ausfall aller Kontrollleuchten im Cockpit angesehen.
Ihnen ist die direkte Heimfahrt oder Fahrt zur Werkstatt gestattet. Eine Nachuntersuchung muss innerhalb eines Monats erfolgen; Sie erhalten keine HU-Plakette.
VerkehrsunsicherIhr Wagen ist nicht mehr verkehrstauglich und stellt eine Gefahr für Verkehr und Umwelt dar. Die alte HU-Plakette wird entfernt, die Zulassungsbehörde wird informiert. Die Teilnahme am Straßenverkehr mit diesem Fahrzeug wird Ihnen untersagt.
Das Fahrzeug gilt als “verkehrsunsicher”, sobald erhebliche Mängel an Lenk- und Bremsanlagen/der Karosserie auftreten.

Weist Ihr Wagen bei der Hauptuntersuchung erhebliche oder gefährliche Mängel auf, müssen Sie – nachdem die Mängel beseitigt wurden – innerhalb eines Monates zur Nachuntersuchung. Diese kostet Sie normalerweise einen verminderten Preis von 15,- bis 35,- Euro; manche Anbieter verlangen 50% des Normalpreises.

Sollten Sie innerhalb dieses Monats Gewährfrist nicht vorstellig werden, müssen Sie erneut die vollen Kosten der Hauptuntersuchung tragen.

Was kostet es mich, wenn ich den TÜV um 2/4/8 Monate überziehe?

Sollte man ohne TÜV auf der Straße von der Polizei angehalten werden, wird dies als Ordnungswidrigkeit angesehen. Dies geschieht aber erst, wenn der TÜV seit mehr als 2 Monaten nicht erneuert wurde.

Diese 2 Monate sind eine Karenzzeit, welche genutzt werden soll, um den TÜV zu erneuern und etwaige Mängel zu reparieren.

Danach gilt eine Staffelung, welche wie folgt aussieht:

TÜV abgelaufen seit ...Bußgeld
weniger als 2 Monatenkeine Strafe
2 bis 4 Monaten15,- Euro
4 bis 8 Monaten25,- Euro
8 Monaten und mehr60,- Euro und ein Punkt in Flensburg //
Fahranfänger erhalten zusätzlich einen B-Verstoß
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Diese Ordnungswidrigkeit wird allerdings nur durch die Polizei geahndet und nicht durch die Prüfer bei der Hauptuntersuchung.

Ganz ohne Strafe kommen Sie aber auch bei der Prüfstelle nicht davon: Eine Überschreitung der Prüffrist um mehr als zwei Monate zieht eine erweiterte/vertiefte Hauptuntersuchung nach sich.

Diese kostet etwa 20% mehr als die übliche HU und ist wesentlich gründlicher. Somit können wesentlich mehr Mängel festgestellt werden, welche Sie im Nachhinein beseitigen lassen müssen.

Der Nachweis über eine aktuelle HU erneuert zudem Ihren Versicherungsschutz. Sollten Sie ohne TÜV/ mit abgelaufenem TÜV einen Unfall verursachen, könnte Ihr Versicherungsschutz wegfallen.

Dies geschieht vor allem dann, wenn nachweislich ein Mängel am Unfall Schuld ist, welcher durch eine aktuelle Hauptuntersuchung entdeckt und behoben worden wäre. Auch im Versicherungsfall haben Sie in den meisten Fällen die 2-Monats-Karenz; gehen Sie aber auf Nummer Sicher und machen Sie rechtzeitig einen Termin in Ihrer Prüfstelle aus.

Ein Auto steht bei Sonnenuntergang am Straßenrand.

Wie oft muss man zum TÜV?

Der Gesetzgeber schreibt genau vor, wann ein Wagen/Anhänger zur Haupt- und Abgasuntersuchung, sprich: zum TÜV muss.

Ist Ihr Pkw oder Wohnmobil (bis 3,5 Tonnen) neu und damit zum ersten Mal zugelassen, müssen Sie erst nach 36 Monaten (3 Jahren) mit ihm zum TÜV. Danach muss er alle 24 Monate (2 Jahre) bei einer Prüforganisation vorstellig werden.

Auch alle anderen Pkw/Wohnmobile bis 3,5 Tonnen, die nicht über eine Erstzulassung verfügen, müssen alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung.

Wiegt Ihr Fahrzeug/Wohnmobil aber mehr als 3,5 Tonnen (also bis 7,5 Tonnen), so ist die erste Fahrt zum TÜV schon nach 24 Monaten nachzuweisen (bei Erstzulassung). Alle weiteren Termine zur Hauptuntersuchung finden im 24-Monate-Takt statt.


Krafträder müssen schon zwei Jahre nach Erstzulassung zum ersten Mal zum TÜV. Auch danach bleibt es bei einem 2-Jahres-Rhythmus.

Wohn- und Pkw-Anhänger haben abweichende Fristen. So müssen Anhänger bis 750 Kilogramm bei Erstzulassung erst nach 36 Monaten zur Hauptuntersuchung; Anhänger bis 3,5 Tonnen schon nach 24 Monaten. Danach, bzw. ohne Erstzulassung, ist eine Frist von 24 Monaten gesetzt.

Große Hänger und Wohnwagen mit Gewichten über 3,5 Tonnen müssen jedes Jahr, also alle 12 Monate, bei einer Prüfstelle vorgeführt werden. Hier spielt es keine Rolle, ob das Vehikel eine Erstzulassung besitzt.

VehikelUntersuchung bei Erstzulassung nach ...Folgende Hauptuntersuchungen nach ...
Pkw/Wohnmobil bis 3,5t36 Monaten24 Monaten
Pkw/Wohnmobil über 3,5t24 Monaten24 Monaten
Krafträder24 Monaten24 Monaten
(Wohn-)Anhänger bis 750kg36 Monaten24 Monaten
(Wohn-)Anhänger bis 3,5t24 Monaten24 Monaten
(Wohn-)Anhänger über 3,5t12 Monaten12 Monaten

Was wird überprüft? – Ablauf von HU und AU/UMA

Die Hauptuntersuchung ist eine Sichtprüfung aller fahrzeugrelevanter Teile. Dabei achten die Prüfer auf sämtliche mechanische und elektronische Bestandteile wie Bremsen, Lenkung, Leuchten und Sicherheitsgurte. Auch die Sichtschutzscheiben und Kennzeichen spielen eine große Rolle.

Seitdem Fahrzeuge immer mehr Technik enthalten und Datenschutz eine immer größere Rolle spielt, werden auch Datenkommunikations- und Datenspeichersysteme immer mehr in den Fokus gerückt. Zusammen mit der Vielzahl an sensorischen Messgeräten (wie Reifendrucksensoren, ABS und EPS) bilden sie einen Hauptbestandteil der Überprüfung.

Neben dem Auto selbst wird aber auch die Sicherheitsausstattung überprüft. Dazu gehört, dass nicht nur Erste-Hilfe-Kasten und Warndreieck ordnungsgemäß im Fahrzeug aufzufinden sind, sondern auch die benötigten Sicherheitswesten.

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Zuletzt aktualisiert am 30.03.2020 um 6:05 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Die Abgasuntersuchung, welche seit 2006 Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems (UMA) heißt, beinhaltet eine Sichtprüfung des Motors und der Abgaswege, sowie eine Überprüfung der Abgaswerte im erhöhten Drehzahlbereich und im Leerlauf per Diagnose-Adapter; seit 2018 auch per Endrohr-Messung.

Dabei werden die im Fahrzeugbuch angegebenen Soll- und Ist-Werte verglichen.


Im Anschluss an die bestandene Untersuchung wird die HU-Plakette vergeben. Zudem bekommen Sie als Fahrzeughalter einen Prüfbericht, welcher in Klarschrift jegliche Mängel und Beanstandungen enthält.

Heben Sie den Prüfbericht unbedingt auf! Zum einen ist er wichtig bei einer eventuellen Nachprüfung, zum anderen kann er ein gutes Argument beim Verkauf Ihres Wagens sein.

Tipp: Haben Sie einen Oldtimer? Dann lohnt es sich vielleicht, für diesen ein Gutachten anlegen zu lassen! Alle Informationen rund um Aufwand und Kosten finden Sie hier.

Wie Sie Ihren Wagen sicher und stressfrei durch den TÜV bringen

Um Ihren Wagen einfach und günstig durch die Hauptuntersuchung zu bekommen und lange Wartezeiten vermeiden zu können, lohnt es sich, ein wenig vorzuarbeiten:

  • Machen Sie schon vorher einen Prüftermin aus. Viele TÜV-Vergabestellen bieten an, dass Sie vorher telefonisch oder online einen Termin für die Untersuchung ausmachen können. Damit sparen Sie Zeit und Nerven.
  • Haben Sie zu Ihrem Termin an der Prüfstelle alle benötigten Dokumente dabei. Sie benötigen den Fahrzeugbrief oder die Zulassungsbescheinigung Teil 1, sowie die Allgemeine Betriebserlaubnis für etwaige An- und Einbauten Ihrerseits (Stichwort: Tuning).
  • Kontrollieren Sie im Vorfeld selbst, ob alle Funktionen Ihres Wagens ordnungsgemäß arbeiten. Hierbei können Sie nicht nur alle Leuchten kontrollieren, sondern auch Druck und Profiltiefe Ihrer Reifen nachjustieren.
  • Wenn Sie auf der sicheren Seite stehen wollen, können Sie auch vor dem Prüftermin einen Termin in Ihrer Werkstatt des Vertrauens vereinbaren. Diese checkt gerne Ihren Wagen nach TÜV-Standard durch und repariert auch gleich vorhandene Mängel.
  • Sie können auch eine Werkstatt aufsuchen, die HU-Prüfer im Haus hat. Dieser prüft dann erst Ihr Auto und im Anschluss können alle nötigen Reparaturen gleich in der Werkstatt durchgeführt werden. Damit sparen Sie sich die Nachuntersuchung.

Zudem stellen Prüforganisationen wie TÜV und DEKRA oftmals Checklisten ins Internet, bei denen Sie selbst sehen können, auf was es ankommt. Hier finden Sie zum Beispiel Checklisten vom TÜV Rheinland für Pkw, Motorrad, Wohnwagen und Wohnmobil.

Tipp: Mit frischem TÜV fährt es sich gleich viel unbeschwerter! Wie wäre es dann mit einer Rundreise auf Island? Alle Informationen zu Kosten und Organisation finden Sie hier.

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