Was kostet der Unterhalt eines Autos?

Ein eigenes Auto ermöglicht nahezu uneingeschränkte und unabhängige Mobilität. Für diese Freiheit werden oft hohe Anschaffungskosten in Kauf genommen ohne sich im Vorfeld über die zukünftigen Unterhaltskosten zu informieren.

So liegen diese laut dem ADAC  bei einem VW Golf 1.4 TSI BMT Join bei 548,- Euro pro Monat. Bei einem Audi A6 Avant 40 TDI tiptronic liegen die monatlichen Kosten hingegen schon bei 949,- Euro (Stand Oktober 2018).

Es handelt sich bei den Unterhaltskosten um variable Kosten, die je nach Fahrzeug deutliche Unterschiede aufweisen können.

Selbst bei Kleinwagen liegen diese in der Regel bei mindestens 300,- Euro pro Monat, denn der Wertverlust wird oft unterschätzt.

Kostenfaktoren bei den Unterhaltskosten eines Autos

Die Unterhaltskosten eines Autos setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. So spielen der Wertverlust eines Kraftfahrzeugs, die Fixkosten oder auch die Betriebskosten eine wesentliche Rolle bei der Berechnung der Unterhaltskosten.

Wertverlust des Autos

Schon am ersten Tag der Erstzulassung verliert der Wagen an Wert. Vor allem während der ersten zwölf Monate sinkt dieser am deutlichsten.

Geht man von einer Kilometerleistung  von 15.000 während dieses Zeitraums aus, verliert der Wagen etwa ein Viertel seines ursprünglichen Wertes.

Für jedes weitere Jahr kann mit einem Verlust von etwa 5% bis 6% gerechnet werden.

Möchten Sie in den nächsten Jahren erneut einen gleichwertigen Neuwagen kaufen, ohne auf eine Fremdfinanzierung zurückgreifen zu müssen, ist es notwendig den Verlust durch monatliche Rücklagen auszugleichen.

So können Sie sich einen gleichwertigen Neuwagen von den Ersparnissen und dem Erlös durch den alten Wagen leisten.

Betriebskosten eines Autos

Zu den Betriebskosten zählen jene Kosten, welche im Fahrbetrieb des Autos entstehen.

Die Betriebskosten eines Autos sind variabel und vordergründig von dem gewählten Fahrzeugtyp abhängig.

So steigen diese mit der Wertigkeit und zunehmender Leistungsstärke des Autos. Ein SUV verbraucht in der Regel deutlich mehr Kraftstoff, als ein Kleinwagen.

Die Kosten für Kraftstoffe, wie Benzin oder Diesel, hängen natürlich auch von den aktuellen Preisen ab.

Da die Spritpreise an den Tankstellen ständigen Schwankungen unterliegen, kann hier der Preisvergleich mittels Smartphone-App eine Unterstützung beim Sparen sein. Diese zeigen die günstigsten Tankstellen in der gewünschten Umgebung an.

Auch der Verbrauch von Motoröl zählt zu den Betriebskosten. Je hochwertiger das Öl (welches Öl benötigt wird, ist vom Hersteller vorgegeben) ist, desto preisintensiver ist dieses auch.

Fixkosten eines Autos

Die Fixkosten für ein Fahrzeug fallen regelmäßig an. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Auto gefahren wird oder nicht. Hierzu zählt zum Beispiel die Versicherung und die Kfz-Steuer.


Kfz-Versicherung

Die Kosten für die Kfz- Versicherung sind unter anderem abhängig von der Fahrzeugmarke und dem gewählten Modell. Für die Kalkulation des Versicherungsbeitrages nutzen die Versicherer eigene statistische Erhebungen.

Tatsächlich sind bestimmte Fahrzeugtypen und Fahrzeugmodelle statistisch häufiger in Unfälle involviert, als andere.

Für die Berechnung des Beitrages ist auch die Jahreslaufleistung relevant. Je mehr Kilometer pro Jahr mit dem Auto zurückgelegt werden, desto höher fallen die Beiträge aus, da das Risiko steigt in einen Unfall verwickelt zu werden.

Des Weiteren ist für die Höhe des Versicherungsbeitrages auch der Zeitpunkt des Führerscheinerwerbs zu beachten.

Je länger eine Person einen Führerschein besitzt, desto günstiger werden die Beiträge da die höhere Fahrpraxis das Unfallrisiko reduziert.

Zudem werden die Versicherten durch das Versicherungsunternehmen in verschiedene Schadenfreiheitsklassen eingestuft. Je länger eine Unfallfreiheit besteht, desto höher fällt der Schadenfreiheitsrabatt aus.

Besitzt der Versicherungsnehmer eine eigene Garage oder einen eigenen Stellplatz, sinkt der Versicherungsbeitrag ebenfalls, da die Wahrscheinlichkeit von Park- oder Vandalismusschäden sinkt.

Bei der Wahl des Versicherers sollten die angebotenen Tarife immer verglichen werden, um hier eventuell zu sparen.

Handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen alten Gebrauchtwagen, ist es unter Umständen nicht notwendig eine Vollkasko-Versicherung zu wählen. Hier reicht meist eine Kfz-Haftpflichtversicherung aus, welche bei Bedarf durch eine Teilkaskoversicherung ergänzt wird.

Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer wurde früher vor allem über die Hubraumgröße des Fahrzeugs ermittelt. Heute wird hauptsächlich der ermittelte Schadstoffausstoß zur Berechnung der Steuer herangezogen.

Je höher die Schadstoffemission ist, desto höher fallen die Kosten für die Kfz-Steuer aus.

Hier sind besonders Fahrzeuge sehr günstig, die mit Erd- oder Flüssiggas fahren.

Handelt es sich sogar um ein Elektroauto, müssen fünf Jahre lang gar keine Steuern für das Fahrzeug gezahlt werden.

Bild von einem Kfz Fachmann, der ein Fahrzeug von unten Untersucht

Haupt- und Abgasuntersuchung

Auch die Haupt- und Abgasuntersuchung ist Teil der Fixkosten. Die Preise hierfür liegen beim TÜV, der DEKRA oder der KÜS jeweils ähnlich hoch bei rund 100,- Euro. Sie ist aller zwei Jahre fällig (bei einem Neuwagen erstmals nach drei Jahren).

Finanzierungs- oder Leasing-Kosten für ein Auto

Zu den Unterhaltskosten eines PKW gehören auch die monatlichen Kosten für einen Kredit oder einen Leasingvertrag.

Wie hoch die monatliche Belastung ist, hängt von der Höhe der Kreditsumme und der Höhe der Zinsen oder dem jeweiligen Leasingvertrag ab.


Kosten für Werkstatt und Verschleiß

Werkstattkosten

Die Kosten für regelmäßige Inspektionen, anfallende Reparaturen und dem Austausch von Verschleißteilen sollten nicht unterschätzt werden. Je nach Automarke können sich die Preise für Ersatzteile deutlich unterscheiden.

Gibt es für das eigene Fahrzeug keine Herstellergarantie mehr, ist es nicht in jedem Fall notwendig teure Originalteile des Herstellers zu nutzen.

Auch die Wahl der Autowerkstatt wirkt sich maßgeblich auf die Kosten aus. So sind Vertragswerkstätten und Niederlassungen bestimmter Automarken teurer, als freie Werkstätten. Ist die Garantie schon abgelaufen, steht der Wahl einer alternativen Werkstatt nichts im Weg.

Reifenkosten

Beim Kauf der Reifen gilt: Hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden. Zudem sollten Reifen nicht zu weit abgefahren werden.

Es ist nicht ratsam die gesetzlich festgelegte Mindestprofiltiefe auszureizen.

Sind Sie auf der Suche nach einem neuen Satz Reifen ist es immer hilfreich im Internet nach Reifentests zu suchen.

Wer hier sorgfältig vergleicht kann bares Geld sparen. Oft lassen sich qualitativ hochwertige, aber günstigere Alternativen zu preisintensiven Markenreifen finden.

Auch das Wechseln der Räder und deren Einlagerung sollte in der Kalkulation der Unterhaltskosten bedacht werden.

Zudem weisen größere und schwerere Fahrzeuge einen höheren Verschleiß an Reifen und Bremsen auf. Auch der Bedarf an Wartung und Reparaturkosten ist mit steigender Komplexität der Technik größer.

Sonstige Unterhaltskosten für das Auto

Autopflege

Wer ein eigenes Auto besitzt sollte dieses regelmäßig pflegen. Für das Waschen, Polieren und die Innenreinigung werden im Jahr im Schnitt 200,- Euro ausgegeben.

Die Autopflege dient nicht nur der Optik des Fahrzeugs, sondern trägt auch zu seiner Werterhaltung bei. Gerade im Winter kann das Salz auf den Straßen den Lack des Autos angreifen. Hier hilft beispielsweise eine Versiegelung mit Schutzwachs.

Stellplätze

Besitzt man keine eigene Garage, bietet es sich an einen Stellplatz für das Auto zu mieten. Zum einen wirkt sich das positiv auf die Versicherung des Fahrzeugs aus, zum anderen spart man sich die tägliche Parkplatzsuche.

Gerade in Großstädten herrscht ein Mangel an öffentlichen Parkplätzen.

In einer Großstadt können die Kosten hierfür allerdings auch mehr als 100,- Euro betragen. Oftmals kann man mit rund 40,- bis 60,- Euro pro Monat rechnen.

Beispiel für monatliche Unterhaltskosten eines Autos

Stefan S. hat sich einen neuen VW Golf Variant 1.6 TDI für 27.000 Euro bar gekauft. Zu den genannten Anschaffungskosten kommen nun noch Unterhaltskosten hinzu.

Fixkosten

Herr S. zahlt pro Monat 82,- Euro an Versicherungsbeiträgen (Haftpflicht SF1 60% / Vollkasko SF1 53%).

Für die Kfz-Steuer werden pro Monat 13,- Euro fällig.

Zusätzlich bezahlt Stefan S, pro Jahr 216,- Euro, pro Monat also  18,- Euro, für das Parken des Wagens, für Karten und für die Haupt- und Abgasuntersuchung.

Werkstattkosten

Für anfallende Reparatur- und Reifenkosten zahlt Herr S. 672,- Euro im Jahr. Pro Monat kommt Stefan S. so auf 56,- Euro. Hierzu zählen auch Inspektionen inkl. Ölwechsel.


Betriebskosten

Bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr und einem Kraftstoffverbrauch von 4,8l/100km bezahlt Herr S. im Durchschnitt 80,- Euro für das Betanken des Fahrzeugs pro Monat. Dieser Wert hängt natürlich von den aktuellen Ölpreisen ab.

Für die Pflege des Fahrzeugs gibt Stefan S. jährlich 240,- Euro aus. Pro Monat sind das 20,- Euro.

Wertverlust

Der Wertverlust für das ausgewählte Fahrzeug liegt bei 370,- € pro Monat (für die ersten 5 Jahre).

Gesamtbetrag für die monatlichen Unterhaltskosten

Herr S. liegt mit seinem Fahrzeug bei monatlichen Unterhaltskosten von 639,- Euro. Dabei macht der ermittelte Wertverlust des Autos den größten Teil des Betrags aus.

Bild von Autos, die in einer Reihe stehen

Monatliche Unterhaltskosten für verschiedene PKW Modelle

Berechnungsgrundlagen der folgenden Werte:

Die folgenden Daten wurden durch den ADAC ermittelt. Dieser stellt diese Daten auf seiner Website zur Verfügung. Die komplette Autokosten-Datenbank mit allen Fahrzeugmodellen und eine weitere Datenbank mit  Fahrzeugmodellen, die günstig in den Unterhaltskosten sind, sind als PDF unter folgenden Links verfügbar.

https://www.adac.de/_mmm/pdf/autokostenuebersicht_47085.pdf
https://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/top-10-autokosten/default.aspx

Der Wertverlust wurde hierfür ohne Zinsen ermittelt. Zudem wurde der Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen und die Kosten für übliche Verschleißteile und Reifenersatz berücksichtigt.

Die Kraftstoffpreise entsprechen den durchschnittlichen Preisen, welche zum Zeitpunkt der Erstellung der Datenbank vorlagen.

Des Weiteren wurde für die Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung ein Standardtarif der ADAC Autoversicherung mit 50%  Beitragssatz gewählt. Für die Tabelle gilt je nach Modell die aktuelle KFZ-Steuer.

Die Daten entsprechen dem Stand aus dem August 2018. Die angegebenen Kosten enthalten die gesetzlichen Steuern.

ModellFixkosten in EuroWerkstattkosten in EuroBetriebskosten in EuroWertverlust in EuroUnterhaltskosten pro Monat in Euro
Citroen C1 VTi 72 Start724397114326
KIA Picanto 1.0 Attract8449112134379
Dacia Sandero SCe 75 Access824411879323
VW Polo 1.0 MPI Comfortline7745110155387
Toyota Yaris 1.08846107160401
Dacia Logan MCV SCe 75 Access824411887331
Skoda Rapid Spaceback 1.0 TSI Active8348110230471
KIA cee´d Sportswagon 1.4 Attract10251133189475
Skoda Octavia 1.6 TDI Active985694291539
Mitsubishi Outlander 2.0 ClearTec Edition 10011867145259589
Subaru Forester 2.0X Trend10967149271596
Opel Insignia Sp. Tourer 1.6 ECOTEC Diesel Sel.13080102325637
Skoda Superb 2.0 Combi 2.0 TDI SCR Active1116096369636
VW Arteon 2.0 TDI SCR1176996434716
Volvo V90 D315092111551904
Jaguar XF E-Performance Pure16076108569913
Audi A6 Avant 40 TDI tiptronic13882105624949
BMW 730d Steptronic2006611510741455
Audi A8 50 TDI quattro tiptronic2018812011231532
Quelle: ADAC – Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

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