Was kostet die Pille?

Mehr als die Hälfte aller Frauen in Deutschland nutzen die Antibabypille zur Schwangerschaftsverhütung. Sie zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln, wie beispielsweise auch die Hormonspirale oder der Vaginalring.

Die Pille ist mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 eines der zuverlässigsten Verhütungsmittel überhaupt.

Allerdings ist Pille nicht gleich Pille. Es gibt zahlreiche verschiedene Pillen, die sich in erster Linie in der Dosierung unterscheiden. Daher variieren auch die Kosten je nach Pillenart: im Schnitt liegen sie zwischen 6,- und 20,- Euro im Monat.


Kosten für die Pille

Die Pille wird täglich eingenommen und ist meist in 3- oder 6-Monatspackungen in der Apotheke erhältlich. Auf den Monat umgerechnet ergeben sich somit monatliche Kosten von etwa 6,- bis 20,- Euro.

Grundsätzlich sind hormonelle Verhütungsmittel rezeptpflichtig. Sie brauchen also ein Rezept Ihres Frauenarztes.

Kosten pro MonatKosten 3 MonateKosten 6 Monate
6,- bis 20,- Euro18,- bis 60,- Euro36,- bis 80,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Kosten für die Pille werden bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Zwischen dem 19. und dem 21. Lebensjahr werden die Kosten anteilig übernommen, ab Vollendung des 21. Lebensjahres, also dem 21. Geburtstag, müssen sie normalerweise vollständig selbst getragen werden.

Eine Ausnahme stellen hier medizinische Indikationen dar. Wird die Pille beispielsweise zur Behandlung von Akne, starker Regelbeschwerden oder PMS verschrieben, oder stellt eine Schwangerschaft ein zu großes gesundheitliches Risiko dar, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten auch nach dem 21. Lebensjahr. Dies ist jedoch nicht selten mit größeren „Diskussionen“ mit der Krankenkasse verbunden.

Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Pille prinzipiell meist nicht, auch nicht für Minderjährige.

Wirkungsweise der Pille

Die Pille verhindert eine ungewollte Schwangerschaft durch verschiedene Wirkungsweisen, die in ihrem Zusammenwirken die hohe Sicherheit ergeben:

  • Der Eisprung wird unterdrückt, wodurch es im Zyklus keine fruchtbaren Tage mehr gibt.
  • Es wird eine Veränderung des Gebärmutterhalsschleims bewirkt, sodass dieser dicker und zähflüssiger wird und Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können.
  • Es wird verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und sich somit kein befruchtetes Ei einnisten kann.

Diese Wirkung wird durch eine Kombination der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen erzielt, die dem Körper vortäuschen, bereits schwanger zu sein, sodass eine Befruchtung nicht notwendig ist.

Auch wenn bei Einnahme der Pille mit Pillenpause eine regelmäßige, monatliche Blutung eintritt, handelt es sich daher nicht um eine Menstruationsblutung im eigentlichen Sinne, da diese einen Eisprung voraussetzt, sondern vielmehr um eine Art Abbruchblutung.

Erstmals eingenommen wird die Pille am ersten Tag der Monatsblutung. Danach wird sie 21 Tage lang eingenommen, bevor die Einnahme für 7 Tage ausgesetzt wird.

Es gibt auch Pillen, die ohne Pause eingenommen werden, sodass eine Blutung ganz ausbleibt.

Für einen zuverlässigen Schutz ist es wichtig, die Pille korrekt einzunehmen. Das bedeutet nicht nur, sie täglich zu nehmen, sondern sie am besten auch immer zur gleichen Uhrzeit einzunehmen.

Normalerweise können Sie die Einnahme dennoch um bis zu 12 Stunden verschieben. Darüber hinaus besteht aber kein zuverlässiger Schutz mehr.

Wenn Sie die Pille einmal vergessen haben, sollten Sie zur Sicherheit bis zum nächsten Zyklus zusätzlich mit Kondomen verhüten.

Kombinationspille und Minipille – verschiedene Arten von Pillen

Trotz ähnlicher oder gleicher Wirkungsweise gibt es zahlreiche verschiedene Pillen von verschiedenen Herstellern. Meist unterscheiden sie sich vor allem in der Dosierung.


Da die Pille rezeptpflichtig ist, gilt es ohnehin, zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch mit Ihrem Frauenarzt zu führen, bevor er Ihnen die Pille verschreibt. In diesem Gespräch soll herausgefunden werden, welche Pille für Sie am besten geeignet ist.

Die Kombinationspille

Die normale Antibabypille ist eine sogenannte Kombinationspille, da sie auf der Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen basiert.

Hier gibt es allerdings eine Vielzahl verschiedener Dosierungen, sodass sich einige verschiedene Arten der Kombinationspille etabliert haben:

Art der PilleBeschreibung
MikropilleSehr geringer Östrogenanteil
ZweiphasenpräparateNur Östrogen in den ersten Tagen, nach 7 Tagen zusätzlich Gestagen
DreiphasenpräparateIn der ersten Phase niedrig dosiertes Östrogen und Gestagen, Erhöhung der Dosis in der zweiten Phase, Senkung der Östrogenmenge sowie Erhöhung der Gestagenmenge in der dritten Phase
Mikrophasische PilleKombination aus Mikropille und Zweiphasenpräparat

Die Minipille

Diese Art der Antibabypille enthält im Gegensatz zur Kombinationspille nur Gestagen und kein Östrogen. Sie ist daher auch für jene Frauen geeignet, die Östrogene nicht vertragen. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Minipille auch während der Stillzeit eingenommen werden kann.

Es gibt zwei verschiedene Wirkstoffe, die in Minipillen enthalten sein können:

  • Minipillen mit Levonorgestrel bewirken ebenfalls eine Verdickung der Gebärmutterhalsschleims, ein Eisprung wird jedoch nicht verhindert.
  • Minipillen mit Desogestrel verhindern zusätzlich zur Verdickung des Gebärmutterhalsschleims, wie die Kombinationspille, den Eisprung.

Beachten Sie, dass es besonders bei der Minipille mit Levonorgestrel äußerst wichtig ist, sie immer zur gleichen Zeit einzunehmen. Hier genügen bereits 3 Stunden Abweichung, um nicht mehr zuverlässig geschützt zu sein.

Dies ist einer der Gründe, warum der Pearl-Index für die Minipille mit 0,5 bis 3 etwas höher liegt als für die Kombinationspille. Ein Vorteil der Minipille ist dadurch jedoch auch, dass das Risiko von Nebenwirkungen geringer ist als bei der Kombinationspille.

Beispiel Pearl-Index

Ein Pearl-Index von 1 sagt aus, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit der Pille verhüten, statistisch gesehen eine einzige ungewollt schwanger wird. Bei einem Pearl-Index von 0,5 sind es rein rechnerisch somit 5 von 1.000 Frauen, die schwanger werden.

Vorteile und Nachteile der Antibabypille

Insgesamt bieten sowohl die Kombinations- als auch die Minipille viele Vorteile.

Wie bereits erwähnt handelt es sich um eines der sichersten Verhütungsmittel. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Pille Regelschmerzen und PMS häufig gelindert werden können. Zudem wird die monatliche Blutung mit der Einnahme der Pille steuerbar, bzw. gibt es Pillen, mit denen die Blutung komplett ausfällt.

Häufig hat die Pille außerdem einen positiven Effekt auf das Hautbild.

Ein Nachteil ist, dass täglich daran gedacht werden muss, die Pille einzunehmen.

Dieser Punkt entfällt trotz ähnlicher Wirkungsweise bei der Hormonspirale. Mehr Informationen dazu finden Sie hier!

Außerdem bietet die Pille keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.


Wenn Sie neben der Pille auch andere Medikamente einnehmen, sollten Sie bedenken, dass es häufig negative Wechselwirkungen geben oder eines der Medikamente in der Kombination unwirksam werden kann.

Frauenärztin berät Patientin.

Klären Sie dies mit Ihrem Arzt und informieren Sie sich gegebenenfalls über alternative Verhütungsmethoden.

Es gibt eine breite Palette an Nebenwirkungen, die durch die Einnahme der Pille auftreten können. Dazu zählen unter anderem:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtszunahme
  • Libidoverlust
  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen
  • Zwischenblutungen

Wenn diese Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, sollten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt in Verbindung setzen. Eventuell ist für Sie dann eine Pille in anderer Dosierung oder eine andere Verhütungsmethode besser geeignet.

Beachten Sie auch, dass kein zuverlässiger Schutz mehr durch die Pille gegeben ist, wenn Sie in den ersten drei Stunden nach Einnahme an Durchfall oder Erbrechen leiden.

Auch die Einnahme von Antibiotika und Schmerzmitteln kann die Wirksamkeit der Pille negativ beeinflussen.

Die Pille ist außerdem nicht empfehlenswert, wenn Sie unter anderem

  • stark rauchen
  • ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen
  • Leberprobleme haben
  • an Diabetes leiden

In jedem Fall sollten Sie sich ausführlich von Ihrem Frauenarzt untersuchen und beraten lassen, um festzustellen, welche Art der Pille für Sie am besten geeignet ist.

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (3 Bewertung(en), im Durchschnitt: 4,67 von 5)

Loading...

Schreibe einen Kommentar