Was kostet die Tagespflege?

Für Personen, die regelmäßige Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen brauchen, sei es um sich selbst zu entlasten oder weil sie durch die berufliche Tätigkeit keine Zeitreserven mehr haben, gibt es eine Lösung: die Tages- oder Nachtpflege.

Pro Tag bzw. Nacht sollten Sie mit Kosten zwischen 65,- und 95,- Euro rechnen.


Diese Art der Betreuung ist sozusagen das Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Pflege. Hier werden Betroffene zeitweise in einer Pflegeeinrichtung betreut. Die Anzahl der Tage und die Tageszeiten können Sie dabei selbst bestimmen.

Hinweis: Die Pflege kann auch nachts stattfinden. Diese Form eignet sich vor allem für Patienten, die nachts unruhig sind oder umherlaufen wie z.B. Demenzpatienten, damit die Angehörigen eine möglichst ruhige Nacht verbringen können.

Kostenfaktoren der Tagespflege

Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus den Kosten für Betreuung und medizinische Pflege, den Fahrtkosten, den Kosten für Essen und Unterkunft und den Investitionskosten für die Instandhaltung des Gebäudes und von Geräten.

Dabei fallen für Fahrtkosten und fachgerechte Betreuung zwischen 50,- und 70,- Euro täglich an. Für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten sollten Sie mit 15,- bis 25,- Euro am Tag rechnen.

Die Kosten hängen davon ab, wie oft und intensiv eine Person betreut werden muss, wie viele Mahlzeiten sie einnimmt und welche Sonderleistungen sie beansprucht. Oftmals sind die Betreuungskosten auch gestaffelt nach dem jeweiligen Pflegegrad, da dieser ja schon den Umfang und die Notwendigkeit der Betreuung grob vorgibt.

Je nach Region und Einrichtung können die Tageskosten bis zu 95,- Euro betragen.

Kostenübersicht:

Bezeichnungungefähre Kosten
Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten15,- bis 25,- Euro am Tag
Betreuungskosten
(Fahrtkosten, Betreuung durch das Pflegepersonal)
50,- bis 70,- Euro am Tag
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Bild von Frau mit Rolator

Zuschüsse für die Tagespflege

Zuschüsse von der Pflegekasse

Die Tages- bzw. Nachtpflege kann in Anspruch genommen werden ohne, dass dies auf das Pflegegeld angerechnet wird. Zudem gibt es seit 2017 den Entlastungsbetrag, der einheitlich 125 Euro (monatlich) beträgt, und den jeder pflegebedürftige Mensch mit Pflegegrad bekommt.

Tipp: Eine Übersicht über das aktuelle Pflegegeld je nach Pflegegrad sowie weitere spannende Informationen rund um die ambulante Altenpflege finden Sie in unserem Artikel: “Was kostet Altenpflege zuhause?”.

Die Kosten für die medizinische Versorgung und Betreuung sowie die Fahrtkosten werden bis zu einem vorgegebenen Höchstbetrag (je nach Pflegegrad) von der Pflegeversicherung getragen.

Die Ausgaben für Verpflegung und Investitionsgebühren müssen selbst übernommen werden. Zudem müssen alle Kosten, welche den Höchstbetrag der Pflegekasse überschreiten, von Ihnen gezahlt werden.

Dabei gelten folgende monatliche Höchstbeträge der Pflegekassen (Stand 2017):

Pflegegradmonatliche Leistungen der Pflegekasse
1125,- Euro (Entlastungsbetrag)
2689,- Euro
31.298,- Euro
41.612,- Euro
51.995,- Euro

Es ist zu beachten, dass für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 keine Leistungen für Tages- und Nachtpflege eingeplant sind. Jedoch können Sie den Entlastungsbetrag mit den Kosten verrechnen.

Zur besseren Verständlichkeit haben wir für Sie zwei Rechenbeispiele erstellt:

Rechenbeispiel 1:

Klaus und Kerstin wollen Kerstins Mutter Ursula für 5 Tage in der Woche in die Tagespflege bringen, da sie selbst durch ihren Vollzeitjob kaum Zeit haben, die alte Dame zu betreuen.

Angenommen, es fallen 60,- Euro täglich für Fahrdienst und die Betreuung in der Pflegeeinrichtung an. 20,- Euro entfallen auf Verpflegung und Investitionskosten.

Die Tagespflege findet an 5 Tagen in der Woche, also an 20 Tagen im Monat statt. Somit ergibt sich für die Betreuungskosten ein Gesamtbetrag von 1.200,- Euro, und für die Verpflegungskosten eine Gesamtsumme von 400,- Euro im Monat.

Ursula hat Pflegegrad 3, es werden also monatlich bis zu 1.298,- Euro von der Pflegekasse übernommen. Damit übersteigen die Betreuungskosten nicht den Höchstbetrag.

Somit müssen nur die Verpflegungskosten und Investitionskosten von Ursula bzw. Klaus und Kerstin übernommen werden. Dies sind insgesamt 400,- Euro monatlich.


Rechenbeispiel 2:

Die Geschwister Nadja und Sören wohnen mit Opa Herbert zusammen, der noch sehr agil ist. Da Herberts Frau vor kurzem gestorben ist, wollen sie dass er neue Bekanntschaften schließt und altersgerecht betreut wird. Dazu geht Herbert in die Tagespflege.

Herbert ist noch recht mobil und eigenständig und hat daher Pflegegrad 1. Er nutzt die Tagespflege an 2 Tagen pro Woche, also an 8 Tagen im Monat.

Im Pflegeheim kommen 25,- Euro am Tag an Verpflegungskosten auf ihn zu. Die Betreuungskosten halten sich geringer, da er weniger Betreuung benötigt. Er zahlt hier 50,- Euro pro Tag.

Damit fallen für Herbert im Monat 200,- Euro Verpflegungskosten und 400,- Euro Betreuungskosten an.

Herbert bekommt keine Tagespflege-Zuschüsse von der Pflegekasse, da er Pflegegrad 1 hat. Er nutzt allerdings den monatlichen Entlastungsbeitrag von 125,- Euro um die Tagespflege zu finanzieren.

Es bleiben 475,- Euro im Monat übrig, die Herbert aus eigener Tasche zahlen muss.

Zuschüsse vom Sozialamt

Haben Sie nicht die Möglichkeiten die Ausgaben, die nach Abzug der Leistungen der Pflegekasse, noch zu tätigen sind, zu tragen, so können Sie Zuschüsse vom Sozialamt gewährleistet bekommen.

Setzen Sie sich vorher mit ihrem zuständigen Sozialamt in Verbindung und erfragen Sie die möglichen Bezuschussungen und die dafür nötigen Voraussetzungen.

Unser Tipp: Ein Hausnotruf kann Leben retten und den Alltag für Sie als Angehörige spürbar vereinfachen. Für viele Patienten mit Pflegegrad ist das Ganze sogar kostenfrei! Nutzen Sie jetzt das nachfolgende Formular (*), um kostenfrei & unverbindlich Angebote zu erhalten!

Leistungen im Rahmen der Tagespflege

Je nach Pflegeeinrichtung gibt es bestimmte Zusatzangebote, die für die zu Betreuenden bereitgestellt werden.

Grundlegend sind jedoch immer eine qualifizierte medizinische Pflege und Essen sowie Getränke enthalten. Dabei stehen in der Regel 3 Mahlzeiten inklusive Getränken und kleinen Snacks für die Patienten zur Verfügung. Auch besondere Diäten oder Schonkost können serviert werden.

Zu den grundpflegerischen Leistungen gehören Hilfestellungen beim Essen und der Körperpflege. Dazu kommen medizinische Pflegeleistungen, wie die Blutdruck- und Blutzuckermessung, Medikamentengabe und der Verbandswechsel.

Viele Einrichtungen bieten auch einen Fahrdienst an, der die Besucher von zu Hause abholt und auch wieder heimfährt.

Ansonsten gibt es noch vielfältige Angebote, um die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Pflegebedürftigen zu fördern.


Dazu zählen: Ausflüge, Spiele, Spaziergänge, kreative Tätigkeiten, Gedächtnistraining, Orientierungsübungen, Gymnastik und Sport, ergotherapeutische Maßnahmen für Fein- und Grobmotorik, Gesprächsgruppen, Vorlesen, Rehabilitationsbehandlungen, Hilfe bei der Tagesstrukturierung, Organisation und Betreuung von Arztbesuchen, PhysiotherapieBesuche bei Friseur oder Fußpflege.

Tipp: Haben Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen und können seiner Betreuung aufgrund einer Reise oder einer Erkrankung vorübergehend nicht mehr nachkommen? Dann eignet sich für Sie die Kurzzeitpflege, die von vielen Pflegeheimen angeboten wird.

Bild von Mann bei Tagespflege

So finden Sie die passende Tagespflege-Einrichtung

Ob die jeweilige Einrichtung zu Ihnen passt, sollten Sie vor allem an den Wünschen und Bedürfnissen des Betroffenen festmachen. Alte Menschen brauchen in der Regel etwas länger, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Daher ist es wichtig, dass sich so schnell wie möglich eine Routine bei ihnen einstellt. Feste Tischnachbarn oder kleine betreute Gruppen sind eine gute Option, um Vertrautheit zu schaffen.

Fragen Sie am besten bei der Tagespflegestätte nach, ob es einen Probetag gibt, an dem sich der Patient und seine neuen Pfleger „beschnuppern“ können.

Wenn Ihr Familienmitglied in eine bestehende Gruppe integriert werden soll, sollten Sie darauf achten, dass die Mitarbeiter eine gute Atmosphäre für die Eingewöhnung schaffen.

Das Pflegepersonal sollte im Allgemeinen respektvoll und sicher mit den alten Menschen umgehen und eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen.

Viele Altenpfleger entwickeln auch spezielle Konzepte, um neue Patienten besser an die Situation zu gewöhnen, z. B. dass sie erstmal nur stundenweise kommen oder anfangs von Ihnen begleitet werden.

Betreuen Sie einen Demenzkranken, ist es auch wichtig, in der Einrichtung nachzufragen, ob das Gebäude so gesichert ist, dass der Betroffene es nicht unbeaufsichtigt verlassen kann.

Übrigens: Menschen, die bereits in einem Pflegeheim leben, haben nicht die Möglichkeit in einer Tagespflege betreut zu werden. Die Pflegeheime sind dafür verantwortlich, dass die Bewohner angemessen betreut, beschäftigt und gefördert werden.
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