Was kostet ein Angelschein?

In den letzten Jahren nahm das Interesse am Angelsport immer mehr zu. Vor allem die junge Generation sieht in der naturnahen, ruhigen Beschäftigung einen Ausgleich zum hektischen und stressigen Berufsalltag.

Der Fischereischein, also der staatlich anerkannte Schein zum Angeln, hat je nach Region verschiedene Namen. So wird er auch als Angelschein oder Sportfischereischein bezeichnet. Der Angelschein ist die behördliche Genehmigung, die erworben wird, wenn die Sportfischerprüfung bestanden wurde. Dieser Schein berechtigt aber nicht zum Angeln in allen Gewässern.
Insgesamt sollten Sie mit Kosten zwischen 100,- und 200,- Euro für den Angelschein und die dazugehörige Prüfung rechnen.

Rechtliche Bestimmungen

Den Angelschein bekommen Sie in der Regel bei der Fischereibehörde in Ihrem Wohnort. In Deutschland gibt es keine freien Gewässer mehr, d.h. außer dem Angelschein benötigen Sie zusätzlich einen Fischereierlaubnisschein für das jeweilige Gewässer an dem Sie angeln möchten – auch Gewässerschein genannt. Beide Scheine müssen beim Angeln dabei geführt werden, auch wenn nur eine Angel mitgeführt wird bzw. in der Hand liegt. In Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas und der Welt gilt diese Regelung. Im Ausland sollten Sie sich trotzdem frühzeitig informieren, ob dort noch weitere Genehmigungen für das Angeln erforderlich sind.

Haben Sie nur einen oder keinen der beiden Scheine dabei, so wird dies je nach Bundesland unterschiedlich bestraft. In einigen Bundesländern ist ein Strafverfahren möglich, so etwa in Nordrhein-Westfalen oder Bayern. In Brandenburg beispielsweise kann hierfür je nach der Schwere der Tat ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000,- Euro fällig werden.

Bild von Mann beim Angeln auf See

Ab 14 Jahren können Sie den vollwertigen Angelschein beantragen. Der Schein ist je nach Bundesland lebenslang oder 5 Jahre lang gültig und kann ohne erneute Prüfung verlängert werden.

Die einzelnen Gebühren und Formalitäten für den Angelschein und die Sportfischerprüfung erfragen Sie am besten beim Angelverein oder der zuständigen Fischereibehörde vor Ort, da sie je nach Bundesland etwas variieren können.

In einigen Regionen, wie Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein gibt es die Möglichkeit, einen Urlaubsfischereischein zu erwerben, für den man keine Sportfischerprüfung abgeschlossen haben muss.

Auch gibt es in einigen Bundesländern direkt spezielle Angelscheine für Kinder. Die Jungfischerprüfung kann dort schon ab 7 Jahren absolviert werden und ist entsprechend an das Alter der Kinder angepasst. In anderen Bundesländern wie z.B. Sachsen dürfen Kinder unter 10 Jahren gar nicht selbstständig angeln, sondern nur erwachsenen Personen assistieren.

In Sachsen-Anhalt gibt es zudem die Möglichkeit eine Friedfischerprüfung für den Angelschein zu machen. Dies umfasst lediglich eine mündliche Prüfung und man darf mit diesem Schein nur Friedfischfang betreiben. Das bedeutet, dass keine Raubfischköder verwendet werden dürfen.


Die Sportfischerprüfung

Diese Prüfung ist essentiell wichtig, wenn man angeln möchte und kann bei der Fischereibehörder oder dem Landessportfischerverband abgelegt werden.

Vor der Prüfung nehmen Sie an einem Seminar bzw. Lehrgang teil, der ca. 30 h umfasst. Hier werden verschiedene Bereiche gelehrt, die in der anschließenden schriftlichen (und meist auch mündlichen) Prüfung abgefragt werden. Dazu werden etwa 60 Fragen zu den folgenden Lernbereichen gestellt:

  • Fischkunde
  • Gewässerkunde
  • Schutz und Pflege von Fischgewässern, Fischhege
  • Fanggeräte, fischereiliche Praxis, Behandlung gefangener Fische
  • rechtliche Vorschriften

Auch Angler gehen mit der Zeit und so ist es in einigen Regionen bereits möglich, die Prüfung online zu absolvieren.

In einigen Bundesländern muss auch noch eine praktische Prüfung abgelegt werden, wofür Sie meist eine vollständig zusammengebaute Angel benötigen. Ansonsten brauchen Sie keine weitere eigene Ausrüstung.

Ist die Prüfung absolviert, so kann der Fischereischein bei der zuständigen Gemeinde beantragt und erworben werden. Nun können Sie auch einen Gewässerschein erwerben und dem Angeln steht nichts mehr im Wege.

Zusätzlich empfiehlt sich der Beitritt zu einem Angelverein, da Sie dort Angelgenehmigungen für die verschiedenen Gewässer erwerben können.

Bild von Fisch an der Angel

Die Kostenpunkte

Bezeichnungungefähre Kosten
Lehrgang60,- bis 150,- Euro
Sportfischerprüfung30,- bis 70,- Euro
Fischereischeinca. 50,- Euro
Lichtbild6,- bis 30,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.
Die Kosten sind, wie bereits erwähnt, je nach Region verschieden. Daher können wir Ihnen nur Durchschnittspreise nennen. Die Kosten für den 30-stündigen Lehrgang belaufen sich auf 60,- bis 150,- Euro. Dazu kommen etwa 30,- bis 70,- Euro für die Prüfung.

Vergessen Sie nicht, dass auch Lehrmaterialien, die Sie womöglich beschaffen müssen, Kosten verursachen können. Eine Bibliothek ist hier eine preiswerte Alternative.

Den Fischereischein bei der Gemeinde zu erwerben, kostet etwa 50,- Euro. Muss der Angelschein alle paar Jahre erneuert werden, kommen langfristig natürlich weitere Kosten auf Sie zu.


In einigen Bundesländern bezahlen Sie zur Antragsgebühr noch einen Fischereiabgabe, die sich nach dem Alter richtet. Jugendliche müssen besonders hohe Beiträge zahlen. So können mehrere hundert Euro fällig werden, aber auch ein Beitrag unter 50,- Euro.
Ist der Angelschein mit Fischereiabgabe auf 5 Jahre begrenzt, ergeben sich auch hier weitere Ausgaben für die Verlängerung.

Denken Sie auch daran, dass Sie für den Ausweis ein aktuelles Lichtbild benötigen und daher Kosten für den Fotograf hinzukommen können. Rechnen Sie hier je nach Fotograf mit rund 6,- bis 30,- Euro.

Bei einem Eintritt in einem Angelverein kommen noch Jahresbeiträge hinzu. Auch die Kosten für den Erwerb von Gewässerscheinen sollten einkalkuliert werden.

Sind Sie in einem Angelverein so können Sie hier aber langfristig sparen, da dort oftmals Lehrmaterialien und Ausrüstung für die Sportfischerprüfung ausgetauscht werden können. Zudem bieten Angelvereine ihren Mitgliedern günstigere Beiträge für die nutzbaren Gewässer an. Durch die gemeinschaftliche freiwillige Arbeit an den Gewässern kann zusätzlich oftmals ein Teil der Jahresbeiträge gespart werden.

Die passende Ausrüstung zu Ihrem Angelschein

Mit Erwerb der verschiedenen Genehmigungen hören die Ausgaben leider noch nicht auf. Natürlich muss noch eine Angel und passendes Zubehör besorgt werden. Wer will kann hier durchaus ein kleines Vermögen investieren, denn so vielfältig wie die Angelmethoden, ist auch das jeweilige Equipment. Bereits in eine Anfängerausrüstung sollten Sie ca. 35,- bis 50,- Euro investieren.

Kosten für die Grundausrüstung

AusrüstungsgegenstandPreis
Angelrute 20,- bis 100,- Euro
Angelrolle 5,- bis 100,- Euro
Angelschnur 250m 2,50 bis 40,- Euro
Angelbleiset 2,50 bis 20,- Euro
Haken 1,- bis 5,- Euro
verschiedene Lockmittel und Köder (Knicklichter, Gummiköder, Blinker, Wobbler)0,50 bis 20,- Euro
vielteiliges Zubehörset
20,- bis 100,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

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Zuletzt aktualisiert am 18.02.2020 um 2:05 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Fluss, See und Meer: Angeln in verschiedenen Gewässern

Angeln ist nicht gleich Angeln. In unterschiedlichen Gewässern gibt es nicht nur unterschiedliche Fischarten, sondern der Angler muss seine Methode auch der jeweiligen Umgebung anpassen.

Wer im Fluss angelt, hat vor allem in Ufernähe und strömungsarmen Gebieten (z.B. an Sandbänken) Erfolg. Werden die Temperaturen sommerlich, sind die Fische auch in schattigen Wasserbereichen mit starker Strömung anzutreffen und beißen besonders gut nach Überschwemmungen.

Möchten Sie außer auf Barben und Döbel auch Jagd auf Forellen machen, sollten sie die Methode des Fliegenfischens anwenden. Hierbei wird der Fisch durch einen auf dem Wasser treibenden Köder in Insektenform angelockt. Elbe, Donau und Rhein sind reich an Fischen und deshalb für Angelfreunde interessant.

Denkt man ans Angeln, hat man meist einen See vor Augen. Dort können Sie auf Hechte, Zander, Rotfedern und Karpfen hoffen. Die begehrten Wasserbewohner halten sich hier vor allem in den tieferen, vom Ufer entfernten Regionen auf. Wer von einem Boot aus fischt, ist also klar im Vorteil, er kann entweder Grundangeln (der Köder wird mithilfe eines Bleigewichtes zum Grund abgesenkt) oder Schleppangeln (das Boot ist in Bewegung, die Angel wird am Bootsende ins Wasser gehalten und der bewegte Köder lockt Raubfische an).

Aber auch ohne Boot haben Sie vom Ufer aus mit der Grundangelmethode oder Feederfischen (ein kleiner Behälter mit Futter lockt Fische an) gute Chancen. Die Mecklenburgische Seenplatte, Brandenburg und alpine Seen sind jedoch nicht nur Ziele für einen sommerlichen Angelausflug – warum nicht auch mal Eisangeln ausprobieren?

Wer an der Nord- und Ostseeküste auf Dorsch, Hering, Lachs und Co. angelt, benötigt oft spezielles Zubehör. Als Köder empfehlen sich z.B. Küstenwobbler oder Wattwürmer. Beliebt ist das Hochseeangeln von einem Kutter aus, rechnen Sie für einen Tagesausflug mit Preisen zwischen 40,- und 70,- Euro. Angeboten werden auch Touren zu Wracks, die aufgrund der dort entstandenen Biotope reich an Fischen sind.

Stehen Sie auf etwas mehr Action, dann sollten Sie in eine Wathose steigen und Watfischen ausprobieren. Dabei steht der Angler direkt im flachen Wasser, z.B. in der Hoffnung auf Meeresforellen. Möchten Sie beim Angeln trockene Füße behalten, sind das Angeln von Hochseebrücken (oft nur nachts gestattet) und Brandungsangeln gute Alternativen. Wird bei letzterem darauf geachtet, den Köder in tiefere Bereiche hinter dem Brandungsschaum auszuwerfen, kann man vor allem in der Dämmerung viel Erfolg haben.

Bitte unbedingt beachten: Denken Sie beim Fischen in fremden Gefilden nicht nur daran, den benötigten Gewässerschein zu besorgen, sondern sich auch über Schonzeiten und Mindestmaße zu informieren, da diese je nach Bundesland voneinander abweichen.

Tipp: Sie können nicht genug von den Fischen bekommen? Wie wäre es mit einem Aquarium? Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

 

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