Was kostet ein Bausachverständiger?

Jeder der ein Haus baut, möchte Pfusch vermeiden, um Folgekosten so gering wie möglich zu halten. Spielen Sie mit dem Gedanken, ein Haus zu kaufen, fragen Sie sich vielleicht, ob die Immobilie wirklich so viel wert ist, wie Ihr Makler behauptet.

Und falls Sie schon länger ein Haus besitzen, erwägen Sie vielleicht eine energieeffiziente Sanierung oder möchten wissen, wie viel Sie die Behebung von Bauschäden kosten würde.

In jedem dieser Szenarien kann Ihnen ein Bausachverständiger weiterhelfen. Diese Experten berechnen ihre Vergütung entweder nach einem Fixpreis oder einem Stundensatz. Je nach Aufwand und Umfang der erbrachten Leistung kommen so Kosten von mehreren hundert bis mehreren tausend Euro auf Sie zu.

Welche Leistungen gibt es und wie berechnen sich die Kosten?

Bausachverständige beziehungsweise Baugutachter können die verschiedensten Gutachten rund um die Immobilie erstellen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Baubegleitung und Bauabnahme
  • Rohbau- und Gewerkeabnahme
  • Gutachten über Bauschäden und -mängel
  • Immobiliengutachten (zum Beispiel wenn Sie Ihr Haus verkaufen möchten oder Beratung beim Neukauf brauchen)
  • Versicherungs- oder Gerichtsgutachten (zum Beispiel bei Schimmelbefall im Mietshaus)
  • Überprüfungen zur Verbesserung des Energiehaushaltes oder für den Energiepass

Bausachverständige bieten entweder ein Leistungspaket zu einem Festpreis an oder berechnen pro Stunde Arbeitszeit 70,- bis 200,- Euro. Die Festpreise für Leistungen variieren natürlich je nach Größe des zu prüfenden Objekts.


Einige Firmen unterteilen den Arbeitsauftrag in die Begutachtung vor Ort und die Ausstellung des schriftlichen Prüfberichtes. Dieser kann 200,- bis 800,- Euro kosten.

Entweder es wird Ihnen auch hierfür ein Fixbetrag berechnet oder Sie zahlen pro Seite. So ein Abschlussgutachten kann zwischen fünf und über hundert Seiten haben, die durchschnittlich je 40,- Euro kosten.

Zusätzlich dazu können weitere Nebenkosten in Rechnung gestellt werden, unter anderem für die Anfahrt, zusätzliches Personal oder Material.

Bevor die einzelnen Tätigkeitsfelder genauer erklärt werden, hier schonmal eine grobe Preisübersicht.

Preisübersicht über verschiedene Leistungen des Bausachverständigen

LeistungPreis
Überprüfung von Bauplänen400,- bis 500,- Euro
Baubegleitung
(pro Besuch der Baustelle)
Baubegleitung
(pro Besuch der Baustelle)
Baubegleitung
(fünfmalige Prüfung inklusive Endabnahme)
2.500,- bis 5.000,- Euro
Endabnahme600,- bis 900,- Euro
Schimmelgutachten600,- bis 900,- Euro
Beratung bei Neukauf400,- bis 900,- Euro
Wertermittlung einer Immobilieab 700,- Euro
Ausstellung eines Energieausweises
(mit vorheriger Prüfung der Immobilie)
ab 700,- Euro
Sanierungs- und Energieberatung
(mit Prüfung der Immobilie, schriftlichem Gutachten etc.)
ab 1.500,- Euro
Fördermittelberatung (Kfw, Bafa)
(mit vorheriger Prüfung der Immobilie)
ab 800,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Um sicherzugehen, dass Sie wirklich einen Fachmann engagieren, sollten Sie einen öffentlich bestellten und vereidigten Bausachverständigen wählen. Diese Bezeichnung ist im Gegensatz zum Gutachter in Deutschland rechtlich geschützt.

Auch wenn im Folgenden der Einfachheit halber von Häusern gesprochen wird, gelten die Angaben grundsätzlich für jede Art von Immobilien. Egal ob Altbau, Neubau, Fertighaus oder Mietswohnung: Die Preise richten sich hauptsächlich nach der Größe und dem Zustand des Objekts.

Hilfe beim Kauf und Verkauf von Immobilien

Verkauf

Auch wenn viele Hausbesitzer gut über ihr Anwesen Bescheid wissen: Wenns ans Verkaufen geht, wissen die meisten nicht, wo sie anfangen sollen. Ein Immobilienmakler kann Ihnen helfen herauszufinden, wie viel ein Haus in Ihrer Region wert ist – ein Baugutachter kann Ihnen sagen, wie viel ein Haus in diesem Zustand wert ist.

Bei einem gemeinsamen Rundgang mit fachmännischer Untersuchung stellt er fest, welche Mängel vorliegen und ob es sich lohnen würde, sie vor dem Verkauf noch zu beheben, um den Preis zu beeinflussen.


In der Regel berechnet sich der Lohn des Bausachverständigen aus dem Immobilienwert. Dazu kommen noch die Gebühren für das schriftliche Gutachten und eventuell die Anfahrt. Insgesamt müssen Sie zwischen 700,- und 3.000,- Euro einplanen.

Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel: Familie Müller besitzt ein kleines Einfamilienhaus am Stadtrand. Das Haus wurde vor 30 Jahren gebaut. Der Bausachverständige stellt fest, dass durch Baumängel feuchtigkeitsbedingte Schäden entstanden sind. Außerdem sind die Fenster engerspartechnisch nicht auf dem neuesten Stand.

Der Bausachverständige ermittelt letztendlich einen Immobilienwert von rund 200.000 Euro. Daraus leitet er für sich ein Gehalt von 1.200,- Euro ab. Zusätzlich fertigt er ein schriftliches Gutachten von 60 Seiten zu einem Festpreis von 200,- Euro an. Da sein Büro ganz in der Nähe von Familie Müllers Haus liegt, berechnet er ihnen keine Fahrtkostenpauschale.

Insgesamt zahlt Familie Müller für die Schätzung ihres Einfamilienhauses 1.400,- Euro.

Hauskauf

Immobilienmakler verstehen sich auf ihr Geschäft. Die zum Verkauf stehenden Häuser werden selbstverständlich nur im besten Licht präsentiert. Für den Laien ist es gar nicht so einfach zu erkennen, wo ein Haus nur mit dem Pinsel “renoviert” wurde und wo sich Mängel verstecken.

Wenn Sie sich unsicher fühlen, kann es sich für Sie wirklich lohnen, die Hausbesichtigung zusammen mit einem Bausachverständigen durchzuführen. Der Profi kennt die üblichen Tricks und erkennt viel besser als Sie, wie es tatsächlich um das Haus bestellt ist.

Nach der Besichtigung teilt er Ihnen dann ohne den Makler seine unabhängige Meinung mit. Mithilfe dieses Wissens können Sie dann entscheiden, ob Sie von dem Kauf absehen oder mit Ihrem Makler verhandeln möchten.

Diese Betreuung durch den Gutachter kostet Sie je nach Größe des Gebäudes 400,- bis 900,- Euro. Auf ein schriftliches Gutachten können Sie in der Regel verzichten, da es Ihnen ja nur um eine Beratung geht. Sollten Sie doch eines wünschen, kostet Sie das noch einmal 200,- bis 300,- Euro.

Der Betrag mag im ersten Moment hoch erscheinen. Allerdings können Sie durch eine gute Beratung mehrere tausend Euro sparen.

Hier ein Praxisbeispiel: Familie Müller hat Ihr Haus erfolgreich verkauft und interessiert sich nun für ein Mehrfamilienhaus für drei Parteien. Der Bausachverständige begleitet sie auf der Besichtigung und führt einige Messungen durch. In dem anschließenden Beratungsgespräch rät er den Müllers vom Kauf ab.

Er berechnet eine Grundpauschale von 400,- Euro sowie eine Wohnungspauschale von 100,- Euro pro Wohneinheit. Das macht insgesamt 700,- Euro. Außerdem erhebt er eine Fahrtkostenpauschale von 3 Prozent des Preises, also 21,- Euro. Da Müllers auf ein schriftliches Gutachten verzichten, zahlen sie dem Gutachter 721,- Euro.

Bausachverständige beim Hausbau

Möchten Sie Ihr Bauprojekt von einem Bausachverständigen begleiten lassen, hat das mehrere Vorteile: Zum einem können Sie vermeiden, dass durch unsachgemäße Ausführung Folgeschäden entstehen, zum anderen haben Sie sozusagen einen unparteiischen Mittelsmann zwischen Ihnen als Bauherrn und der Firma, die den Bau ausführt.

Je nachdem, wie intensiv Ihr Bauprojekt betreut werden soll, kostet Sie ein Bausachverständiger zwischen 2.500,- und 7.000,- Euro.

Prüfung von Baubeschreibung und Bauvertrag

Diese Vorkehrung hilft Ihnen Probleme am Bau auszuräumen, bevor sie entstehen. Der Bausachverständige prüft unter anderem, ob in den Plänen Fehler auftreten, der Zeitplan optimal ist oder ob der Finanzplan realistisch ist. Eine Prüfung der Bauunterlagen kostet Sie zwischen 400,- und 500,- Euro.

Baubegleitung

Eine einzelne Prüfung der Baustelle kostet je nach Art und Umfang zwischen 350,- und 900,- Euro. Wie viele Überprüfungen Sie wünschen, können Sie selbst entscheiden. Gerade bei Mehrfamilienhäusern oder wenn ein Keller angelegt wird, lohnen sich zusätzliche Kontrollen. Im Allgemeinen sind fünf bis acht Abnahmen ausreichend.

Der Bausachverständige überprüft:

  • Keller und Dachkonstruktion
  • Rohbau
  • Wärmedämmung und Feuchtigkeitsabdichtung (beispielsweise bei Keller, Fenstern und Türen)
  • die Arbeit der einzelnen Gewerke
  • ob Schallbrücken bestehen
  • Putz und Estrich
  • den gesamten Bau vor der Schlüsselübergabe

Eine Übersicht über die Preisunterschiede der verschiedenen Abnahmen finden Sie in der Tabelle.

Übersicht über Kosten für verschiedene Abnahmen durch den Bausachverständigen

LeistungPreis
normale Zwischenüberprüfung350,- bis 700,- Euro
Abnahme des Kellers600,- bis 700,- Euro
Abnahme der Bodenplatte500,- bis 600,- Euro
Abnahme des Rohbaus550,- bis 700,- Euro
Abnahme eines Gewerkes400,- bis 600,- Euro
Endabnahme600,- bis 900,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Auch dazu ein Praxisbeispiel: Familie Müller hat sich entschlossen, selbst ein Haus zu bauen. Sie lassen von ihrem Bausachverständigen zuerst die Pläne prüfen (450,- Euro).

Der Sachverständige besucht die Baustelle vor der Endabnahme siebenmal: Zur Abnahme des Kellers (600,- Euro), des Rohbaus (600,- Euro) sowie der Gewerke der Zimmerleute, Maurer und Elektriker (je 500,- Euro) sowie für zwei weitere Routine-Überprüfungen (je 400,- Euro). Vor der Schlüsselübergabe führt er noch eine gründliche Endabnahme durch (750,- Euro).

Daraus ergibt sich ein Gesamtbetrag von 4.700,- Euro.

Warum Sie beim Bau nicht an den Abnahmen sparen sollten

Ganz klar, wer von Anfang an ordentlich baut, vermeidet Folgekosten und hat mehr von seiner Arbeit. Es ist wichtig, zwischendurch immer wieder Überprüfungen durchführen zu lassen, denn der Endabnehmer untersucht nur auf oberflächliche Mängel. Trotzdem ist die Endabnahme unerlässlich.

Der Sachverständige untersucht zum Beispiel den Wärmehaushalt des Gebäudes, ob bauliche Mängel vorliegen und ob tatsächlich alle Punkte des Bauvertrages beziehungsweise der Baupläne eingehalten wurden. Sollten große Unterschiede zwischen Planung und Realität bestehen, haben Sie das Recht, die Bau-Übergabe zu verweigern!

Sanierungen, Optimierungen des Energiehaushaltes und andere Instandhaltungsarbeiten

Hausbesitzer haben quasi immer laufende Kosten. Um diese zu senken, lohnt es sich, in eine energieeffiziente Sanierung zu investieren. Teilweise werden dafür staatliche Zuschüsse gewährt.

Sanierungs- und Energieberatungen

Ein Bausachverständiger hilft Ihnen zu herauszufinden, wo die Mängel liegen und wie Sie am besten sanieren sollten. Untersucht werden beispielsweise die Feuchtigkeit im Mauerwerk, Leckagen und der Wärmehaushalt.

Die Kosten für so eine Beratung liegen bei circa 400,- bis 900,- Euro. Richtwert ist dabei die Größe des zu prüfenden Gebäudes. Eine grobe Faustregel für die Preise von Vor-Ort-Beratungen: 500,- Euro Grundgebühr plus je 200,- Euro pro 100 Quadratmeter. Allgemeine Beratungen ohne Untersuchungen sind billiger.

Planen Sie eine energieeffiziente Sanierung, können Sie Förderungen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) beantragen. Auch hierbei kann ein entsprechend qualifizierter Bausachverständiger behilflich sein.

Ist er als unabhängiger Energieberater in der Expertenliste der Förderprogramme des Bundes registriert, gewährt Ihnen das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) eine Kostenübernahme für Beraterkosten von 60 Prozent.

Maximal erhalten Sie einen Zuschuss von 800,- Euro oder von 1.100,- Euro, wenn Ihr Haus mindestens drei Wohneinheiten enthält. Die KfW bietet ein Ähnliches Programm an, gewährt jedoch nur einen Zuschuss von 50 Prozent der Kosten für Energieberatung.

Die Beratung beginnt mit einer Zustandserfassung des Gebäudes zum oben genannten Preis. Zu dieser Untersuchung können Sie weitere Leistungen hinzu buchen. Die beiden wichtigsten hier im Überblick:

Wärmebrücken auffinden mithilfe von Thermografie

Bei diesem Verfahren geht es darum, Wärmebrücken ausfindig zu machen, die für höhere Heizkosten sorgen. Dazu nutzt der Bausachverständige eine Wärmebild- beziehungsweise Infrarotkamera. Wärmebrücken entstehen zum Beispiel bei Feuchtigkeit oder schlechter Dämmung.

Für das Anfertigen einer Thermografie werden 250,- bis 400,- Euro in Rechnung gestellt. Einige Anbieter erheben auch einen Fixbetrag und berechnen dazu pro identifizierter Wärmebrücke weitere 100,- bis 200,- Euro.

Für die Ausstellung eines schriftlichen Berichts können pauschal wiederum 100,- bis 200,- Euro angesetzt werden. Teilweise ist er aber schon im Preispaket enthalten.

Blowerdoor-Test

Der Blowerdoor-Test dient dazu, herauszufinden, ob durch Leckagen unnötig viel Energie verloren geht. Dafür wird ein Ventilator an einer Öffnung des Hauses angebracht, der nacheinander erst einen Unterdruck und dann einen Überdruck schafft.

Es wird gemessen, wie viel Luft durch undichte Stellen eindringen kann. Sollten Sie feststellen, dass es eine Menge Lecks geben muss, können diese mithilfe verschiedener Verfahren ausfindig gemacht werden.

Je nachdem, wie ausführlich die Messungen durchgeführt und dokumentiert werden sollen, kostet Sie ein Blowerdoor-Test 300,- bis 500,- Euro.

Es ist üblich, den Test an sich und die Ortung der Lecks einzeln zu berechnen. Das Auffinden der undichten Stellen wird normalerweise pro Stunde Arbeitszeit abgerechnet. Auch ein schriftliches Gutachten kann separat in Rechnung gestellt werden und kostet weitere 100,- bis 200,- Euro.

Dadurch können sich die Gesamtkosten des Tests je nach Größe des Gebäudes und der Anzahl der Leckagen um mehrere hundert Euro erhöhen.

Übrigens: Wenn Sie KfW-Fördermittel beantragen möchten, ist ein Blowerdoor-Test Pflicht!

Nachdem alle Tests durchgeführt und die erforderlichen Daten gesammelt wurden, erstellt der Bausachverständige einen umfangreichen Bericht. Dieser kann mehr als hundert Seiten umfassen und kostet Sie 500,- bis 800,- Euro.

Sie können weitere Beratungen zubuchen, zum Beispiel um den Bericht gemeinsam mit dem Gutachter zu besprechen oder um die Sanierungsmaßnahmen zu begleiten und abzunehmen.

Was genau das kostet hängt stark vom jeweiligen Sachverständigen sowie vom Zeitfaktor ab. Grundsätzlich können Sie sich hierfür an den Stundensätzen orientieren und pro Zusatzberatung beziehungsweise Begutachtung von Sanierungsmaßnahmen 300,- bis 500,- Euro einkalkulieren.

KfW-Förderung

Bausachverständige, die gleichzeitig Energieberatungen durchführen, helfen auch bei der Antragstellung für Fördergelder. Die im Rahmen der Sanierungs- oder Energieberatung erstellten schriftlichen Gutachten können hierfür als Grundlage genutzt werden. Für die Antragstellung an sich werden 100,- bis 200,- Euro fällig.

Energieausweis

Es ist sinnvoll, im Rahmen der Energieberatung auch gleich einen Energieausweis ausstellen zu lassen. Für ein Einfamilienhaus kostet das rund 300,- Euro. Haben Sie ein Mehrfamilienhaus, können Sie mit circa 50,- Euro zusätzlich pro Wohneinheit rechnen.

Lassen Sie den Energiesparausweis nicht im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme ausstellen, kommen noch die Kosten für die Inspektion vor Ort dazu. Abhängig von Größe und Zustand des Objekts wären das etwa 350,- bis 600,- Euro.

Mehr zu den Kosten des Energieausweises erfahren Sie hier.

Um das Ganze noch etwas übersichtlicher zu machen, hier ein Praxisbeispiel:

Familie Müller macht sich nach einigen Jahren Sorgen um den Energieverbrauch des Hauses. Sie möchten Energie-effizient sanierien und dafür KfW-Fördergelder beziehen. Um zu erfahren, welche Maßnahmen nötig und welche sinnvoll wären, lassen Sie sich von ihrem Bausachverständigen beraten, der auch das Haus gründlich prüft. Kostenpunkt: 600,- Euro.

Außerdem lassen Sie einen Blowerdoor-Test und eine Thermografie durchführen. Der Grundpreis für den Blowerdoor-Test beträgt 350,- Euro. Um alle Leckagen genau ausfindig zu machen, werden 3,5 Stunden benötigt. Das ergibt bei einem Stundensatz von 90,- Euro einen Zuschlag von 315,- Euro. Die Thermografie inklusive der Identifizierung der Wärmebrücken kostet 400,- Euro.

Auf Einzelberichte verzichten die Müllers, da sie lieber einen großen Gesamtbericht möchten. Der erstellte Bericht umfasst 90 Seiten, enthält auch einen Sanierungsplan und hat einen Preis von 650,- Euro. Bei einem anschließenden Treffen wird der Bericht besprochen. Kostenpunkt: 350,- Euro.

Für die Energieberatung an sich haben Müllers also 2.665,- Euro gezahlt. Sie nutzen das Angebot des BAFA für eine sechzig-prozentige Förderung. Das wären 1.599,- Euro. Die maximale Förderung für Mehrfamilienhäusern liegt allerdings bei 1.100,- Euro. Es bleibt also ein Restbetrag von 1.565,- Euro.

Zusätzlich zu den normalen Beraterkosten zahlen Müllers noch für die Beantragung der Fördergelder bei der KfW (150,- Euro) sowie nach Abschluss der Bauarbeiten für die Ausstellung eines Energieausweises (300,- Euro). Außerdem lassen Sie die Sanierungsarbeiten zweimal vom Bausachverständigen abnehmen (je 400,- Euro).

Nach Abzug des Förderbetrages bleiben den Müllers also noch 2.815,- Euro, die sie aus eigener Tasche zahlen müssen.

Schimmel in der Wohnung

Bildet sich Schimmel, liegt es nicht immer am schlechten Lüften. Ein Bausachverständiger findet heraus, wie groß die betroffene Fläche ist, was die Ursache des Schimmels ist und um welche Schimmelart es sich handelt.

Grundsätzlich sollten Sie bei Schimmelbefall einen Sachverständigen hinzuziehen, wenn:

  • Sie beweisen wollen, dass Sie nicht Schuld daran sind.
  • er sich auf einen halben Quadratmeter ausgebreitet hat.
  • Sie den Verdacht haben, dass der Befall großflächig oder bösartig ist.
  • Kinder oder andere empfindliche Personen betroffen sind.

Die Kosten für die Untersuchung reichen von 100,- bis 200,- Euro für eine schnelle Untersuchung mit mündlicher Stellungnahme bis hin zu 800,- Euro, wenn es um ein Gerichtsverfahren geht.

Eine gründliche Untersuchung kostet 200,- bis 350,- Euro. Die Erstellung des circa sechs-seitigen Berichts kostet weitere 200,- bis 300,- Euro. Wenn Sie es ganz genau wissen möchten, können Sie noch eine Luftkeimuntersuchung durchführen lassen. Diese kostet 400,-bis 500,- Euro.

Auch dazu ein kleines Beispiel: Einer der Mieter von Müllers klagt über Schimmelbefall in seiner Wohnung. Der Sachverständige benötigt für die Untersuchung 1,5 Stunden. Er berechnet 150,- Euro für die Arbeitsleistung vor Ort und weitere 240,- Euro für die Erstellung des schriftlichen Gutachtens. Dazu kommen Fahrtkosten von 9,50 Euro. Der gesamte Rechnungsbetrag liegt bei 399,50 Euro.

Was eine Schimmelentfernung kostet, erfahren Sie hier.

Wohnflächenvermessung

Bausachverständige sind auch in der Lage, Wohnflächen auszumessen. Als Grundpreis werden etwa 100,- bis 200,- Euro angesetzt. Pro Zimmer kommt dazu ein Aufschlag von 10,- bis 20,- Euro. Für das Ausmessen einer drei-Zimmer-Wohnung zahlen Sie demnach also 130,- bis 260,- Euro.

Dekra und TÜV

TÜV und Dekra bieten ebenfalls klassische Leistungen von Bausachverständigen an. Die Preise richten sich entweder nach Immobilienwert oder nach dem Zeiteinsatz.

Einige der Dekra-Leistungen finden Sie in dieser Tabelle aufgelistet

Übersicht über Dekra-Bausachverständigen-Leistungen (Stand: Mai 2018)

LeistungPreis
Arbeitszeit pro Stunde145,18 Euro
Immobilienwertermittlung
(Wert 150.000 Euro)
910,35 Euro
Immobilienwertermittlung
(Wert 250.000 Euro)
1.231,65 Euro
Immobilienwertermittlung
(Wert 500.000 Euro)
1.677,90 Euro
Vor-Ort-Prüfung der Immobilie
(150 Quadratmeter)
705,- Euro
Vor-Ort-Prüfung der Immobilie
(400 Quadratmeter)
1020,- Euro
Vor-Ort-Prüfung der Immobilie
(Keller)
630,- Euro
Blowerdoor-Test385,- Euro
Nebenkostenpauschale185,64 Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Alle Gebühren für die einmalige Anfertigung von schriftlichen Gutachten sind bereits in den Preisen enthalten. Bei Vor-Ort-Besuchen wird Ihnen die Nebenkostenpauschale auferlegt.

Das Honorar für die Ermittlung des Immobilienwerts richtet sich bei der Dekra nach ebendiesem. Möchten Sie Ihr Haus im Rahmen einer Baumaßnahme oder wegen Schäden überprüfen lassen, richtet sich der Preis nach der Quadratmeterzahl. Dauert die Prüfung ungewöhnlich lange, können Ihnen gegebenenfalls zusätzliche Arbeitsstunden berechnet werden.

Alle sonstigen Leistungen, wie zum Beispiel eine Prüfung von Schimmelbefall, werden nach Arbeitszeit abgerechnet.

Im Streitfall – Wer zahlt für den Baugutachter?

Grundsätzlich muss erst einmal der den Baugutachter bezahlen, der ihn auch beauftragt hat. Wird er beauftragt, um beispielsweise ein Gutachten für ein Gerichtsverfahren zu erstellen, muss derjenige den Gutachter bezahlen, der letztendlich als für den Schaden verantwortlich erklärt wird.

Ein klassisches Fallbeispiel: Ein Mieter hat Schimmel in der Wohnung. Der Vermieter will nicht dafür aufkommen, da er der Meinung ist, der Mieter wäre selbst für den Schaden verantwortlich.

Der Mieter beauftragt nun den Bausachverständigen ein Gutachten zu erstellen und herauszufinden, wer oder was der Verursacher des Schimmels ist. Der Mieter zahlt dies zunächst aus eigener Tasche.

In seinem Bericht kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass tatsächlich ein Baufehler Feuchtigkeit an den Wänden verursacht, die wiederum die Ursache des Schimmels ist. Mieter und Vermieter einigen sich darauf, die Sache ohne Gerichtsverfahren zu klären. Der Vermieter übernimmt die Kosten für den Bausachverständigen und für die Beseitigung des Schadens.

Kann man Ausgaben für den Bausachverständigen von der Steuer absetzen?

Die Gesetzeslage in diesem Fall ist nicht völlig klar. Eigentlich dürfen Sie es nicht. Jüngste Gerichtsentscheide entschieden zu Gunsten von Hausbesitzern, die die Kosten für den Bausachverständigen als Handwerkerkosten deklarierten. Sprechen Sie am besten Ihren Steuerberater darauf an.

Sie interessieren sich für Kosten rund um den Hausbau und die Hausinstandhaltung? Mehr dazu finden Sie in der Kategorie Sanieren und Renovieren.

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