Was kostet ein Bodengutachten?

Für den Hausbau ist zunächst einmal ein Grundstück notwendig, auf dem gebaut werden kann. Aber passt das Grundstück auch zu dem geplanten Bauvorhaben? Mit welchen Herausforderungen ist zu rechnen und müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden? Das soll ein Bodengutachten klären.

Seit 2008 ist ein Bodengutachten, bzw. ein geotechnischer Bericht bauordnungsrechtlich vorgeschrieben. Es wird von einem Sachverständigen für Geotechnik erstellt und dient dem Statiker als Grundlage für seine Berechnungen.

Außerdem kann es Auskunft über eventuelle Altlasten und Schadstoffe im Boden geben und somit böse Überraschungen und hohe Zusatzkosten im besten Fall verhindern.

Daher sollten Sie das Bodengutachten in jedem Fall noch vor dem Kauf eines Grundstücks in Auftrag geben.

Wie setzen sich die Kosten für ein Bodengutachten zusammen?

Die Kosten für ein Bodengutachten belaufen sich in der Regel auf 500,- bis 1.500,- Euro.

Sollte das Gutachten aufgrund der Gegebenheiten Hinweise und Angaben zu Baumaßnahmen enthalten, können aber auch bis zu 2.500,- Euro anfallen.

In diesem Preis sind Anfahrtskosten enthalten sowie Messungen und die Kleinbohrungen vor Ort. Anschließend muss die Bodenprobe im Labor analysiert und das Gutachten erstellt werden. Dabei handelt es sich um ein genormtes geotechnisches Gutachten nach DIN 4020.

Als Faustregel gilt, dass der Preis für das Gutachten etwa 0,1 bis 0,5 Prozent der gesamten Baukosten beträgt.

Auch wenn die Kosten zunächst vergleichsweise hoch erscheinen, kann Ihnen diese Investition viel Ärger ersparen.

Insbesondere, wenn später Altlasten im Boden gefunden werden, für die Sie als Grundstückseigentümer haftbar sind, können enorme Summen und Bauverzögerungen entstehen.

Es lohnt sich daher, sich vorher über die Bodenbeschaffenheit klar zu werden und gegebenenfalls von einem Grundstückskauf abzusehen.

Was steht im Bodengutachten?

Das Bodengutachten enthält zahlreiche Angaben zur Beschaffenheit des Grundstücks. Dabei stehen vor allem die Eigenschaften im Fokus, die das Bauvorhaben erschweren könnten oder zusätzliche Maßnahmen erfordern. Wichtig sind diese vor allem auch, wenn das Haus unterkellert werden soll.

So sind zum Beispiel sandige Böden sehr problematisch, sowie poröses Gestein, da sie leicht nachgeben. Andererseits erfordert ein sehr felsiger Boden häufig eine Sprengung, wenn ein Keller gebaut werden soll, sodass wiederum höhere Kosten anfallen.



Tipp: Informationen zum Erdaushub und unter anderem den verschiedenen Bodenklassen finden Sie hier!

Des Weiteren enthält ein Bodengutachten in der Regel folgende Punkte:

  • Einschätzung zur Belastung durch Schnee, Bodenfeuchte, etc.
  • Informationen zum Grundwasser
  • Angaben zu Durchlässigkeiten und Versickerung
  • Frostveränderlichkeit

Erfordern die geologischen Eigenschaften Ihres Grundstücks spezielle Maßnahmen, beispielsweise zum Abdichten der Kellerwände, werden diese ebenfalls im Bodengutachten festgehalten.

Bei unsachgemäßer Bebauung können je nach Bodenbeschaffenheit zum Beispiel feuchte Wände oder Risse entstehen.

Um dies zu verhindern, gibt der Sachverständige Empfehlungen, so möglicherweise zum Austausch von Boden oder zur Stabilität, die durch Pfähle im Boden verbessert werden kann. Auch kann eine bestimmte Fundamentart empfohlen werden.

Häufig ist auch Wasser im Boden ein Problem. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich Sickerwasser anstaut oder der Grundwasserspiegel sehr hoch ist. Dann wird meist eine Drainage oder eine sogenannte weiße Wanne notwendig, die Kosten von 5.000,- Euro oder mehr verursacht.

Es ist daher in jedem Fall sinnvoll, ein Bodengutachten gleich zu Beginn einzuholen, um besser kalkulieren zu können.

Vorgehensweise für ein Bodengutachten

Wie bereits erwähnt sollten Sie bereits vor dem Grundstückskauf ein Gutachten erstellen lassen. Es hilft Ihnen, zu entscheiden, ob das Grundstück wirklich Ihren Erwartungen entspricht, denn selbst wenn Lage und Preis auf den ersten Blick vielversprechend sind, könnte das Grundstück für Sie eher ungeeignet sein.

Einige Informationen können Sie vorab auch über die Nachbarschaft oder verschiedene Ämter einholen. So geben beispielsweise alte Bebauungspläne Aufschluss darüber, wie das Gelände zuvor genutzt wurde.

Dies kann besonders im Hinblick auf Altlasten Anlass sein, den Boden genau zu überprüfen und sich auch beim Verkäufer vertraglich abzusichern. Sollten nach dem Kauf Altlasten gefunden werden, stehen Sie in der Verantwortung, selbst wenn Sie nichts davon wussten.

Altlasten entstehen häufig beispielsweise durch Industriebetriebe oder Tankstellen. Dabei können unter anderem Chemikalien und Öl in den Boden gelangen. Ein Beseitigen solcher Schadstoffe ist äußerst kostspielig.

Daher sollten Sie abklären, ob der Verkäufer beispielsweise in einem solchen Fall bereit wäre, diese Kosten zu übernehmen oder den Kaufpreis nachträglich zu mindern. Auch eine Kostenteilung ist denkbar. In jedem Fall sollte eine getroffene Vereinbarung vertraglich festgehalten werden.



Ein Bodengutachten ist dennoch unumgänglich. Zu diesem Zweck nimmt der Sachverständige vor Ort Messungen vor.

Anschließend werden an den diagonal gegenüberliegenden Ecken, an denen sich später das Fundament befinden soll, kleine Kernbohrungen vorgenommen. Dabei wird etwa 3 bis 4 Meter in die Tiefe gebohrt. Soll ein Keller gebaut werden, wird bis maximal 6 Meter tief gebohrt.

Dabei werden Bodenproben entnommen, die später im Labor genau analysiert werden. Sie bekommen also ein sehr genaues Ergebnis über die Beschaffenheit Ihres Bodens.

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (17 Bewertung(en), im Durchschnitt: 4,71 von 5)

Loading...