Was kostet ein Chiptuning?

Die Leistung Ihres Autos reicht Ihnen nicht mehr aus und auch das Drehmoment könnte ruhig etwas höher sein? Hier kommt das sogenannte Chiptuning ins Spiel. Bei einem Fachmann können Sie ab etwa 280,- Euro die Leistung Ihres Autos nachträglich steigern.

Was ist Chiptuning?

Wenn Sie die Leistung Ihres Motors steigern und den Kraftstoffverbrauch reduzieren wollen, dann sollten Sie in Ihrer Werkstatt oder bei einem Fachmann ein Chiptuning durchführen lassen. Hierbei werden die Steuerparameter der werksseitig eingestellten elektronischen Motorsteuerung geändert.

Das Chiptuning zeichnet sich durch eine schnelle Umsetzbarkeit aus, da eine einmalige Optimierung stattfindet und keine weiteren Umbaumaßnahmen notwendig sind, wie bspw. an einer Abgasanlage. Seriöse Anbieter verlangen zwischen 500,- und 1.500,- Euro, je nach Mehrleistung und Steigerung des Drehmoment. Dennoch findet man auch schon Angebote ab etwa 350,- Euro.

Hier muss jeder selbst entscheiden, welchen Qualitätsanspruch er für das eigene Auto hat. Denn wichtig ist, dass der Anbieter eine genau abgestimmte Software anbietet und somit am Optimum und nicht am Maximum arbeitet.

Umsetzung des Chiptunings

Tuningbox

Bei dieser Methode wird (beispielsweise an der OBD-Schnittstelle) ein Zwischenstecker angeschlossen, welcher dem Steuergerät andere Werte nennt, als die Sensoren eigentlich erfassen. Somit werden letztlich die Sensorwerte manipuliert, um mehr Leistung zu generieren.

Erste Angebote für Kleinwagen gibt es ab ca. 50,- Euro. Für Fahrzeuge der Oberklasse kann man auch bei einer Tuning-Box bis zu 1.000,- Euro zahlen.

Entscheidet man sich für eine Tuning-Box und gegen das individuelle Anpassen der Software, sollte man zumindest hier etwas mehr ausgeben. So lohnt es sich aus unserer Sicht, für eine gute Tuningbox auch bei einem Kleinwagen mindestens 200,- Euro zu investieren.

Auch wenn Tuningboxen die günstigere Variante sind, gibt es ein paar Nachteile. Technisch gesehen werden die Parameter geringfügig bis gar nicht aufeinander abgestimmt. Dadurch kann ein hoher Ladedruck entstehen, welcher zu schwerwiegenden Schäden führen kann. Außerdem kann es auch zu einen starken Abgas-Rußen kommen.


Neuprogrammierung

Haben Sie einen professionellen Anbieter gefunden, ist eine Neuprogrammierung die beste Lösung, da hier die Software individuell abgestimmt werden kann.

Voreingestellte Daten werden über eine Schnittstelle exportiert und auf ein sogenanntes Programmiergerät geladen. Die alten Daten werden überschrieben und die neuen wieder auf das Steuergerät importiert.

Eine Änderung des Programms ist jederzeit möglich, außerdem kann die Software auch wieder auf Werkseinstellungen gesetzt werden. Die Kosten für eine Neuprogrammierung belaufen sich wie schon oben genannt auf ca. 350,- bis 1.000,- Euro.

Zusätzliche Kosten

Zusätzliche Kosten entstehen bei der TÜV-Abnahme. Rechnen Sie hier mit bis zu 300,- Euro. Aber auch für die Eintragung in die Fahrzeugpapiere müssen Sie zahlen. Hier müssen Sie bis zu 50,- Euro einkalkulieren.

Kosten auf einen Blick

KostenfaktorKosten
Tuningbox50,- bis 1.000,- Euro
Neuprogrammierung350,- bis 1.000,- Euro
TÜV-Abnahmebis zu 300,- Euro
Eintragung Fahrzeugpapierebis zu 50,- Euro
 Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Das Auslesen der Software

Lesen über Serviceschnittstelle

Hierbei werden die Daten über eine vorgesehene Schnittstelle ausgelesen und können darüber auch verändert werden. Diese Methode ist auch unter der Abkürzung OBD (On-Board-Diagnose) bekannt. Dies ist jedoch gerade bei älteren Fahrzeugen nicht immer möglich, da dies früher noch nicht genormt war.

BDM / Tricore

Bei dieser Methode ist der Ausbau des Motorsteuergeräts notwendig. Im Inneren des Steuergeräts befindet sich ebenfalls eine Schnittstelle über die die Software ausgelesen werden kann. Diese Vorgehensweise wird auch oft vom Hersteller für die Erstprogrammierung verwendet.

Löten

Löten ist die einzige Möglichkeit für Modelle, welche vor dem Jahr 2000 gebaut wurden. Hier wird das Steuergerät ausgebaut und der Chip ausgelötet. Anschließend erfolgt das Auslesen der Original-Software. An die Stelle des Chips wird ein Sockel befestigt, um das Austauschen jederzeit zu ermöglichen. Währenddessen kann die Software optimiert werden und diese kommt dann auf neuen Chip. Der originale Chip bleibt jedoch unverändert und kann jederzeit wieder eingesetzt werden.


Eco-Tuning

Ziel des Eco-Tunings ist die Verbrauchsminderung. Die Motorelektronik wird modifiziert und somit die Leistung verändert. Ein geringerer Treibstoffverbrauch wird ermöglicht. Dennoch bleibt der eigene Fahrstil ausschlaggebend für den Verbrauch.

Neben dem minderen Verbrauch wird außerdem ein schnelleres Anfahren ermöglicht, da das Drehmoment gesteigert wird. Oft ist es so, dass bis zu einer bestimmten Gaspedalstellung Sprit gespart wird. Wird diese Stellung “überschritten”, wirkt dann die Leistungssteigerung.

Einbau nur durch einen Fachmann

Lassen Sie ein Chiptuning nur von einem Fachmann ausführen. Die häufigste Folge bei einem nicht fachgerechten Einbau ist der erhöhte Verschleiß von Kupplung und Bremsanlage. Es sollte außerdem dringend geprüft werden, ob die Reifen dem Leistungsaufbau auch Stand halten können. Bei einem unsachgemäßen Einbau können auch Defekte an der Elektronik und im Motor auftreten.

Muss ein Chip-Tuning eingetragen werden?

Jegliche Veränderung an Ihrem Auto sollten Sie beim TÜV, bei der Gesellschaft für Technische Überwachung oder bei der Prüfungsorganisation KÜS gemeldet werden. Holen Sie sich im Vorfeld ein Teilegutachten beim TÜV oder bei der DEKRA, so geht das ganze schnell vonstatten.

Ohne diese Genehmigung muss jedoch eine Einzelabnahme erfolgen und diese kann so viel wie das Chiptuning an sich kosten.

Das gibt es zu beachten

  • Ohne Genehmigung erlischt auch die Betriebserlaubnis von Ihrem Auto. Auch die Herstellergarantie kann ihre Gültigkeit verlieren.
  • Der Umbau sollte auch Ihrer Steuerbehörde gemeldet werden. Aber auch Ihre Versicherung möchte davon wissen, um die Prämien nach der neuen Leistung Ihres Autos zu erhören.
  • Erfolgt keine Eintragung und Sie werden erwischt, müssen Sie mit einem Bußgeld von 50,- Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

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