Was kostet ein Energieausweis?

Die Energieeffizienz von Gebäuden spielt in Zeiten des Klimawandels eine große Rolle. Ob eine Immobilie Energie verschwendet oder diese optimal nutzt, kann mit Hilfe eines Energieausweises ermittelt werden.


Die Kosten für einen Energieverbrauchsausweis liegen bei 60,- bis 120,- Euro. Die Kosten für einen Energiebedarfsausweis belaufen sich hingegen auf mindestens 300,- Euro. 

Kostenfaktoren bei einem Energieausweis

Die Art des Energieausweises hat den größten Einfluss auf die Gesamtkosten. Hier hat man die Wahl zwischen einem Energieverbrauchsausweis und einem Energiebedarfsausweis. Die Kostenunterschiede liegen bei mehreren hundert Euro.

Des Weiteren spielt die Größe und das Alter des Gebäudes, sowie dessen Komplexität eine große Rolle. Auch das verbaute Heizsystem kann ausschlaggebend für den zu zahlenden Preis sein.

Preisunterschiede entstehen auch im Zusammenhang mit der angegebenen Nutzung der Immobilie. Energieausweise für Nichtwohngebäude sind meist teurer als für Wohngebäude.

Je aufwändiger die Untersuchungen an der Immobilie sind, desto höher sind die Gesamtkosten am Ende. Fehlen beispielsweise wichtige Bau-Unterlagen, bedeutet dies einen erhöhten Aufwand für den Aussteller des Ausweises. Daraus ergeben sich meist auch höhere Kosten.

Arten von Energieausweisen im Überblick

Energiebedarfsausweis

Beim sogenannten Energiebedarfsausweis wird die Immobilie durch den beauftragten Ausstellers genauestens begutachtet und untersucht.

Der Energiebedarf wird dabei rechnerisch ermittelt.

Hierfür werden Daten wie das Baujahr, die Adresse, der Gebäudetyp, die Anzahl der Wohnungen und die Gesamtwohnfläche hinzugezogen.

Daten über das Klima, das Nutzerverhalten der Bewohner oder die Raumtemperatur werden dabei als Standardwerte aufgenommen. Das heißt, dass hier lediglich Vergleichswerte genutzt werden.

Sollte der Energieausweis für einen Neubau erstellt werden, ist nur die Ausstellung des Bedarfsausweises möglich. Bei einem Verbrauchsausweis werden die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre benötigt.

Energieverbrauchsausweis

Für den Verbrauchsausweis werden, wie auch beim Bedarfsausweis, Daten über den Gebäudezustand erhoben. Diese beinhalten zum Beispiel Informationen über den Zustand der Fenster, die verbaute Haustechnik und Heizungsdaten.

Des Weiteren werden für die Ausstellung eines Verbrauchsausweises, die Verbrauchsdaten der vergangenen drei Jahre benötigt.

Das bedeutet, dass das individuelle Heizverhalten der Bewohner einen direkten Einfluss auf die Kennwerte hat. Daher ist es wichtig auch Leerstände im Gebäude genau zu dokumentieren, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Anhand dieser Daten kann eine Schätzung über den zukünftigen Energieverbrauch erfolgen.

Inhalte und Aufbau eines Energieausweises

Als Energieausweis wird ein Dokument bezeichnet, welches die Energieeffizienz von Gebäuden mit Hilfe von bestimmten Kennwerten bestimmt. Dieses wird nie für einzelne Wohnungen, sondern immer für ein gesamtes Gebäude erstellt. 

Soll zum Beispiel nur eine Wohnung verkauft werden, muss trotzdem der Energieausweis für das gesamte Gebäude vorgelegt werden.

Auf neueren Ausweisen sind die verschiedenen Energieeffizienzklassen mit A+ bis H gekennzeichnet.

Unter bestimmten Umständen besteht die Pflicht, einen Energieausweis für ein Gebäude zu besitzen oder ausstellen zu lassen. Vorgeschrieben wird dies durch die so genannte Energieeinsparverordnung.

Der Energieausweis enthält in jedem Fall Angaben zum Objekt, zu den Heizstoffen und zu den Energiekennwerten. Zudem werden durch den Aussteller kostengünstige Sanierungsmaßnahmen empfohlen.

In der Regel hat ein Energieausweis eine Gültigkeit von 10 Jahren. Sollten Sie einen alten Energieausweis besitzen, welcher den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wird, muss ein neuer Energieausweis erstellt werden.

Auch bei Umbauten am Haus, welche sich auf die Energieeffizienz auswirken, muss ein neuer Ausweis erstellt werden.

Bild von einem Energieausweis, auf dem ein roter Kugelschreiber liegt

Aufbau eines Energieausweises

Ein Energieausweis besteht meist aus fünf Seiten. Auf der ersten Seite befinden sich grundlegende Angaben zur Immobilie (z.B. Adresse, Anzahl der Wohnungen und Anlagentechnik). Zudem steht hier, ob es sich um einen Energiebedarfs- oder um einen Energieverbrauchsausweis handelt.

Auf der zweiten und dritten Seite finden sich dann die entsprechenden Kennwerte zur Ermittlung der Energieeffizienz. Die Seite zwei ist dabei nur für den Bedarfsausweis auszufüllen und die Seite drei nur für den Verbrauchsausweis.

Die vierte Seite enthält einfache und preisgünstige Vorschläge, wie das Haus saniert werden könnte.

Die Seite fünf beschreibt noch einmal, welche Berechnungsverfahren angewendet wurden. Zudem befinden sich hier Erläuterungen und allgemeine Daten zum Ausweis selbst.

Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Das Ausstellen eines Energieausweises bedarf einer langjährigen Berufspraxis oder einer speziellen Aus- oder Weiterbildung.

Zu den Berufsgruppen oder Personen, die diesen Ausweis ausstellen dürfen, gehören unter anderem Architekten, Handwerksmeister, Energieberater und Schornsteinfeger.

Welche Voraussetzungen diesbezüglich genau erfüllt werden müssen, steht in der Energieeinsparverordnung.

Wer einen solchen Ausweis ohne die nötige Berechtigung ausstellt, muss mit einem Bußgeld bis zu 15.000 Euro rechnen.

Für die sichere Suche nach einem geeigneten Aussteller, gibt es verschiedene Listen. Diese garantieren, dass die Person auch die notwendigen Anforderungen erfüllt.


Zum einen gibt es die Energieeffizienz Expertenliste für Bundesförderprogramme, welche regelmäßigen Überprüfungen unterzogen wird. Aussteller lassen sich zudem auf der sogenannten dena-Liste finden. Um in diese Datei aufgenommen zu werden, ist es notwendig seine Qualifikationen nachzuweisen.

Eine weitere Möglichkeit um geeignete Aussteller zu finden, ist zum Beispiel die Suche in den Architekten- oder Ingenieurkammern.

Billige oder vermeintlich kostenlose Online-Angebote

Im Internet kursieren immer wieder Angebote für Energieausweise zu „Dumping-Preisen“. Von diesen ist allerdings abzuraten, da es sich eventuell um minderwertige Ausweise handelt.

Oft wird mit der Einfachheit der angebotenen Online-Formulare geworben. Diese werden demnach einfach ausgefüllt und man erhält auf einfachem Wege seinen Energieausweis.

Die Genauigkeit und Richtigkeit der ermittelten Kennwerte darf jedoch angezweifelt werden, da die Angaben meist von den Eigentümern eingetragen werden. Dabei können sich leicht Fehler einschleichen. Auch sollte bei der Weitergabe von persönlichen Daten im Internet immer Vorsicht geboten sein.

Achten Sie immer auf die Seriosität der Online-Anbieter. Erkennen können Sie diese zum Beispiel an Qualitätssiegeln vom TÜV oder der Deutschen Energie Agentur (dena).

Achtung
Stellt der Käufer einer Immobilie fest, dass die Werte auf dem Energieausweis, zum Zeitpunkt des Kaufs nicht gestimmt haben, kann das ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Der Käufer kann sogar eine Kaufpreisminderung verlangen.

Wann ist ein Energieausweis Pflicht?

Eine Energieausweis-Pflicht besteht immer dann, wenn eine Immobilie durch den Eigentümer verkauft, verpachtet oder vermietet werden soll. Sollte es zu einer Besichtigung kommen, muss ein gültiger Energieausweis vorgelegt werden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Objekt ein Wohngebäude oder ein Nichtwohngebäude ist.

Diese Pflicht besteht auch bei einem Immobilieninserat. Bestimmte Daten des Ausweises müssen auch hier sichtbar vorliegen.

Sollte der Eigentümer dieser Pflicht nicht nachkommen, drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro.

Von der Pflicht ausgenommen sind sehr kleine Gebäude mit einer Nutzfläche bis maximal 50 Quadratmeter. Ausnahmen bilden auch Häuser, die unter Denkmalschutz stehen.

Vor- und Nachteile von Bedarfs- und Verbrauchsausweis

 EnergiebedarfsausweisEnergieverbrauchsausweis
Vorteile

  • individuelles Heizverhalten der Bewohner nicht relevant

  • energetische Schwachstellen der Immobilie werden aufgezeigt

  • Immobilien können besser miteinander verglichen werden


  • ist günstiger als Bedarfsausweis

  • ist auch online verfügbar

Nachteile

  • ist teurer als Verbrauchsausweis

  • ist mit größerem Aufwand verbunden


  • Abhängigkeit vom Heizverhalten der Bewohner

  • geringe Aussagekraft der Daten

Sie möchten Ihr Haus energieeffizient sanieren, um Heizkosten zu sparen? Wie wäre es mit einer Außen– oder Innendämmung?

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