Was kostet ein Erdaushub?

Für einige Bauvorhaben ist es notwendig, vorher eine große Menge Erde auszuheben. Das betrifft vor allem den Hausbau oder die Kellersanierung, aber auch für kleinere Vorhaben wie einen Swimmingpool oder einen Teich müssen Sie Erde ausheben und anschließend natürlich auch entsorgen.

Pro Kubikmeter kostet ein Erdaushub je nach Bodenklasse etwa 60,- bis 190,- Euro.

Kostenzusammensetzung für Bodenaushub und Entsorgung

Die Kosten bei einem Bodenaushub summieren sich schnell. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Erdaushub Kosten – Tabelle

In der Tabelle finden Sie eine Übersicht zu den Preisen für den Erdaushub.

KostenfaktorKostenbeispiel 10 m³Kostenbeispiel 250m³
Gesamt580,- bis 1.900,- Euro14.500,- bis 47.500,- Euro
Aushub80,- bis 1.000,- Euro2.000,- bis 25.000,- Euro
Container200,- bis 400,- Euro5.000,- bis 10.000,- Euro
Entsorgung300,- bis 500,- Euro7.500,- bis 12.500,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Die Preisspanne ist sehr weit, da die Kosten stark von der Bodenklasse abhängen. Auch der Anteil der Eigenleistung kann natürlich variieren.

Für das Ausheben selbst benötigen Sie meist teure Baumaschinen. Die ausgehobene Erde muss dann per LKW abtransportiert oder in einen Container gefüllt werden. Für die Entsorgung fallen weitere Kosten an.

Durchschnittlich betrachtet, sind bei 10 Kubikmetern Kosten von 800,- bis 1.000,- Euro realistisch beziehungsweise 15.000,- bis 20.000,- Euro bei 250 Kubikmetern.

Kostenfaktor Bodenklasse

Die Kosten für das Ausheben selbst sind stark von der jeweiligen Bodenklasse abhängig.
Während für den Aushub von wasserhaltigem beziehungsweise leichtem Boden häufig 8,- bis 10,- Euro pro m³ berechnet werden, kann der Erdaushub von felsartigem Material bis zu 90,- bzw. 100,- Euro pro m³ kosten. Grundsätzlich kann man sagen: je höher die Bodenklasse, desto teurer der Bodenaushub.

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Kosten Erdaushub nach Bodenklassen – Tabelle

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Preise für den Erdaushub je nach Bodenklasse unterscheiden.

Bodenklasse für
Erdarbeiten nach
DIN 18300
BeschreibungAushubkosten pro m³
1Oberboden8,- bis 10,- Euro
2Fließende Bodenarten8,- bis 10,- Euro
3Leicht lösbare Bodenarten10,- bis 20,- Euro
4Mittelschwer lösbare Bodenarten20,- bis 60,- Euro
5Schwer lösbare Bodenarten60,- bis 90,- Euro
6Leicht lösbarer Fels und vergleichbare Bodenarten80,- bis 100,- Euro
7Schwer lösbarer Fels
80,- bis 100,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Kostenfaktor Abtransport und Entsorgung von Bodenaushub

Die Kosten für den Abtransport des Aushubmaterials betragen je nach Fahrstrecke meist 8,- bis 15,- € pro m³ und sind damit ein weiterer großer Posten.
Aus diesem Grund ist es – insbesondere bei kleinen Projekten wie dem Gartenteich – oft günstiger, wenn man sich einen Container bestellt und diesen selbst befüllt.

Die Containermiete bis zu einer Woche Nutzungsdauer beträgt in der Regel 200,- bis 250,- Euro für etwa 10 Kubikmeter.

Wenn Sie den Container selbst befüllen, fallen in dieser Hinsicht keine weiteren Kosten an. Wenn Sie ein Unternehmen beauftragen, schlägt dieser Posten mit etwa 300,- bis 400,- Euro insgesamt zu Buche. Er enthält dabei sowohl die Containermiete als auch das Befüllen durch die Firma.
Eventuell kommen Zuschläge hinzu, wenn eine Genehmigung für das Abstellen auf öffentlicher Fläche notwendig ist.

Wichtig ist, dass nicht alles, was Sie aus der Erde heben, rechtlich und entsorgungstechnisch auch automatisch als Bodenaushub gilt. Wenn bei der Deponie Verunreinigungen festgestellt werden, kann es sehr schnell sehr viel teurer werden als ursprünglich gedacht.


Als Aushub gilt nur reiner Boden wie Lehm, Sand, Tonboden, Mutterboden und Grasboden, der von einer Grasnarbe befreit wurde. Hingegen zählen Wurzeln und Wurzelwerk, Pflanzen und Steine nicht dazu.

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie den Boden erst ab einem Meter Tiefe als Bodenaushub sammeln. Im Zweifel sollte ein Bodengutachten in Betracht gezogen werden.

Die Analyse eines einzelnen Bohrkerns kostet mindestens 150,- Euro, je nach Umfang des Bodengutachtens können dafür aber auch 1.000,- bis 2.000,- Euro anfallen.

Damit Sie Ihren Bodenaushub entsorgen können, muss das Formblatt „Vereinfachte Erklärung über die Herkunft und Unbedenklichkeit von Bodenaushub“ ausgefüllt werden.

Diese “Unbedenklichkeitsbescheinigung“ kann oft ein Architekt, Bauleiter, Gartenbauer oder ein anderer “sachkundiger Laie“ ausstellen.

Ein sachkundiges Gutachten benötigen Sie dagegen, wenn:

  • mehr als 500 Kubikmeter Aushub anfallen
  • das Grundstück und angrenzende Flächen bereits bebaut, kommerziell, industriell oder ggfs. landwirtschaftlich genutzt wurde
  • Verdacht auf Altlasten oder Verunreinigungen besteht
  • sich das Grundstück in einem Industriegebiet, einer Innenstadt, neben einer Hauptverkehrsstraße oder in unmittelbarer Nähe eines Bergbaugebiets befindet

Für die Entsorgung von Erdaushub auf der Deponie fallen in der Regel etwa 30,- bis 50,- Euro pro Kubikmeter an.

Grundsätzlich sind Sie als Grundstückseigentümer dafür verantwortlich, was mit Ihrem Abfall – in diesem Fall mit der ausgehobenen Erde – geschieht und dass er ordnungsgemäß entsorgt wird. Es steht Ihnen allerdings beispielsweise frei, den Aushub auf Ihrem Grundstück zu lagern. Wie viel Sie genehmigungsfrei lagern dürfen, steht in der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Sie können sich für eine kostengünstige Entsorgung auch erkundigen, ob eventuell ein Landwirt in Ihrer Umgebung Verwendung für die Erde hat.

Zudem kann es sich lohnen, in einer Zeitungsanzeige auf die abgetragene Erde hinzuweisen. Eventuell kann ein Kleingärtner die Reste gebrauchen.

Sogenannte „Aushubbörsen“ sind eine weitere Möglichkeit. Fragen Sie dazu bei der Kreisverwaltung nach.

Wenn ein Vertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen wurde, liegt die Verantwortung – sofern nichts anderes im Vertrag steht – beim Unternehmen.

Zum besseren Verständnis hier noch ein Paxisbeispiel:

Familie Janos plant einen Pool im Garten. Im Zuge des Bodenaushubs fallen 50 Kubikmeter Erdaushub der Bodenklasse 3 an.

Der Erdaushub an sich kostet 750,- Euro. Den Aushub füllt Familie Janos selbst in die Container. Deren Mietkosten betragen insgesamt 1.250,- Euro. Dazu kommen noch jeweils 3,- Euro pro Kubikmeter für die Annahme des Aushubs auf der Deponie, 150,- Euro.

Insgesamt zahlen Janos‘ für den Aushub von 50 Kubikmetern also 2.150,- Euro.

Erdaushub beim Hausbau

In erster Linie ist der Erdaushub beim Hausbau für das Fundament, einen Keller oder auch eine Kellersanierung notwendig.

Übrigens: Die ausgehobene, gelockerte Erde hat ein anderes Volumen, als die Baugrube, die den Boden in komprimierter Form enthielt.Die exakte Berechnung des Bodenaushubs ist aber gerade bei größeren Bauprojekten nötig. Dafür nutzt man den sogenannten “Auflockerungsfaktor“. Dieser Wert gibt an, um welchen Faktor sich das Volumen eines Bodentyps in gelockerter Form ausdehnt. Eine Übersicht des Auflockerungsfaktors verschiedener Aushubarten finden Sie zum Beispiel hier.

Für den Erdaushub beim Hausbau wird zunächst das Grundstück exakt vermessen und markiert. Dazu wenden Sie sich an das zuständige Katasteramt, die ein Vermessungsbüro mit der Markierung und Ausmessung des Grundstücks beauftragt.

Hierbei ist es wichtig, dass die Baugrube ganz genau bemessen wurde, sodass das Fundament exakt eingelassen werden kann.


Dabei erstellt das Vermessungsbüro ein Grenzzeugnis. Die Ecken der Baugrube werden anschließend mit Holzpfählen markiert, an denen sich die Handwerker orientieren können.

Die Baugrube ist wegen des benötigten Arbeitsraumes und der Abböschung der Seitenwände wesentlich größer als der spätere Kellerraum und muss dementsprechend kalkuliert werden. Zudem muss vor dem Erdaushub geklärt werden, wo in der Erde Wasserleitungen und Kabel liegen.

Für das Fundament eines Einfamilienhauses werden etwa 25 Kubikmeter Erde ausgehoben – für einen Keller rund 400 bis 600 Kubikmeter. 

Sie wollen lieber auf Nummer sicher gehen? Alles, was Sie zum Thema Bodengutachten wissen müssen, erfahren Sie hier.

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2 Gedanken zu „Was kostet ein Erdaushub?“

  1. Was kostet bei Ihnen ein Erdaushub für ein bungalow von 170 Quadrahtmeter, 80 cm tiefe mit Abtransport.
    Normaler Boden.

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