Was kostet ein Gesundheitszeugnis?

Ein Gesundheitszeugnis – auch als „Erstbelehrung“, „amtliche Belehrung und Bescheinigung zur Tätigkeit mit Lebensmitteln“ oder „Hygienebelehrung“ bekannt – wird in diversen Branchen, in denen Lebensmittel hergestellt, verarbeitet oder verkauft werden, zwingend benötigt.

Das Gesundheitszeugnis kostet je nach Region zwischen 14,- und 60,- Euro und ist im Grunde genommen nur eine Bescheinigung über die Teilnahme an einer Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Diese Bescheinigung hieß bis 2001 „Gesundheitszeugnis nach Bundesseuchenschutzgesetz“. Der Begriff Gesundheitszeugnis ist daher genau genommen nicht mehr richtig, wird aber noch immer umgangssprachlich dafür verwendet.


Bis 2001 benötigte man für das Gesundheitszeugnis eine ärztliche Untersuchung, die heute allerdings nicht mehr nötig ist. Die Zeugnisse, die bis 2001 ausgestellt worden, sind immer noch gültig.

Kostenfaktoren beim Gesundheitszeugnis

Je nach Region und zuständiger Behörde können die Kosten für ein Gesundheitszeugnis sehr unterschiedlich ausfallen. Zwischen 14,- und 60,- Euro Gebühren sind möglich.

Trotzdem müssen Sie das Gesundheitszeugnis dort erwerben, wo Sie wohnhaft sind.

Oftmals werden die Kosten auch vom Arbeitgeber erstattet. Dazu sollten Sie das Formular zur Kostenübernahmeerklärung ausfüllen lassen.

Zudem gibt es die Möglichkeiten eine teilweise oder vollständige Gebührenbefreiung (z.B. bei Schülerpraktika) zu nutzen, allerdings nur wenn Sie das Gesundheitszeugnis in einer Behörde erwerben und nicht bei einem freien Unternehmen.

Freie Unternehmen gibt es vor allem in Großstädten und sie bieten oftmals eine günstige Alternative zum Behördengang.

Kostenübersicht für ein Gesundheitszeugnis nach Städten

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Kosten für ein Gesundheitszeugnis in verschiedenen Städten Deutschlands (Stand Juni 2018). Die Übersicht gilt für die Gebühren in den jeweiligen Gesundheitsämtern und nicht für freie Unternehmen.

Hinweis: Einige Städte bieten auch Einzelbelehrungen an. Da diese selten genutzt werden und auch in der Regel teurer sind, sind in der Übersicht die Gebühren für eine gewöhnliche Gruppenbelehrung aufgelistet.

StadtGebühren für ein Gesundheitszeugnis
(Gruppenbelehrung)
Berlin20,- Euro
Braunschweig28,- Euro
Bremen33,- Euro
Dortmund25,- Euro
Dresden30,- Euro
Düsseldorf30,- Euro
Erfurt15,- bis 30,- Euro
Essen25,- Euro
Frankfurt a. M.28,- Euro
Hamburg27,- Euro
Hannover26,- Euro
Jena30,- Euro
Kiel25,- Euro
Köln25,- Euro
Leipzig30,- Euro
Magdeburg23,- Euro
Mainz30,- Euro
München14,- Euro
Nürnberg20,- Euro
Potsdam45,- Euro
Rostock30,- Euro
Saarbrücken38,- Euro
Schwerin30,- bis 200,- Euro
Stuttgart37,- Euro
Wiesbaden28,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Branchen, in denen man ein Gesundheitszeugnis benötigt

Ein Gesundheitszeugnis benötigen Sie in all den Branchen, in denen Sie in Kontakt mit Lebensmitteln kommen.

Folgende Lebensmittel und ihre Erzeugnisse sind dabei gemeint:

  • Fische, Krebse, Weichtiere (auch in verarbeiteter Form)
  • Ei und Eiprodukte
  • Nahrung für Säuglinge und Kleinkinder
  • Fleisch, Geflügel (auch in verarbeiteter Form)
  • Backwaren, deren Füllung oder Auflage nicht durchgebacken wurde
  • Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate
  • Milch und Milchprodukte
  • Sprossen und Keimlinge sowie deren Samen, sofern sie roh verzehrt werden
  • Marinaden, Soßen, Mayonnaise
  • Nahrungshefen

Darunter fallen die Lebensmittelbranche (z.B. Brauerei, Bäckerei, Molkerei), der Lebensmittelhandel (z.B. Obsthandel, Fleischer) und die Gastronomie (z.B. Restaurant, Café, Imbiss).

Auch wer mit Lebensmittelgegenständen (Besteck, Geschirr, etc.) arbeitet (z.B. Suppenküche), braucht ein Gesundheitszeugnis.

In den genannten Bereichen ist das Gesundheitszeugnis Voraussetzung, um überhaupt eingestellt zu werden. Personen ohne gültige und aktuelle Bescheinigung dürfen hier nicht arbeiten.

Ablauf der Beantragung des Gesundheitszeugnisses

Das Gesundheitszeugnis erhalten Sie bei Ihrem ortsansässigen Gesundheitsamt. Zur Beantragung benötigen Sie ein Dokument, mit dem Sie sich ausweisen können, also einen Personalausweis oder Reisepass.

Anmeldeformulare können Sie in vielen Gemeinden schon vorher online herunterladen und ausfüllen. Ansonsten holen Sie sich den Antrag beim Gesundheitsamt und geben diesen dann ausgefüllt wieder ab.


Danach wird mit Ihnen ein Termin für die entsprechende Belehrung vereinbart. Manche Anbieter nehmen Sie auch ohne Voranmeldung auf.

Die Belehrung dauert zwischen 30 Minuten und 2 Stunden und enthält Informationen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen, zu Krankheiten und ihren Symptomen sowie die Belehrung zu Hygienestandards, die während der Arbeit mit Lebensmitteln eingehalten werden müssen.

Die eigentliche Belehrung muss jährlich wiederholt werden, wobei aber nur die allererste Belehrung durch das Gesundheitsamt bzw. einen gleichgestellten Arzt durchgeführt werden muss. Die folgenden Belehrungen sind in der Regel berufsspezifisch und werden meist durch den Arbeitgeber vorgenommen.

Die Belehrung erfolgt oftmals in Form eines Films oder Vortrags und der Möglichkeit, anschließend Fragen an einen Experten zu stellen. Körperlich untersucht werden Sie dabei nicht. Sie müssen jedoch zwingend persönlich anwesend sein.

Eine Prüfung oder ein Test der erworbenen Kenntnisse findet danach meist nicht statt.

Anschließend bekommen Sie das Gesundheitszeugnis ausgehändigt. Es gilt an sich unbegrenzt, aber nur wenn Sie innerhalb der folgenden 3 Monate eine Tätigkeit in der jeweiligen Branche aufgenommen haben.


Achtung: Haben Sie innerhalb des nächsten Vierteljahres nach der Ausstellung des Gesundheitszeugnisses keine Arbeitsstelle gefunden, bei der Sie mit Lebensmitteln arbeiten oder in Berührung kommen, so wird die Belehrung ungültig.

Denken Sie auch daran, dass das Gesundheitszeugnis nicht Ihre Gesundheit bescheinigt, sondern nur, dass Sie über gewisse Krankheiten informiert worden sind. Bemerken Sie Symptome einer der Krankheiten, haben Sie damit auch die Pflicht sich sofort krank zu melden.

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