Was kostet ein Hausabriss?

Es gibt viele Gründe ein Gebäude abzureißen – sei es aufgrund von Baufälligkeit, Schadstoffbelastung oder einfach weil es Ihnen nicht gefällt. Gerade in Ballungsgebieten findet sich nur schwer unbebauter Baugrund. Oftmals sind Sanierungs- oder Umbaukosten so hoch, dass sich einige Besitzer lieber für den Abriss entscheiden.

Wie teuer der Hausabriss ist, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Als grobe Faustformel kann ein Preis von 15,- bis 35,- Euro pro Kubikmeter angesetzt werden. Bei einem kleinen bis mittelgroßen Einfamilienhaus ergeben sich dadurch Kosten von 10.000,- bis 25.000,- Euro.

Kostenfaktoren bei einem Hausabriss

Die Gesamtkosten setzen sich aus verschiedenen Arbeitsschritten zusammen. Zunächst einmal sind Voruntersuchungen und eine Planung des Abrisses nötig. Im Anschluss werden verschiedene Vorarbeiten durchgeführt. Erst danach folgt der eigentliche Abriss.


Weitere Kostenfaktoren sind die abschließenden Erdarbeiten und die Entsorgung des Bauschutts.

Bevor die einzelnen Punkte genauer beleuchtet werden, hier schon einmal ein kurzer Kostenüberblick. Die Preise gelten für durchschnittliche Wohnhäuser ohne besondere Schadstoffbelastung.

Kostenübersicht über die einzelnen Arbeitsschritte des Hausabrisses

ArbeitsschrittKosten pro QuadratmeterKosten für 150qm-Haus
Planung und Voruntersuchung8,- bis 10,- Euro1.200,- bis 1.500,- Euro
Vorarbeiten20,- bis 25,- Euro3.000,- bis 3.750,- Euro
Abbruch des Hauses50,- bis 100,- Euro7.500,- bis 15.000,- Euro
Erdarbeiten30,- bis 35,- Euro4.500,- bis 5.250,- Euro
Entsorgung des Bauschutts20,- bis 30,- Euro3.000,- bis 4.500,- Euro
Gesamt19.200,- bis 30.000,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Wie teuer der Hausabriss in Ihrem Fall wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Der Größe des Hauses
  • Standort und Zugänglichkeit des Gebäudes (Ist genügend Platz für die schweren Maschinen, beziehungsweise könnten Sie die Zugänglichkeit verbessern?)
  • Weiteren Zusatz- und Sicherheitsmaßnahmen (Müssen Straßen oder Nachbargebäude gesichert werden? )
  • Sondermüll (Besonders teuer ist die Entsorgung von Asbest und anderen giftigen Substanzen)
  • Vorhandensein eines Kellers

Kosten für Vorarbeiten vor dem Abriss

Denken Sie unbedingt daran, Ihre Versorgungsleitungen wie Gas, Strom, Wasser etc., sowie Ihre Telekommunikationsleitung abtrennen zu lassen, bevor Sie die Arbeit fortsetzen!

Die Preise für diese Leistung variieren von Anbieter zu Anbieter. Teilweise wird das Trennen kostenfrei durchgeführt, manchmal fallen jedoch auch Kosten von rund 100,- bis hin zu 1.000,- Euro an.

Informieren Sie sich also am besten direkt bei Ihrem Anbieter. Die Telekom zum Beispiel bietet das Abtrennen der Telekommunikationsleitung in der Regel kostenfrei an.


Damit die Abrissarbeiten reibungslos vonstatten gehen können, muss das Haus von allem, was nicht zur Bausubstanz gehört, befreit werden.

Dazu ist oftmals eine Entrümpelung (ab 500,- Euro) und die Entfernung sperriger Einbauten, wie beispielsweise Heizungen und Einbauküchen, aber vor allem eine Entkernung notwendig. Bei der Entkernung werden die Schadstoffe von den wertvollen Gebäudebestandteilen getrennt und fachgerecht entsorgt.

Zu diesen Stoffen gehören zum Beispiel:

  • Asbest
  • PCB
  • Blei
  • Quecksilber

Je weniger Schadstoffe in Ihrem Haus verbaut wurden, desto günstiger wird es also für Sie.

Wenn diese Arbeitsschritte abgeschlossen sind, sollte von dem Haus nur noch der Rohbau übrig sein.

Bevor die schweren Maschinen für den Abriss anrücken, sollten Sie das Grundstück entsprechend vorbereitet haben. Klären Sie, ob der Boden ausreichend tragfähig ist, und ob genügend Platz vorhanden ist. Eventuell müssen Sie den Untergrund präparieren lassen oder ein paar Bäume fällen.

Vergessen Sie auch nicht – falls erforderlich – rechtzeitig eine Straßensperrung zu beantragen. Inklusive Antrag kostet diese rund 300,- Euro.

Hilfe, Asbest!

Findet der Sachverständige bei der Überprüfung Asbest, wird es für Sie ganz schön teuer. Bis zu 100.000,- Euro kann der Abriss eines asbestverseuchten Hauses kosten. Je eher die Kontaminierung festgestellt wird, desto besser. Teilweise ergeben sich so Preisunterschiede von mehreren zehntausend Euro!

Um Asbest zu entfernen, müssen Sie Spezialisten anfordern, die die Arbeiten unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen durchführen. Diese ziehen sich oft wochenlang hin.

Übersicht über die Kosten zur Entfernung von Asbest

LeistungPreis
Entfernung von Asbest30,- bis 35,- Euro pro Quadratmeter
Entsorgung von Asbest100,- bis 300,- Euro pro Tonne
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Kosten für den eigentlichen Abriss des Hauses

Der Abriss des übriggebliebenen Rohbaus macht den größten Kostenanteil aus. Je nach örtlicher Gegebenheit wird dazu eine Abrissbirne, ein Bagger oder anderes schweres Gerät genutzt. Teilweise sind auch Sprengungen möglich.


Befindet sich das Objekt in einem dicht bebauten Gebiet, wird selbstverständlich vorsichtiger vorgegangen. Ein systematischer Rückbau des Gebäudes von oben nach unten ist jedoch auch etwas teurer. 

Grundsätzlich können Sie für den reinen Abriss mit Kosten zwischen 50,- bis 100,- Euro pro Quadratmeter rechnen.

Kosten für abschließende Erdarbeiten

In diesem Arbeitsschritt wird zunächst der Keller, sofern vorhanden, ausgebaggert. Anschließend wird das entstandene Loch mit Schotter, Kies oder Erde aufgefüllt und verdichtet. Soll an der Stelle des Abrisses ein neues Haus entstehen, muss ein Zertifikat über die Verdichtung erstellt, sowie ein neues Fundament gelegt werden.

Die durchschnittlchen Kosten für diesen Arbeitsschritt liegen zwischen 30,- bis 35,- Euro pro Quadratmeter des ehemaligen Hauses.

Teilweise ist es möglich, Entsorgungskosten zu sparen, indem Sie das Loch mit geschreddertem Bauschutt auffüllen. Dafür müssen Sie jedoch zuerst eine Genehmigung einholen. Für diese und die Nutzung des Schredders fallen mehrere tausend Euro an.

Kosten für die Entsorgung des Bauschutts

Zu guter Letzt müssen die Überreste Ihres Hauses noch entsorgt werden.


Falls noch nicht geschehen, wird der gemischte Bauschutt jetzt in die folgenden Kategorien sortiert:

  • behandeltes und unbehandeltes Holz
  • Metalle
  • Bauschutt
  • Müll und Sondermüll

Bestand das Gebäude hauptsächlich aus natürlichen Materialien wie unbehandeltem Holz oder Ziegel, ist die Baustoffbeseitigung günstiger. Enthält der Schutt jedoch Stoffe wie Asbest, Glaswolle, für den Außenbereich behandeltes Holz oder Giftstoff-haltiges Styropor, können sich die Kosten leicht verdreifachen.

Trotzdem sollten Sie nicht versuchen, Schadstoffe im Bauschutt “unterzumogeln”. Verstöße gegen die jeweiligen Verordnungen ziehen hohe Geldstrafen nach sich.

Für diesen letzten Schritt sollten Sie 20,- bis 30,- Euro pro Quadratmeter einplanen.

Zum besseren Verständnis hier ein Praxisbeispiel:

Laura und Max haben ein Grundstück gekauft und möchten gern ein Haus bauen. Da sich auf dem Grundstück allerdings schon ein Haus befindet, müssen sie dieses zuerst abreißen lassen.

Das Haus hat eine Fläche von 200 Quadratmetern und das Volumen liegt unter 300 Kubikmetern, weshalb Laura und Max den Abriss nicht beim Bauamt melden müssen.

Ein Sachverständiger übernimmt die Voruntersuchung und findet zur großen Erleichterung des Pärchens keinen Asbest. Für diese Untersuchung zahlen die beiden 1.800,- Euro.

Bevor der eigentliche Abriss starten kann, müssen zunächst die Versorgungsleitungen des Hauses getrennt werden. Das ist in diesem Fall kostenfrei.

Allerdings müssen auf dem Grundstück zwei Bäume gefällt werden, damit die schweren Maschinen Platz finden. Inklusive der Entsorgung kostet das 700,- Euro. Da das Haus längere Zeit leer stand, muss nicht viel entrümpelt werden und die Kosten dafür sind mit 800,- Euro für ein ganzes Haus relativ niedrig. Für die Entkernung zahlen Max und Laura weitere 3.000 Euro.

Zu guter Letzt organisiert Laura noch die Sperrung der Straße für die Dauer des Abrisses, welche 300,- Euro kostet. Die Gesamtkosten der Vorarbeiten betragen also 4.800,- Euro.

Der eigentliche Abriss kostet 12.000,- Euro. Die Kosten für die abschließenden Erdarbeiten betragen 6.500,- Euro. Das Laura und Max an Ort und Stelle ein neues Haus bauen möchten, lassen sie sich auch gleich ein Zertifikat über die Verdichtung ausstellen und ein neues Fundament legen.

Abschließend muss der ganze Bauschutt noch entsorgt werden. Den Abtransport und die Entsorgung lassen die beiden von der Abrissfirma durchführen. Diese berechnet ihnen dafür 3.500,- Euro.

Insgesamt zahlen Laura und Max 28.600,- Euro.

Planung und Voruntersuchung des Objekts

Bevor mit dem Abriss begonnen werden kann, müssen einige Formalitäten geklärt werden. Besonders wichtig ist die Anmeldung des Abrisses beim zuständigen Bauamt. Dieses entscheidet, ob weitere Genehmigungen nötig sind. Besonders wichtig ist das, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Übrigens: Für Gebäude, deren umbauter Raum kleiner als 300 Kubikmetern ist, müssen Sie den Abriss nicht anmelden.

Unterschreiben Sie auf keinen Fall irgendwelche Verträge, bevor Sie sämtliche Genehmigungen eingeholt haben!

Sie sollten auch sicherstellen, dass der geplante Abriss nicht zu Schäden an Nachbargrundstücken führt. Informieren Sie sich in diesem Zusammenhang umfassend über Ihre Rechte und Pflichten!

Möchten Sie zum Beispiel eine Doppelhaushälfte mit gemeinsamer Giebelwand abbrechen lassen, müssen Sie dem Nachbarn die entstandenen Schäden ersetzen. Außerdem müssen Sie gewährleisten, dass seine Wand sachgemäß verputzt und gegebenenfalls wärmegedämmt wird.

Bevor die Arbeiten beginnen können, wird die Statik des Gebäudes untersucht. Ein Sachverständiger prüft außerdem, ob im Haus schadstoffbelastete Materialien verbaut wurden. Diese müssen vor Abriss fachgerecht entfernt werden.

Denken Sie auch daran, die Baustelle zu sichern!

Wie kann man bei einem Hausabriss sparen? Gibt es Förderungen?

Wie bei jeder Dienstleistung gilt auch hier: Angebote vergleichen! Die Preise sind von Anbieter zu Anbieter verschieden und können sogar je nach Saison schwanken.

Achten Sie darauf, ob in dem Angebot ein Fixpreis angegeben wird. Teilweise behalten sich Abbruchunternehmen nämlich vor, die Kosten anzupassen, sodass Sie am Ende vielleicht viel mehr zahlen müssen, als Sie eingeplant hatten.

Sparen können Sie auch, indem Sie versuchen, einige Arbeiten selbst durchzuführen. Zum Beispiel könnten Sie selbst entrümpeln und versuchen Einrichtungsgegenstände und Bauelemente wie Türen, Fenster und Heizungen zu verkaufen. Auch Altmetall findet auf Schrottplätzen dankbare Abnehmer.

Wenn Sie zudem dafür sorgen, dass das Abriss-Unternehmen einfachen Zugang zur Baustelle hat und komplikationsfreies Arbeiten möglich ist, können Sie ebenfalls sparen.

Zwar gibt es für Privatpersonen keine direkten Förderungen von Gebäudeabrissen, aber Sie können von Baudarlehen der KfW profitieren. Dies setzt allerdings voraus, dass Sie vorhaben, auf dem Grundstück einen Neubau zu errichten.

Übrigens: Die Kosten für einen Abriss und die Entfernung von Schadstoffen wie Asbest, sind als “außergewöhnliche Belastung” steuerlich absetzbar.

Sie sind sich noch nicht ganz sicher, ob Sie nicht doch lieber sanieren wollen? Was das kostet, erfahren Sie hier.

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