Was kostet ein Heizkörperwechsel?

Sind die alten Heizkörper undicht, zu ineffizient oder eignen sich nicht für ein neues Energiesystem, so sollten sie umgehend ausgetauscht werden.

Geübte Heimwerker können einen neuen Heizkörper schnell selbst montieren und zahlen hier nur zwischen 50,- Euro für besonders günstige, kleine Objekte und 300,- Euro für größere Heizkörper. Diese Preise gelten für Produkte mit Standardmaßen.

Beauftragen Sie einen Handwerker, sollten Sie zusätzlich zu den Materialkosten einen Stundenlohn von etwa 60,- Euro einplanen.

Kostenfaktoren beim Heizkörperwechsel

Kosten von Heizkörpern

In den Baumärkten sind in der Regel nur Geräte mit Standardabmessungen und genormten Nabenabständen erhältlich.

Bei besonderen optischen Ansprüchen oder ungewöhnliche Abmessungen beziehungsweise Anschlüssen müssen Sie daher mit höheren Preisen rechnen. Markenhersteller wie Buderus oder ECA bieten für etwas mehr Geld eine gute Qualität und haben auch Geräte mit Sondermaßen im Sortiment.

Heizkörper mit Sondermaßen oder in speziellen Designs kosten ab 450,- bis 1.000,- Euro pro Stück. Passende Heizkörper können Sie im Baumarkt, im Fachhandel oder im Internet erwerben.

Die folgende Übersicht gibt Ihnen einen Überblick über Preise verschiedener Heizkörper-Typen.

Kostenübersicht Heizkörper:

Art des Heizkörpersungefähre Kosten
(variieren je nach Größe und Nabenabstand)
Montageca. 60,- Euro pro h
Kompaktheizkörper Typ 1280,- bis 180,- Euro
Kompaktheizkörper Typ 22100,- bis 200,- Euro
Kompaktheizkörper Typ 33150,- bis 300,- Euro
Röhrenheizkörper80,- bis 110,- Euro
Design-Heizkörper/
Heizkörper mit Sondermaßen
450,- bis 1.000,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Tipp: Kaufen Sie keine zu billigen Geräte und achten Sie vor allem auf eine entsprechende Qualität bei der Verarbeitung. Schmutz oder Kalkablagerungen im Inneren können den Durchfluss des Wasser beeinträchtigen, was energieeffizientes Heizen nahezu unmöglich macht.

Hier gilt also: Lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und dafür an den Betriebskosten durch energieeffizientes Heizen sparen.

Entsorgen können Sie Ihre alten Heizkörper beim Schrotthändler, der Ihnen oftmals sogar ein paar Euro dafür zahlt. Suchen Sie am besten im Internet oder in regionalen Tageszeitungen nach Anzeigen von Schrottsammlern.

Haben Sie keinen Schrotthändler in Ihrer Nähe gefunden, so können Sie die Heizkörper (oftmals gegen ein geringes Entgelt) beim örtlichen Wertstoffhof abgeben.

Handwerkerkosten

Wollen oder können Sie den Heizkörper nicht selbst montieren, so sollten Sie fachmännische Hilfe in Anspruch nehmen. Auch wenn nicht nur ein Heizkörperwechsel ansteht, sondern mehrere Geräte ausgetauscht werden müssen, sollte ein Fachbetrieb engagiert werden.

Bild von Heizkörperregler

Hierbei haben Sie den Vorteil, dass die Installation von einem Fachmann übernommen wird und Sie den Gewährleistungsanspruch des Betriebs wahrnehmen können. Zudem kann auch hydraulischer Abgleich der Heizkörper erfolgen.

Pro Heizkörper beträgt der Arbeitsaufwand etwa 30 Miuten. Für Montage und Installation sollten Sie etwa 25,- bis 35,- Euro pro Heizkörper einplanen, beziehungsweise durchschnittlich 60,- Euro pro Stunde.

Unser Tipp: Mit dem nachfolgenden Formular (*) können Sie kostenfrei und unverbindlich Angebote von Dienstleistern aus Ihrer Region einholen. So erhalten Sie vorab einen guten Kostenüberblick. Sollte am Ende keines der Angebote zusagen, ist das auch in Ordnung und für Sie dennoch kostenfrei. Klicken Sie dazu einfach auf den roten Button "Angebote erhalten"!

Staatliche Förderungen

Bei der Modernisierung Ihrer Heizungsanlage können Sie unter Umständen auf Förderungen der KfW oder des BAFA zurückgreifen.

Mit dem Programm 430 fördert die KfW Umbauten zum Energieeffizienzhaus mit Übernahme von 30 Prozent der Umbaukosten (maximal 30.000 Euro). Im Zuge dieses Programmes können auch Einzelmaßnahmen am Heizungssystem mit 15 Prozent Kostenübernahme (maximal 7.500,- Euro) gefördert werden.

Mehr zu den Konditionen erfahren Sie hier.

Alternativ können mit dem Programm 151/152 Kredite in Höhe von bis zu 50.000,- Euro mit einem Sollzins von 0,75 Prozent für Einzelmaßnahmen beantragt werden. Dabei erhalten Sie einen Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent der Darlehenssumme, maximal 3.750,- Euro.

Mehr zu den Konditionen erfahren Sie hier.

Übrigens: Um einen Zuschuss der KfW zu erhalten, müssen Sie alle Anträge inklusive Kostenvoranschlag vor Baubeginn einreichen. Außerdem ist die Beratung durch einen zertifizierten Energieberater verpflichtend.

Auch das BAFA fördert den Umbau zu energieeffizienten Heizanlagen. Gefördert werden neue Pumpsysteme (mit 30 Prozent der Umbaukosten), hydraulischer Abgleich oder die Umstellung auf regenerative Energiesysteme.

Die konkreten Fördersummen können je nach Heizungsart variieren. Im Allgemeinen liegen sie zwischen 500,- und 4.500,- Euro. Ausführliche Informationen erhalten Sie hier.

Sollte weder eine Förderung durch KfW noch BAFA für Sie in Frage kommen, können Sie gegebenenfalls von Förderungen Ihrer Gemeinde profitieren. Außerdem können Sie die Handwerkerkosten des Heizkörperwechsels von der Steuer absetzen.

Wann sollte ein Heizkörperwechsel durchgeführt werden?

Zeitlich eignet sich natürlich am besten die warme Jahreszeit für einen Austausch, da hier bei eventuell auftretenden Problemen auch auf die Heizleistung verzichtet werden kann.

Die häufigsten Defekte von Heizungen sind:

  • Der Heizkörper heizt nicht oder wird nicht vollständig warm.
  • Der Heizung lässt sich nicht abstellen.
  • Der Heizkörper tropft.
  • Der Heizkörper macht Geräusche.

Nicht bei allen diesen Problemen ist sofort ein Heizkörperwechsel notwendig. Anzeichen dafür, dass Sie einen Heizkörper wechseln sollten, sind:

  • Der Heizkörper hat Rost angesetzt.
  • Der Heizkörper ist undicht.
  • Der Heizkörper ist ungeeignet für eine Umstellung auf erneuerbare Energien wie zum Beispiel Wärmepumpe oder Solarthermie. (Tipp: Hier lohnt sich die Anschaffung einer Fußbodenheizung.)
  • Der Heizkörper ist sehr alt und verwirbelt sehr viel Staub, sodass nicht nur Allergiker Probleme mit dem Raumklima bekommen.
  • Die Heizkosten sind zu hoch.
  • Die Heizleistung wird durch Ablagerungen von Kalk und Verunreinigungen im Inneren beeinträchtigt.

Die eigenständige Montage

Für geübte Heimwerker stellt der Austausch an sich kein Problem dar. Die Heizungsanlage muss dazu natürlich zunächst ausgeschaltet werden.

Ist der Wasserstand gesenkt worden, drehen Sie den Vorlauf des Heizkessels ab und schließen das Ventil des Thermostats.
Wenn es möglich ist, sollten Sie auch den Rücklauf abdrehen.
Öffnen Sie nun das Lüftungsventil.

Ist der alte Heizkörper komplett entleert, demontieren Sie das alte Gerät mithilfe einer Wasserpumpenzange. Um Rückstände aufzufangen, stellen Sie am besten ein flaches Gefäß unter.

Bild von Heizkörpermotage

Anschließend bauen Sie den neuen Heizkörper ein und installieren die Anschlüsse. Nun müssen Sie nur noch das Thermostatventil und gegebenenfalls den Rücklauf öffnen.

Füllen Sie nun die Heizungsanlage wieder mit Wasser auf und entlüften Sie den Heizkörper.

Achten Sie beim Aufbau genau auf die Anschlüsse und Verschraubungen und ziehen Sie gegebenenfalls an undichten Stellen nach.

Wichtig ist noch, dass Sie den Heizkörper nach der Montage ein paar Stunden im Auge behalten, um bei Bedarf eine erneute Entlüftung durchzuführen oder weiteres Wasser aufzufüllen.

Wechsel des Thermostats

Heizt Ihre Heizung nur schwach oder lässt sich nicht vollständig abschalten, kann das unter Umständen an einem defekten Thermostat liegen.

Achtung! Heizungsthermostate sind nicht genormt. Die Modelle können sich daher erheblich unterscheiden. Am besten nehmen Sie Ihr altes Thermostat mit in den Fachmarkt. Die Mitarbeiter können Ihnen ein Modell empfehlen, das mit Ihrer Anlage kompatibel ist.

Ein neues Thermostat kostet zwischen 10,- und 30,- Euro. Handelt es sich um ein Funkthermostat oder ein smartes Gerät, beginnen die Preise bei 50,- bis 80,- Euro, können aber durchaus 250,- Euro übersteigen.


Um das Thermostat zu wechseln, müssen Sie es zunächst auf die höchste Stufe stellen. Lösen Sie anschließend die Verbindung vorsichtig mit einer Zange. Meist handelt es sich um einen Schraubring.

Nun können Sie das Thermostat abnehmen. Ist eine Sperre eingebaut, einmal kräftig ziehen.

Überprüfen Sie jetzt unbedingt den Ventilstift. Ist dieser blockiert und lässt sich nicht nach innen drücken, dann ist nicht das Thermostat beschädigt, sondern das Heizungsventil!

Abschließend können Sie das neue Thermostat einbauen. Achten Sie darauf, es ebenfalls auf die höchste Stufe einzustellen und ziehen Sie den Schraubring wieder fest.

Haben Sie ein Funkthermostat, müssen Sie natürlich auch die zugehörigen Anlagen tauschen.

Was Sie beim Heizkörperwechsel beachten sollten

Wichtig ist vor allem, darauf zu achten, dass der Austauschheizkörper dieselben Abmessungen und Anschlüsse aufweist, wie der ursprüngliche Heizkörper.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen gleichseitigem und wechselseitigem Anschluss. Das bedeutet, Vor- und Rücklauf befinden sich entweder auf derselben oder jeweils einer Seite des Heizkörpers.

Seltener sind Mittenanschlüsse mit Einrohrventil an der Unterseite des Heizkörpers.

Bei wechselseitigen Anschlüssen kann weiter unterteilt werden in hängenden (Vor- und Rücklauf oben) und reitenden (Vor- und Rücklauf unten) Anschluss.

Aus energietechnischer Sicht nehmen sich gleichseitige und wechselseitige Anschlüsse nicht viel. Lediglich bei einigen Typen reitender Anschlüsse kann ein vergleichsweise höherer Energieverbrauch festgestellt werden.


Um den passenden Ersatzheizkörper zu finden, messen Sie die Anschlüsse genau aus und merken Sie sich die genaue Modellbezeichnung des alten Geräts.

Hier kommt es vor allem auf den Nabenabstand an. Dies ist der Abstand zwischen Vor- und Rücklauf. Notfalls können Sie im Fachgeschäft passende Adapter dazukaufen.

Lassen Sie sich am besten beraten, um das Risiko von unnötigen Umbaumaßnahmen zu verringern. Ein Fachmann kann Sie womöglich auch auf passende Geräte aufmerksam machen, die Sie noch gar nicht im Blick hatten.

Betrachten Sie aber vor allem bei Geräten, die nicht den Standardabmessungen entsprechen, die Kosten im Vorfeld und vergleichen Sie: Lohnt Sie der Kauf eines passgenauen Heizkörpers? Oder sind die Kosten für einen kleinen Umbau zur Veränderung der Anschlüsse geringer?

Einrohrheizung und Zweirohrheizung – Das Wichtigste im Überblick

Wie der Name schon sagt, besteht der Unterschied zwischen Ein- und Zweirohrheizungen in der Art der Wasserleitungen.

Beim Zweirohrsystem werden Warm- und Kaltwasser über zwei separate Leitungen zugeführt beziehungsweise abtransportiert. Jeder Heizkörper ist einzeln an diese Leitungen angeschlossen, sodass die Temperaturregulierung individuell erfolgen kann.

Beim Einrohrsystem sind alle Heizkörper “reihengeschaltet”. Es ist hauptsächlich bei Heizungsanlagen aus den 70er und 80er Jahren anzutreffen.

Das Warmwasser fließt der Reihe nach durch die einzelnen Heizkörper. Dabei kühlt sich die Wassertemperatur graduell ab, da das kältere Wasser nicht in ein separates Rohrsystem abgeleitet wird, sondern in derselben Leitung verbleibt und in den nächsten Heizkörper strömt.

Das Abschalten oder Herunterregeln einzelner Heizkörper wirkt sich somit auf den gesamten Heizkreislauf aus. Unter Umständen können nachfolgende Heizkörper nicht mehr mit Warmwasser versorgt werden oder strahlen übermäßig Wärme aus, da die Wärmeverteilung nicht mehr gleichmäßig erfolgen kann.

Bei älteren Modellen verfügen die Heizkörper unter Umständen gar nicht über ein Thermostat, sondern lediglich einen An- und Ausschalter. Durch den Einbau bestimmter Ventile ist aber auch bei Einrohrheizungen die Temperaturregelung durch Thermostat möglich.

Beim Heizkörperwechsel im Einrohrsystem empfehlen wir Ihnen, fachmännische Beratung hinzuzuziehen. Gegebenenfalls können sich Veränderungen im System negativ auf die Wärmeverteilung auswirken. Das gilt insbesondere, wenn Heizkörper hinzugefügt werden.

Ein Experte kann Ihnen außerdem helfen, das Einrohrsystem energetisch sparsamer zu gestalten.

Unser Tipp: Mit dem nachfolgenden Formular (*) können Sie kostenfrei und unverbindlich Angebote von Dienstleistern aus Ihrer Region einholen. So erhalten Sie vorab einen guten Kostenüberblick. Sollte am Ende keines der Angebote zusagen, ist das auch in Ordnung und für Sie dennoch kostenfrei. Klicken Sie dazu einfach auf den roten Button "Angebote erhalten"!

Keine Lust mehr auf hohe Heizkosten? Was eine Innendämmung kostet, erfahren Sie hier.

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