Was kostet ein Hörgerät?

Von etwa 16 Hertz bis maximal 20.000 Hertz reicht der Hörbereich des menschlichen Ohres in jungen Jahren. Im Laufe des Lebens nimmt dieser ab, ein Hörgerät kann die Hörleistung nachweislich wieder verbessern. Dabei ist die Anschaffung einer Hörhilfe meist sehr kostspielig. Welche Kosten auf Sie zukommen, haben wir zusammengefasst.

Einleitend lässt sich sagen, dass der Preis zur Anschaffung eines Hörgerätes meist zwischen 500,- und 5.000,- Euro liegt. Zieht man die Kassenleistung ab, kommt man jedoch auf reale Kosten zwischen 10,- und 2.500,- Euro. Hörgeräte mit besonderer Ausstattung  können noch deutlich teurer sein.

Arten und Kostenfaktoren von Hörgeräten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Kategorien (die Preise beziehen sich auf die notwendige Zuzahlung):

  • Basisgeräte, deren Eigenanteil zwischen 10,- und 500,- Euro liegt,
  • Mittelklasse-Geräte, bei denen Sie zwischen 500,- und 1.500,- Euro zuzahlen müssen,
  • sowie Oberklasse-Geräte, bei denen Sie nach Abzug des Krankenkassenzuschusses 1.500,- bis 2.500,- Euro zahlen.

Die Preisunterschiede kommen durch den unterschiedlichen Leistungsumfang der Hörgeräte zustande. So können Basisgeräte durch digitale Klangverarbeitung eine gute Lösung für Menschen bieten, die sich hauptsächlich Zuhause aufhalten, während Mittelklasse und Oberklasse Geräte erweitertes Hörverständnis im Freien sowie in vollen Räumen (z.B. Theater oder Restaurant) ermöglichen.

Teurere Geräte bieten meist räumliches Hören und Windgeräuschunterdrückung und lassen sich gegebenenfalls mit Hilfe von Bluetooth mit Ihrem Handy, Festnetz und Fernseher verbinden. Bei Hörgeräten, welche Tinnitus-geeignet sind, ist ebenfalls mit höheren Kosten zu rechnen.
Weitere Unterschiede im Preis entstehen bei der Wahl des Hörgerät-Aufbaus. Es wird zwischen Hinter-dem-Ohr und In-dem-Ohr Hörgeräten unterschieden.



Die kleineren und nahezu unsichtbaren In-dem-Ohr Hörgeräte sind meist teurer, da sie die gleiche Technik auf weniger Platz verbaut haben. Nachteil ist hier jedoch, dass sie nur kleine Batterien fassen, welche häufiger ausgetauscht werden müssen. Zudem können schwere Hörschäden schlechter ausgeglichen werden.

Hinter-dem-Ohr Hörgeräte sind zwar sichtbar, die Farbe wird aber an die Haarfarbe angepasst. Sie haben mehr Batterieleistung und können größere Hörschäden besser ausgleichen. Zusätzlich gibt es auch Tochlea-Implantate, am Schädelknochen hinter dem Ohr befestigt werden.
Welches Hörgerät für Sie infrage kommt, erfahren Sie  bei Ihrem Hörakustiker oder HNO-Arzt.

Generell setzen sich die Kosten für Hörgeräte aus der Beratung zur Auswahl, dem Verkauf und der korrekten Einstellung und Anpassung zusammen. Bei verschiedenen Hörakustikern kann deshalb ein abweichender Preis für dasselbe Hörgerät entstehen.

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie noch einmal die Anschaffungskosten für verschiedene Hörgeräte als Übersicht:

Art des HörgerätsEigenanteil
Basisgerät10,- bis 500,- Euro
Mittelklasse-Gerät500,- bis 1.500,- Euro
Oberklasse-Gerät1.500,- bis 2.500,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Fortlaufende Kosten für Pflege und Instandhaltung

Da Hörgeräte meist sehr teuer sind, empfiehlt es sich eine Versicherung abzuschließen, die im Falle eines Verlusts oder eines Defektes für den Ersatz haftet.
Eine solche Versicherung kann direkt beim Vertrieb oder einer externen Versicherung angefragt werden. Der jährliche Beitrag liegt häufig bei um die 50,- Euro. In den meisten Fällen wird jedoch nur ein Teil der Kosten für Reparatur oder Ersatz übernommen.

Anfallende Kosten durch Reparatur oder Wartung können auch von der gesetzlichen Krankenkasse mit 125,- Euro bezuschusst werden (mehr dazu im folgenden Kapitel).



Wichtig: Die Kosten für den Batteriewechsel bei Hörgeräten sollte man nicht unterschätzen! Je nach Hörgerät hält eine Batterie zwischen 4 und 14 Tagen. Ein Batterie-Blister mit 6 Stück kostet zwischen 5,- und 10,- Euro und ist in Drogerien, Apotheken und auch im Internet erhältlich. Je nach Verkaufsort können die Preise auch bis zu 50% günstiger sein.

Außerdem notwendig ist der regelmäßige Austausch des Cerumenfilters, welcher das Hörgerät vor Ohrschmalz schützt. Diesen sollte man einmal im Monat wechseln, die Kosten belaufen sich auf 1,- bis 1,50 Euro pro Filter.

Die Reinigung und Pflege des Hörgeräts ist äußerst wichtig, um für einen langen Erhalt des Geräts zu sorgen. Trockenkapseln, die über Nacht in die Hörgerät-Dose gelegt werden, helfen das Hörgerät trocken zu halten. Auch sie kosten zwischen 1,- und 1,50 Euro und sollten monatlich gewechselt werden.

Ein Hörgerät kann schnell hohe Kosten verursachen. Bei bis zu 6 Jahren Nutzungsdauer lohnt sich jedoch eine Investition in ein passendes Gerät sowie die notwendige Pflege.

Übersicht über die laufenden Kosten für ein Hörgerät

Kostenfaktorungefähre Kosten
Versicherung40,- bis 60,- Euro im Jahr
Batterien5,- bis 10,- Euro pro Blister (á 6 Stück)
Cerumenfilter1,- bis 1,50 Euro pro Filter (und Monat)
Trockenkapseln1,- bis 1,50 Euro pro Kapsel (und Monat)
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Bild von Frau mit Hörgerät

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Über 2.000 verschiedene Hörgeräte lassen sich auf dem deutschen Markt finden. Wie kann man hier eine Auswahl treffen? Für viele Menschen spielt die Preisfrage deshalb eine entscheidende Rolle.
Hier können Patienten erst einmal aufatmen. Die gesetzliche Krankenkasse ist verpflichtet ein Hörgerät bis zu einem Betrag von 784,94 Euro bei Hörverlust zu übernehmen. Wenn Sie ein Basishörgerät für rund 500,- Euro erwerben, haben Sie dennoch einen gesetzlichen Eigenanteil von 10,- Euro zu zahlen.

Um die Kosten erstattet zu bekommen, ist jedoch ein ein ohrenärztliche Verordnung erforderlich. Es muss ein Hörverlust von mindestens 30 Dezibel gegenüber dem besser hörenden Ohr festgestellt werden. Die Hörleistung (fachlich: Diskrimination) muss demnach bei Zimmerlautstärke unter 80% betragen.

Bezahlt werden Basishörgeräte, den Aufpreis für Hörgeräte mit mehr Leistungsumfang müssen Patienten selber tragen. Der Eigenanteil zum Hörgerät bis zu 2.500,- Euro betragen.

Lassen Sie sich von Ihrem Hörakustiker oder HNO-Arzt einen Kostenvoranschlag erstellen und senden Sie diesen zu Ihrer Krankenkasse. Erst nach der Bestätigung zur anteiligen oder vollständigen Kostenübernahme können Sie das Gerät bestellen.

Weitere Kosten und deren Erstattung

Zusätzlich zu den Anschaffungskosten kommen noch Wartungs- und Reparaturkosten. Die gesetzliche Krankenkasse deckt diese mit einer Pauschale von 125,- Euro ab.

Bei Anschaffung eines zweiten Gerätes erfolgt meist ein Abschlag von 20% durch die Krankenkasse, weitere Kosten müssen eigenständig getragen werden. Die Nutzungsdauer für ein Gerät liegt bei etwa 6 Jahren, wenn dann ein neues Gerät angeschafft wird, haben Sie wieder den vollen Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse.

Der Festbetrag zur Zuzahlung ist bei an Taubheit grenzenden Schwerhörigen geringfügig höher und liegt bei 840,- Euro.

Bei Privatversicherten werden in der Regel mindestens die Kosten für ein Basisgerät übernommen. Jedoch ist kein pauschaler Festbetrag gesetzlich vorgeschrieben. Sie erhalten die Erstattung nach individuellen Vereinbarungen mit Ihrer privaten Krankenversicherung.
Wenn ein Hörgerät aus beruflichen Gründen z.B.: als Musiker nötig wird, können die Kosten auch von der Rentenversicherung getragen werden.

Sollte Ihre gesetzliche Krankenkasse die Bezuschussung zu einem Hörgerät verweigern, obwohl es nötig ist, kann Widerspruch eingelegt und sogar geklagt werden.

Hinweis: Hörgerät von der Steuer absetzen
Sie können sich gegebenenfalls einen Teil der Kosten für Ihr Hörgerät als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen lassen. Das bedeutet, dass Kosten von der Steuer abgesetzt werden können, wenn Sie höhere Aufwendungen tätigen müssen, als andere Bürger. Ein Hörgerät wird von den Finanzämtern in der Regel anerkannt.

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