ÜBER KOSTENBLICK.DE
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber seit dem Jahr 2017. Auf kostenblick.de erklären wir zusammen mit geprüften Experten aus verschiedensten Lebensbereichen, welche Kosten normal sind. Alle Neugierigen erfahren hier mehr über das Projekt und die Geschichte dahinter!

Was kostet ein Piercing?

Das Wichtigste im Überblick
  • Ein Piercing stechen zu lassen, kostet zwischen 10,- und 170,- Euro.
  • Der Preis für ein Piercing setzt sich zusammen aus den Kosten für den Erstschmuck, Pflegemittel und natürlich dem Stechen an sich. Die Kosten variieren aber auch je nach der Körperregion und der Schwierigkeit des Piercens.
  • Achten Sie auf die Seriosität des Piercingstudios, die Qualität des Schmucks sowie gute Nachsorge.
  • Enstehen infolge des Piercens medizinische Komplikationen, müssen Sie die Behandlungskosten unter Umständen zumindest teilweise selbst tragen.

Etwa 5 Millionen Deutsche tragen ein Piercing. Dabei sind Frauen häufiger gepierct als Männer.

Je nach Art, Material und Design kostet der Piercingschmuck zwischen 2,- und 35,- Euro. Nach oben sind allerdings keine Grenzen gesetzt.

Die günstigste Piercing-Variante ist das Piercen des Ohrläppchens. Hier rechnen Sie mit Kosten zwischen 10,- und 25,- Euro.

Die gängigen Regionen für ein Piercing sind:

  • Augenbrauen
  • Nase
  • Ohr (Ohrmuschel und Ohrläppchen)
  • Wangen
  • Mundraum (Oberlippe, Unterlippe und Zunge)
  • Oberflächenpiercings in der Haut
  • Brustwarzen
  • Bauchnabel
  • Intimbereich

Am meisten schwanken die Preise bei den Intimpiercings, da sich hier je nach Körperstelle die Schwierigkeit stark unterscheidet. Bis zu 170,- Euro können Sie hier bezahlen.

Folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die Kosten eines Piercings je nach Körperregion:

Übersicht über Kosten verschiedener Piercings

Bezeichnungungefährer Preis
Augenbrauenpiercing40,- bis 70,- Euro
Bauchnabelpiercing20,- bis 70,- Euro
Brustwarzenpiercing40,- bis 70,- Euro
Haut- bzw. Oberflächenpiercing (z.B. Microdermal)30,- bis 80,- Euro
Intimpiercing30,- bis 170,- Euro
Lippenpiercing (z.B. Racoon, Medusa, Madonna, Labret)20,- bis 80,- Euro
Nasenpiercing (z.B. Septum, Nostril, Bridge)15,- bis 60,- Euro
Ohrläppchenpiercing (Ohrloch)10,- bis 25,- Euro
Ohrpiercing (z.B. Helix, Tragus, Industrial)20,- bis 80,- Euro
Zungenpiercing40,- bis 70,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Lassen Sie sich das Piercing am besten in einem professionellen Piercingstudio stechen. Manche Piercings können auch von Juwelieren geschossen werden.

Dies ist meist günstiger als das Piercen, aber auch gesundheitlich bedenklicher, da ein Juwelier zum einen kein ausgebildeter beziehungsweise zertifizierter Piercer ist und zum anderen die zum Schießen verwendeten Pistolen nie zu 100% steril sind.


Wagen Sie außerdem keine Selbstversuche. Auch hier gehen Sie ein hohes gesundheitliches Risiko ein.

Um das richtige Piercingstudio zu finden, orientieren Sie sich an Zertifikaten und Erfahrungsberichten. Schauen Sie auch, ob das Studio eine umfassende Nachbetreuung bei eventuellen Verletzungen anbietet.

Zum Stechen eines Piercings müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein. Ist eine erziehungsberechtigte Person anwesend und stimmt dem Vorgang zu, ist das Piercen auch schon ab 14 Jahren erlaubt.

Ablauf des Piercens

Vor der Piercen werden Sie über den Ablauf, die möglichen Risiken und die passende Pflege des Piercings beraten. Anschließend erhalten Sie einen Vertrag, indem sich der Piercer vor möglichen Anzeigen absichert.

Genau genommen ist das Stechen eines Piercings nämlich Körperverletzung, da der Piercer in der Regel kein Arzt ist. Daher müssen Sie schriftlich in das Piercen eingewilligt haben.

Anschließend wird die zu piercende Stelle sterilisiert, exakt markiert und dann mit einer Zange fest fixiert. Nun wird das Piercingloch mit einer Hohlnadel gestochen. Diese Nadel wird dann abgezwickt und herausgezogen.

Bild von Stechen eines Lippenpiercings

In der Haut verbleibt eine Plastikkanüle, die anschließend mit dem Erstschmuck ersetzt wird. Danach wird die Kugel auf das Piercing geschraubt und das Piercing ist fertig. Der Erstschmuck sollte aus hochwertigem Material bestehen, beispielsweise nickelfreie Titan-, Gold- oder Stahllegierungen mit dem Label „implant grade“.

Nun bekommen Sie noch Hinweise zur Pflege, zu späterem Schmuck und den Pflegemitteln. Die Heildauer unterscheidet sich je nach Piercing. Bis es abgeheilt ist, kann es zwischen einer Woche und 6 Monaten dauern. Informieren Sie sich dazu genauer bei Ihrem Piercingstudio.

Piercings in Knorpelgewebe (zum Beispiel Nasenflügel) haben prinzipiell eine längere Abheilzeit als beispielsweise ein Ohrloch oder ein Augenbrauenpiercing.

Tipps für nach dem Stechen

Nach dem Piercen können leichte Schwellungen, Blutungen oder Rötungen auftreten. Sind diese sehr stark beziehungsweise werden trotz aufmerksamer Pflege nicht besser oder weisen Zeichen einer Infektion auf, suchen Sie umgehend einen Arzt auf oder melden Sie sich in Ihrem Piercingstudio.

Wichtig! Entfernen Sie den Erstschmuck auf keinen Fall während des Abheilens. Der Stichkanal kann ansonsten sehr schnell wieder zuwachsen und das Piercing kann ohne erneutes Stechen nicht mehr eingesetzt werden.

Lassen Sie das Piercing, bis es völlig abgeheilt ist, möglichst nicht in Berührung mit möglichen Infektionsquellen kommen, wie Körperflüssigkeiten, Schmutz, Kosmetika oder Kleidung. So beugen Sie Entzündungen vor.

Bei Piercings am Körper (z.B. Bauchnabelpiercing) sollten Sie das Piercing mit einem Wundverband abdecken und mehrmals desinfizieren, da es mit Schweiß oder Schmutz in Berührung kommen kann.


Decken Sie das Piercing auch nachts und beim Sport ab und wenn Sie sich in großen Menschenansammlungen (z.B. Disco, Straßenbahn) aufhalten.

In den ersten 6 Wochen nach dem Stechen sollten Sie Sauna- und Solarium-Besuche vermeiden. Auch Vollbäder sollten bei vielen Piercings vorerst weggelassen werden.

Metall nimmt die Umgebungstemperatur sehr schnell an. Um Erfrierungen vorzubeugen, schützen Sie das Piercing vor allem im Winter vor Kälteeinfluss.

Das Piercing sollte mindestens 2 mal täglich desinfiziert und gereinigt werden. Reinigen Sie das Piercing erstmal nur mit Wasser ohne Seife. Trocknen Sie die Stelle nur mit einem Einmal-Handtuch ab.

Zusätzlich kann das Piercing mit 3-prozentigem Wasserstoffperoxid gereinigt werden. Zur antibakteriellen Pflege empfiehlt sich zudem das nachfolgende Produkt:

Zuletzt aktualisiert am 14.04.2020 um 13:01 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Bei Piercings im Mundraum sollten Sie in jedem Falle einige Zeit auf Alkohol und Rauchen verzichten. Bedenken Sie auch, dass einige Lippenpiercings und Zungenpiercings schlecht für den Zahnschmelz sein können. Lassen Sie sich dazu vorher ausführlich beraten.

Einige Materialien sind hier weniger schädlich als andere. Piercings im Mundraum sollten nach jedem Essen mit Mundspülung desinfiziert werden.

Übrigens: Während einer Schwangerschaft ist vom Stechen eines Piercings abzuraten. Aber auch bestehende Piercings herauszunehmen, ist empfehlenswert. Das gilt insbesondere für den Intimbereich. Aber auch an anderen Stellen besteht aufgrund des veränderten Hormonspiegels ein erhöhtes Risiko für Infektionen und allergische Reaktionen. Behelfen kann man sich, zumindest am Bauchnabel, mit speziellen Schwangerschafts-Piercings, die statt eines Metall- einen Kunststoffsteg haben. Die Kosten dafür liegen zwischen 5,- und 10,- Euro.
Stillen ist grundsätzlich auch bei Frauen mit einem Brustwarzenpiercing möglich. Allerdings sollte der Schmuck dazu herausgenommen werden. Jedoch besteht in Einzelfällen das Risiko von Infektionen, erhöhter Schmerzempfindlichkeit und Milchstau. Eine mögliche Ursache für Letzteres ist die Bildung von Narbengewebe in der Brustwarze.

Sollte Ihnen das Piercing irgendwann nicht mehr gefallen, wächst die Einstichstelle normalerweise nach einiger Zeit wieder zu, wenn Sie den Schmuck draußen behalten.

Allerdings entstehen dabei häufig kleine bis größere Narben, die besonders im Gesicht als störend empfunden werden. Dieses Narbengewebe kann chirurgisch entfernt werden, außer an Körperregionen mit Schleimhäuten (sprich im Mund, Intimbereich…).

Eine solche Behandlung ist selbst zu zahlen und kostet um die 300,- Euro.

Piercings wechseln

Prinzipiell können Sie Ihre Piercings selbstständig wechseln und austauschen. Gerade am Anfang beziehungsweise für den Erstwechsel empfiehlt es sich jedoch, nochmals das Piercingstudio aufzusuchen.

Ein Piercing sollte erst gewechselt werden, wenn die Wunde vollständig verheilt ist oder, wenn zwischenzeitlich die Stablänge angepasst werden muss. Letzteres sollte definitiv nur von einem Profi durchgeführt werden. 

Nötig ist das zum Beispiel bei Zungenpiercings und Lippenpiercings. Beim Erstschmuck ist die Stablänge immer länger als der Stichkanal, damit bei der anfänglichen Schwellung kein unnötiger Druck auf der Wunde lastet. Um den Heilungsprozess zu unterstützen wird die die Länge des Stabs zwischenzeitlich angepasst.

Beim eigenständigen Wechsel ist auf Keimfreiheit zu achten. Also sollten Sie vor dem Einsetzen  die Hände waschen und den Piercingschmuck desinfizieren. Üben Sie am besten vor dem Einsetzen ein paar mal, den Schmuck zu öffnen und zu schließen.

Tipp: Suchen Sie sich einen Platz, an dem die Teile nicht verschwinden, sollten sie beim Einsetzen herunter fallen. Denken Sie beispielsweise daran, den Stöpsel im Waschbecken zu verschließen, damit Ihr Stecker nicht versehentlich im Abfluss endet.

Bei der Wahl des Piercings ist auf die Güte des Materials, feine Oberflächenverarbeitung, die Art des Gewindes und die Qualität der Schmucksteinfassungen zu achten. Einen ausführlichen Ratgeber dazu finden Sie hier.

Von Bedeutung sind außerdem die beiden Milimeter-Angaben, die Sie bei der Schmuckbeschreibung finden. Die erste steht für den Durchmesser des Stabs beziehungsweise Ringes, die andere für die Gesamtlänge (oder Innendurchmesser bei Ringen) des Schmucks.

Rechtliche Regelungen bei Komplikationen

Ähnlich wie beim Tätowieren sollten Sie darauf achten, nur einen Profi an Ihren Körper zu lassen.

Entstehen Ihnen Schäden durch mangelhafte oder fehlerhafte Ausführung des Piercings oder werden unhygienische Geräte verwendet, haben Sie Anspruch auf Kostenrückerstattung und Schmerzensgeld. In Extremfällen können Sie sogar wegen fahrlässiger Körperverletzung Anzeige erstatten.

Doch selbst beim Stechen durch einen erfahrenen Piercer und guter Pflege können Komplikationen auftreten. Typisch sind z.B. Infektionen, Zahnschäden oder Risswunden.


Seien Sie jedoch bei einem Arztbesuch darauf vorbereitet, selbst einen Teil der Behandlungskosten übernehmen zu müssen, denn Piercen zählt ebenso wie Tätowieren oder Schönheits-OPs zu den “medizinisch nicht indizierten Eingriffen”.

Daraus resultierende Folgeerkrankungen fallen unter die Beschreibung: “Anderenorts klassifizierte Krankheit, für die der Verdacht besteht, dass sie Folge einer medizinisch nicht indizierten ästhetischen Operation, einer Tätowierung oder eines Piercings ist”.

Liegt eine solche Erkrankung vor, sind Ärzte seit 2008 verpflichtet, diesen Tatbestand an die zuständige Krankenkasse zu melden. Ebenso muss Ihr Arzt Sie darüber informieren, dass er diese Daten mit der Krankenkasse geteilt hat.

Die Krankenkasse entscheidet letztendlich auch, wie hoch Ihre Selbstbeteiligung ausfällt. Sie entscheidet ebenfalls darüber, ob Sie Anspruch auf Krankengeld haben. Auch bei der Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann es zu Schwierigkeiten kommen:

Möchten Sie sich beispielsweise frei nehmen, weil Ihre neuen Piercings Schmerzen verursachen, kann Ihnen Ihr Arzt keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, sondern Sie müssen Urlaub nehmen.

Kennen Sie schon das Migräne-Piercing?

Für geplagte Migräne-Patienten und Piercing-Liebhaber gibt es eine noch recht unbekannte Lösung: das Migräne-Piercing, auch Daith-Piercing genannt.

Es wird im Ohrknorpel, in den ersten Knorpelbogen über dem Gehörgang gestochen und wirkt wie eine Art dauerhafte Akupunktur. Als alternative Heilmethode kann es gegen den Kopfschmerz helfen, aber die Wirkung ist nicht eindeutig bewiesen.

Lassen Sie dieses Piercing allerdings nur von erfahrenen Piercern stechen, die über ein Elektro-Akupunktur-Messgerät verfügen, mithilfe dessen der O-Punkt am Ohr gefunden werden kann. Dies benötigt man, damit sich auch wirklich eine Wirkung einstellen kann.

Nur sehr wenige Piercer haben Erfahrung mit dieser Art der Behandlung. Stellen Sie sich daher auf eine langwierige Suche sowie lange Anfahrtswege ein. Suchen Sie vorher nach Erfahrungsberichten mit dem betreffenden Piercingstudio und lassen Sie sich umfassend vom jeweiligen Piercer beraten. Achten Sie auch hier auf einwandfreie hygienische Zustände.

Im Allgemeinen kostet dieses Piercing zwischen 30,- und 80,- Euro.

Fake-Piercings: die schmerzfreie Alternative

Wenn Sie den Piercing-Trend ausprobieren möchten, ohne sich gleich stechen zu lassen, sind Fake-Piercings genau das richtige für Sie. Übliche Modelle sind entweder Ringe mit einer kleinen Öffnung (z.B. Fake-Septum) oder Schmucksteine mit einer magnetischen Rückseite (z.B. Fake-Monroe-Piercing).

Je nach Größe und Material kosten sie zwischen 2,- und 10,- Euro und sind sowohl online als auch in Schmuckgeschäften erwerbbar. Achten Sie wie bei echten Piercings auf hochwertiges Material, z.B. Chirurgenstahl oder Titan.

Ein Beispiel hierfür ist folgendes Produkt von Amazon:

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  • Kugeln: 3mm, Nadel: 1mm, Innendurchmesser: 10mm
  • Anwendbar auf Personen im Alter von 15-50 Jahren. Menschen, die Hautallergien sind oder Hauterkrankungen haben, müssen mit Vorsicht verwendet werden oder sogar verbieten die Verwendung.
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Zuletzt aktualisiert am 14.04.2020 um 13:01 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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