Was kostet ein Studium?

Ein Studium in Deutschland ist im internationalen Vergleich relativ günstig, besonders seit die allgemeinen Studiengebühren in allen Bundesländern abgeschafft wurden.

Die Kosten, die junge Menschen für ihre Studienzeit aufbringen müssen, setzen sich daher in erster Linie aus den Lebenshaltungskosten zusammen.

Der Durchschnitts-Student studiert in seinem Erststudium an einer staatlichen Hochschule und lebt nicht mehr bei den Eltern. Für sechs Semester, also drei Jahre, fallen für ihn ca. 21.060,- bis 102.960,- Euro an.

Pro Jahr sind das 7.020,- bis 34.320,- Euro.


Unterschiede gibt es beispielsweise beim Studium an einer privaten Hochschule. Hier fallen deutlich höhere Kosten an, da im Durchschnitt ca. 520,- Euro Studiengebühren im Monat erhoben werden. Das bedeutet neben den Lebenshaltungskosten eine finanzielle Mehrbelastung von mehreren tausend Euro pro Semester.

Auch ein duales Studium ist ein Sonderfall. Hier verdient der Student bereits Geld und kann seine Kosten somit in der Regel dadurch bereits komplett selbst decken.

Ein duales Studium findet im Wechsel an einer Hochschule und in einem Betrieb statt, verbindet also Studium und Ausbildung. Dies kann mitunter recht stressig sein, hat aber auch viele Vorteile.

Kostenfaktoren eines Studiums

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die monatlichen Ausgaben für die wichtigsten Kostenfaktoren.

Kostenüberblick über Lebenshaltungskosten für Studenten

KostenfaktorKosten pro Monat
Gesamt585,- bis 1.430,- Euro
Wohnen250,- bis 550,- Euro
Ernährung150,- bis 200,- Euro
Fahrtkosten50,- bis 150,- Euro
Kleidung30,- bis 60,- Euro
Kommunikation25,- bis 40,- Euro
Lernmittel20,- bis 30,- Euro
Krankenversicherung0,- bis 150,- Euro
Freizeit50,- bis 100,- Euro
Semesterbeitrag10,- bis 150,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Semesterbeitrag

Der von den Universitäten und Hochschulen erhobene Semesterbeitrag enthält meist bereits einen Beitrag zum Semesterticket und Verwaltungsgebühren und ist zweimal im Jahr fällig.

An staatlichen Hochschulen liegt die Höhe des Semesterbeitrags zwischen 60,- und 900,- Euro. Auf den Monat heruntergerechnet sind das etwa 10,- bis 150,- Euro.

Miete

Der größte Kostenfaktor für Studenten ist die Miete. Diese bewegt sich meist zwischen 250,- und 550,- Euro pro Monat.

Dabei ist vor allem der Studienort ausschlaggebend. München gilt hier als die teuerste Universitätsstadt. Auch in Hamburg oder Frankfurt müssen Studenten für Miete und Nebenkosten deutlich mehr ausgeben als in kleineren Städten oder in den neuen Bundesländern.


Allerdings gibt es bereits innerhalb einer Stadt je nach Lage teilweise erhebliche Unterschiede.

Ein wesentlicher Faktor ist auch die Art des Wohnens: Wer einen Platz im Studentenwohnheim bekommt, bezahlt immer recht wenig. Die Miete für ein Zimmer im Studentenwohnheim liegt meist zwischen 150,- und 300,- Euro im Monat. Ein WG-Zimmer ist meist teurer als ein Zimmer im Wohnheim, aber günstiger als eine eigene Wohnung.

Ausgaben für Ernährung

Ein weiterer großer Posten sind die Ausgaben für Lebensmittel. Diese hängen natürlich auch stark von Ihren Gewohnheiten ab.

Meist können Studenten in der Mensa recht günstig essen, auch selbst kochen muss nicht teuer sein. In der Regel geben Studenten für Ernährung 150,- bis 200,- Euro monatlich aus.

Fahrtkosten

Geld muss außerdem für Fahrtkosten aufgebracht werden. Die meisten Universitäten haben ein Semesterticket. Die Regelungen dafür sind aber sehr unterschiedlich.

Zum einen unterscheiden sie sich darin, welche Strecke mit dem Ticket zurückgelegt werden kann, zum anderen sind die Kosten ganz oder nur teilweise im Semesterbeitrag enthalten und müssen gegebenenfalls durch ein Erweiterungsticket ergänzt werden. Hinzu kommen meist Fahrten in die Heimat.


Auch ein Auto kostet. Mit einem (gebrauchten) Fahrrad können die Kosten deutlich gesenkt werden, aber auch ein Fahrrad muss gelegentlich gewartet werden und Fahrraddiebstähle sind leider nicht ausgeschlossen.

Insgesamt kann man in der Regel mit Fahrtkosten zwischen 50,- und 150,- Euro im Monat kalkulieren.

Ausgaben für Kleidung

Neue Kleidung wird je nach Saison in regelmäßigen Abständen nötig. Studenten in Deutschland geben dafür etwa 30,- bis 60,- Euro pro Monat aus.

Kosten von Kommunikation

Kommunikation ist unerlässlich, besonders für ein Studium: Vieles wird mittlerweile online verwaltet und wer sich mit Kommilitonen in Verbindung setzen will, braucht Internet und ein Handy. Für Handy-Vertrag, WLAN-Anschluss und GEZ-Gebühren fallen ca. 25,- bis 40,- Euro pro Monat an.

GEZ-Gebühren werden pro Haushalt erhoben, das bedeutet, sie können für jeden anders ausfallen. Lebt man allein, muss man selbst für den Betrag von knapp 20,- Euro aufkommen, in einer WG können die Kosten aufgeteilt werden.

Wer BAföG bezieht, kann sich von der GEZ-Pflicht befreien lassen.

Kosten für Lernmittel

Außerdem fallen Kosten für Lernmittel an. Diese betragen im Schnitt 20,- bis 30,- Euro im Monat, sind aber auch vom jeweiligen Studienfach abhängig. In den Naturwissenschaften sind sie geringer als beispielsweise im Architektur- oder Philosophiestudium.

Tipp: Oftmals können benötigte Bücher aus der Universitätsbibliothek entliehen oder auf Internetportalen kostengünstig gebraucht erworben werden.

Kosten einer Krankenversicherung für Studenten

Für Studenten bis zum Alter von 25 Jahren fallen keine Kosten an, da sie in der Regel noch familienversichert sind. Das gilt allerdings nur, sofern sie im Monat nicht mehr als 450,- Euro verdienen.

Wer sich selbst versichern will oder muss, muss monatlich etwa 70,- bis 80,- Euro für eine Krankenversicherung bezahlen. Noch teurer wird es, wenn man als Student über 30 Jahre alt ist oder seit mehr als 14 Semestern studiert. Dann fallen ca. 150,- Euro pro Monat an.

Insgesamt liegen die monatlichen Kosten für die Krankenversicherung also bei 0,- bis 150,- Euro.

Ausgaben für Freizeitaktivitäten

Für den gelegentlichen Kino- oder Clubbesuch, das Fitnessstudio oder andere Freizeitaktivitäten fallen etwa 50,- bis 100,- Euro im Monat an.


Daraus ergeben sich also monatliche Lebenshaltungskosten von etwa 585,- bis 1.430,- Euro. Der durchschnittliche Student liegt bei etwa 850,- Euro im Monat.

Auf einen Zeitraum von drei Jahren, was einer Regelstudienzeit von 6 Semestern entspricht, kommen damit 21.060,- bis 102.960,- Euro Gesamtkosten zustande.

Nicht eingerechnet sind größere Anschaffungen wie Möbel, ein Computer, Urlaub oder eventuelle Auslandssemester.

Kann man die Studienkosten von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich kann jeder, dessen Einkommen den Steuerfreibetrag übersteigt, seine Studienkosten von der Steuer absetzen. Absetzbar sind:

  • Semesterbeiträge
  • Fahrtkosten zur Uni
  • Ausgaben für Auslandsaufenthalte im Rahmen des Studiums
  • Studienkredite
  • Ausgaben für (technische) Arbeitsmittel, Bücher und Drucke von Haus-, beziehungsweise Abschlussarbeiten
  • Mietkosten für einen Zweitwohnsitz

Wichtig: Je nachdem, ob man sich in Erst- oder Zweitausbildung befindet, müssen die Studienkosten entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten angegeben werden.

Studenten in Erstausbildung können maximal 6.000,- Euro pro Jahr als Sonderausgaben berechnen. Nach Ablauf des Steuerjahres verfällt der Anspruch.

Das bedeutet: Wer keine Einkommensteuer zahlen muss, kann Studienkosten aus dem Erststudium nicht nachträglich absetzen.

Haben Sie schon eine Berufsausbildung oder einen Bachelorstudiengang abgeschlossen, dürfen Sie Ihre Studienkosten als Werbungskosten geltend machen. Für Werbungskosten gibt es keine Obergrenze.

Außerdem können Werbungskosten nachträglich geltend gemacht werden. Dafür ist, je nach Fall, entweder ein Verlustvortrag oder ein Verlustrücktrag nötig.

Falls das Einkommen im nächsten Steuerjahr nach Abzug der Werbungskosten allerdings unter den Steuerfreibetrag sinkt, kommt es zu keiner Steuerrückzahlung.

Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium

Um sich ein Studium zu finanzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Eltern

Viele Studenten werden durch ihre Eltern finanziell unterstützt. Dafür kann auch das Kindergeld verwendet werden, das bis zum Alter von 25 Jahren beantragt werden kann.

Nebenjob

Auch ein Nebenjob ist keine Seltenheit. Die Optionen sind vielfältig, denn neben den klassischen Nebenjobs in der Gastronomie oder im Kino, kann es sich auch lohnen, eine selbstständige Tätigkeit auszuüben, zum Beispiel als Grafiker.

Für Studenten ist dies in der Regel unkompliziert, allerdings müssen dennoch ein paar Dinge beachtet werden, wie beispielsweise das Beantragen einer Steuernummer oder das Anmelden eines Gewerbes. Wenn Sie eine selbstständige Tätigkeit in Erwägung ziehen, sollten Sie sich also vorab genau informieren.

Wenn Sie Bafög beziehen, können Sie bis zu 450,- Euro pro Monat anrechnungsfrei dazuverdienen.

BAföG

Einige Studenten beziehen BAföG. Der Betrag, den Sie bekommen, errechnet sich aus Ihrem Einkommen und dem Ihrer Eltern. Er reicht allerdings selten aus, um alle Kosten zu decken.

BAföG müssen Sie regelmäßig neu beantragen. Das Geld wird zwar auch rückwirkend ausbezahlt, allerdings sollten Sie dennoch darauf achten, den Antrag stets rechtzeitig zu stellen, um nicht etwa ein ganzes Semester lang auf Ihr Geld warten zu müssen.

Um ab dem fünften Semester weiter BAföG zu bekommen, müssen Sie erbrachte Leistungen aus den ersten vier Semestern nachweisen.

Von dem erhaltenen Geld muss nur die Hälfte zurückgezahlt werden und abhängig davon wann und wie es zurückgezahlt wird, kann unter Umständen noch mehr erlassen werden.

Die erste Rückzahlung ist fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer fällig. Für Bachelor- und Masterstudenten ist hierbei die Förderungshöchstdauer des Erststudiums bestimmend. Einen Aufschub oder eine Freistellung auf Zeit gibt es nur auf Antrag bei geringem Einkommen.

Bildungskredit

Wer nicht BAföG-berechtigt ist, kann einen Bildungskredit beantragen. Dieser wird im Gegensatz zum BAföG unabhängig vom eigenen Einkommen und Vermögen der Eltern, Ehegatten/-in und Lebenspartner/-in vergeben.

Das Kreditvolumen beträgt hier 1.000,- bis 7.200,- Euro die in monatlichen Raten ausgezahlt werden. Der Zinssatz beträgt 0,72 % effektiver Jahreszins (Stand: Januar 2018). Die Beantragung des Bildungskredits kann online erfolgen und der Bildungskredit kann auch mit dem BAföG kombiniert werden.

Eine Rückzahlung erfolgt hier ebenfalls erst vier Jahre nach Auszahlung der ersten Rate. Monatlich werden dann 120,- Euro zurückgezahlt. Hier sollten Sie sich vorab informieren, wie die Konditionen sind und ob sich das für Sie lohnt.

Stipendien

Eine weitere Möglichkeit zur Studienfinanzierung können Stipendien sein, die für besonders leistungsstarke oder engagierte Schüler und Studenten vergeben werden.

Stipendien bis zu einer Höhe von 300,- Euro im Monat bleiben für BAföG-Empfänger anrechnungsfrei.

Tipps für ein erfolgreiches Studium

Sind die finanziellen Dinge geklärt, kann das Studentenleben beginnen. Um den Studienalltag erfolgreich zu bestreiten, gibt es einige Tipps:

Nutzen Sie Informations- und Einführungsangebote für Erstsemester. Neben den regulären Informationsveranstaltungen der Universität, die über alles Wichtige im Uni-Alltag, wie z.B. das Erstellen eines Stundenplans oder akademische Kürzel, aufklären, organisieren die studentischen Fakultätssprecher meist besondere Aktionen.

So kann es sein, dass Sie eine Einladung zum Pub Crawl oder zu einer Stadtrallye erhalten. Dies ist eine schöne Möglichkeit, die Kommilitonen kennenzulernen.

Um Kosten für Lernmittel zu sparen, können Sie meist gebrauchte Bücher, Taschenrechner und Ähnliches von Studierenden abkaufen, die diese nicht mehr benötigen.
Das ist meist deutlich günstiger, als neu zu kaufen.


Wenn Sie studieren, bekommen Sie einen Studentenausweis, der Ihnen einige Ermäßigungen einbringt. Nutzen Sie das aus!

So ist beispielsweise der Kinobesuch meist 1,- bis 2,- Euro günstiger. Studentenkarten für das Theater kosten rund 7,- bis 8,- Euro, während reguläre Karten deutlich teurer sind. Auch Museen bieten oft vergünstigten oder sogar kostenfreien Eintritt für Studenten an.

Bilden Sie Lerngruppen zur Prüfungsvorbereitung! Klausuren an der Universität sind umfangreicher als in der Schule und es ist oft unmöglich, den kompletten Stoff selbst zusammenzufassen. Aber keine Panik, gerade in Lerngruppen kann man sich hier gut gegenseitig aushelfen.

Grundsätzlich gilt, wer den Stoff der Vorlesungen gewissenhaft vor- und nachbereitet, hat schon einen großen Beitrag zur Prüfungsvorbereitung geleistet.

Zu guter Letzt: Genießen Sie die Zeit, sie sollte nicht nur aus Lernen bestehen!

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (2 Bewertung(en), im Durchschnitt: 5,00 von 5)

Loading...