Was kostet eine Beerdigung?

Bis 2003 übernahmen die gesetzlichen Krankenversicherungen zum Großteil die Kosten einer Beerdigung und der anschließenden Grabpflege. Dieses sogenannte Sterbegeld gibt es in dieser Form heute nicht mehr, weshalb Hinterbliebene nun selbst für die Kosten der Bestattung des Verstorbenen aufkommen müssen.

Je nach Bestattungsart und -ort, der Art des Grabes und dem Umfang der Leistungen des Bestatters liegt eine Beerdigung preislich ungefähr zwischen 2.300,- und 25.000,- Euro. Die meisten Bestattungen kosten mindestens 8.000,- Euro.

Kostenfaktoren für die Beerdigung

Am günstigsten ist die anonyme Feuerbestattung ab 2.300,- Euro. Eine gewöhnliche Einäscherung samt Beisetzung kostet durchschnittlich ca. 6.000,- Euro ohne Grabpflege. Diese muss allerdings ausdrücklich vom Toten in einer schriftlichen Willenserklärung gewünscht sein. Eine gehobene Erdbestattung ist erheblich teurer.

Die Kosten verteilen sich im Wesentlichen auf 5 Faktoren: die Leistungen des Bestatters, die Gebühren für den Friedhof, die Leistungen des Steinmetz, den Friedhofsgärtner und Zusatzkosten für die Trauerfeier an sich.

Bei Preisen, die deutlich unter den hier angegebenen Preisen liegen, ist allerdings Vorsicht geboten. Oft wird ein niedriger Startpreis genannt, der sich dann durch versteckte Kosten stetig erhöht, da das Angebot nicht allumfassend ist.

Bei der Trauerfeier können Sie die anfallenden Kosten gut selbst steuern. Diese hängen stark von der Art der Trauerfeier ab. Die Bewirtung in einem Gasthof kann sehr teuer ausfallen, eine kostengünstige Variante wäre es, das Essen selbst auszurichten und beispielsweise um Kuchen- oder Salatspenden zu bitten.

Übersicht über zentrale Kostenpunkte bei einer Beerdigung:

Leistungenungefähre Kosten
BestatterGesamt: 2.000,- bis 4.000,- Euro
Sarg mit Ausstattung500,- bis 3.500,- Euro
Urneab 60,- Euro
Verwaltungskosten und Formales30,- bis 300,- Euro
Grabkreuz35,- bis 100,- Euro
FriedhofsgebührenGesamt: 2.000,- bis 4.000,-
Beisetzung500,- bis 1.100,- Euro
Einäscherung mit Aschekapsel200,- bis 500,- Euro
Grabträger100,- bis 250,- Euro
Grabnutzungsgebühr350,- bis 3.000,- Euro
SteinmetzGesamt: 3.000,- bis 4.000,- Euro
Grabstein/Grabmal300,- bis 4.000,- Euro
Grabeinfassung, Schrift, Transport und Aufstellen300,- bis 1.800,- Euro
FriedhofsgärtnerGesamt: 300,- bis 1.500,- Euro im ersten Jahr
provisorische Grabanlage nach Beisetzung50,- bis 500,- Euro
Dauergrabpflege für 30 Jahre2.500,- bis 22.000,- Euro
weitere ZusatzkostenGesamt: 1.000,- bis 2.500,- Euro
Floristik (Beerdigungskranz, Sargschmuck)100,- bis 500,- Euro
Trauerredner80,- bis 500,- Euro
Todesanzeige200,- bis 400,- Euro
Musik von CD25,- bis 50,- Euro
Musiker (Orgel)40,- bis 250,- Euro
Gasthof Bewirtung für 30 Personen400,- bis 1.000,- Euro
Sterbeurkunde, Leichenschau, Totenschein70,- bis 200,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Außergewöhnliche Bestattungsformen wie eine Seebestattung können deutlich teurer sein, da sie z.B. spezielle Urnen erfordern.

Übrigens: Eine genauere Kostenaufstellung zum Thema Grabpflege finden Sie hier!

Bild von Frau mit Urne beim Bestatter

Wer zahlt die Beerdigung?

Grundsätzlich gibt es bei einer Beerdigung zwei Pflichten: die Kostentragungspflicht und die Bestattungspflicht.

Kostentragungspflichtige Personen sind die Erben, d.h. dass sie die Kosten einer Bestattung tragen müssen. Übernehmen Personen, die diese Pflicht nicht haben, die Kosten, so haben sie Anspruch auf eine Rückerstattung von den Erben.

Die Bestattungspflicht dagegen bedeutet, dass eine Person die Organisation der Beisetzung übernehmen muss. Sie muss aber nicht auch kostentragungspflichtig sein. Bestattungspflichtig sind in absteigender Reihenfolge: Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, volljährige Enkelkinder, Großeltern.

Wird das Erbe abgelehnt, besteht zunächst keine Kostentragungspflicht, es sei denn alle Erben schlagen das Erbe aus und es existieren keine unterhaltspflichtigen Angehörigen mehr. Dann besteht eine Zahlungspflicht durch die Bestattungspflicht. In besonderen Härtefällen können diese Richtlinien jedoch auch abgeändert werden.


Was passiert nun, wenn die Erben die Kosten der Bestattung nicht tragen können? Zunächst werden alle anderen kostentragungspflichtigen Personen kontaktiert. Können diese auch nicht zahlen, so kann eine Sozialbestattung beim Finanzamt beantragt werden.

Sterbegeldversicherung

Wer seinen Erben die finanzielle Belastung ersparen möchte, kann eine Sterbegeldversicherung abschließen. Diese gibt es bereits ab 10,- Euro im Monat und ist eine Art kleine Lebensversicherung, die dazu dient, die Bestattungskosten zu decken. Daher sollte eine entsprechende Versicherungssumme gewählt werden, besonders, wenn keine anderen Arten der Vorsorge getroffen wurden.

Im Gegensatz zu beispielsweise der Risikolebensversicherung, welche nach Erreichen einer maximalen Laufzeit ausläuft, besteht die Sterbegeldversicherung in der Regel lebenslang.

Können die Kosten für die Beerdigung von der Steuer abgesetzt werden?

Grundsätzlich ist es möglich, die Bestattungskosten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen, solange zwei Kriterien erfüllt sind:
Zum einen müssen die Kosten aus rechtlichen oder sittlichen Gründen übernommen worden sein. Zum anderen muss das Erbe nicht ausreichen, um die Kosten der Beerdigung zu zahlen. Erst dann können die Ausgaben (bis 7.500,- Euro) steuerlich geltend gemacht werden.

Was ist eine ordnungsbehördliche Bestattung?

Gibt es keine Angehörigen mehr und es wurde auch keine Vorsorge zur Bestattung seitens des Verstorbenen getroffen und es findet sich sonst niemand, der für die Beerdigung sorgt, so veranlasst das Gesundheitsamt eine ordnungsbehördliche Bestattung um den Verstorbenen würdevoll zu beerdigen.

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