ÜBER KOSTENBLICK.DE
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber seit dem Jahr 2017. Auf kostenblick.de erklären wir zusammen mit geprüften Experten aus verschiedensten Lebensbereichen, welche Kosten normal sind. Alle Neugierigen erfahren hier mehr über das Projekt und die Geschichte dahinter!

Was kostet eine Haushaltshilfe?

Das Wichtigste im Überblick
  • Der Stundenlohn für eine Haushaltshilfe liegt im Durchschnitt zwischen 9,35 und 25,- Euro.
  • Sie können eine selbstständige Haushaltshilfe engagieren, sie über eine Firma buchen oder selbst als Arbeitgeber fungieren.
  • Stellen Sie die Haushaltshilfe direkt an, müssen Sie zusätzlich zum Gehalt Sozialabgaben entrichten (Unfall-, Renten- und Krankenversicherung) und sie bei der Minijobzentrale anmelden.
  • Beschäftigen Sie die Haushaltshilfe sozialversicherungspflichtig, können Sie die Ausgaben unter dem Punkt “haushaltsnahe Dienstleistungen” in der Steuererklärung aufführen. Sie erhalten eine Erstattung von 20 Prozent, maximal 510,- Euro pro Jahr.

Reinigungskraft – Putzfrau – Reinigungshilfe – es gibt umgangssprachlich viele Bezeichnungen für denselben Beruf. Eine Haushaltshilfe soll – wie der Name schon sagt – im Haushalt unterstützen, indem sie Arbeiten wie Waschen, Bügeln, Putzen erledigt.

Einige übernehmen sogar das Kochen oder die Kinderbetreuung bis hin zu Gartenarbeiten. Hierfür eignen sich in der Regel aber eher ein spezielles Kindermädchen (z.B. Au Pair, Babysitter), ein Gärtner oder eine Tagesmutter.

Kosten für eine Haushaltshilfe im Überblick

Die Kosten für eine Haushaltshilfe betragen zwischen 9,35 und 25,- Euro pro Stunde. Dabei kommt es vor allem darauf an, ob die Putzkraft direkt bei Ihnen angestellt ist, von einer Firma geschickt wird oder selbstständig auf Rechnung arbeitet.

So können für eine selbstständige Putzfrau bzw. eine Reinigungskraft von einer Profifirma zwischen 13,- und 25,- Euro pro Stunde anfallen. Vorteil: Für Sie fallen keine weiteren Abgaben an.

Unser Tipp: Lassen Sie sich vorab mehrere Angebote für die Reinigungsarbeiten machen. Dies ist mit dem nachfolgenden Formular (*) kostenfrei und unverbindlich für Ihre Region möglich! Klicken Sie dazu jetzt einfach auf Angebote erhalten!

Stellen Sie eine Haushaltshilfe in Ihrem Privathaushalt an, so übernehmen Sie die Rolle des Arbeitgebers. Hier sind Stundenlöhne zwischen 9,35 und 15,- Euro üblich.

Sie bezahlen hier weniger, da die zusätzlichen Abgaben für Unfall-, Renten- und Krankenversicherung noch von Ihnen entrichtet werden müssen. Dies sind maximal 14,69 Prozent des Monatsverdienstes der Haushaltskraft (Stand September 2020).

Diese Abgaben berechnet die Minijobzentrale und bucht sie halbjährlich von Ihrem Konto ab.

Übersicht über Stundenlohn einer Haushaltshilfe (Stand 2020)

Art der Anstellungungefährer Stundenlohn
private Anstellung
(Sie selbst sind der Arbeitgeber)
9,35 bis 15,- Euro zzgl. Abgaben (maximal 14,69 %)
gewerbliche Anstellung
(Sie buchen die Haushaltshilfe bei einer Firma oder auf Rechnung)
15,- bis 25,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.
Übrigens: Minijobs in Privathaushalten sind eine besondere Form der geringfügigen Beschäftigung und werden daher speziell gefördert. So sind die Abgaben hier deutlich geringer für den Arbeitgeber als bei einer gewerblichen Beschäftigung.

Die Haushaltshilfen sind in der Regel als Minijobber angestellt und müssen daher selbst noch 13,6 Prozent des Verdienstes für die Rentenversicherung entrichten, sofern sie sich nicht davon befreien lassen (Stand September 2020).

Bild von Putzeimer und Putzutensilien

Natürlich sollten Sie auch bedenken, dass die Vergütung von Gegend zu Gegend sowie nach den zu erledigenden Aufgaben variieren kann. Auch kommt es darauf an, wie regelmäßig die Putzhilfe erscheinen soll und wieviel Erfahrung sie bereits mitbringt.

Teilweise kann zu den genannten Kosten auch noch eine Anfahrtspauschale dazu kommen. Je nach Strecke sind zwischen 2,- und 10,- Euro angemessen.

Hinweis: Putzutensilien sollten von Ihnen bereitgestellt werden. Die Kosten dafür können nicht vom Lohn der Reinigungskraft abgezogen werden.

Kostenbeispiele für eine Haushaltshilfe

Beispiel 1:

Gustav und Elisabeth benötigen eine Haushaltshilfe für 5 Stunden pro Woche. Die Reinigungskraft sollte mindestens zwei Jahre Erfahrung mitbringen.
Das Ehepaar wohnt im wohlhabenden Hamburger Stadtteil Blankenese.

Sie sollten mindestens 12,- Euro pro Stunde für die Haushaltshilfe einplanen. Das macht im Monat 240,- Euro. Dazu kommen noch die Abgaben für Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung, die hier rund 35,- Euro betragen. Insgesamt macht das 275,- Euro monatlich.

Die Steuerermäßigung liegt bei 20 Prozent des Verdienstes, bzw. maximal 42,50 im Monat. Hier gilt letzteres. Wenn man dies nun gegenrechnet, kommt man auf rund 233,- Euro (mehr dazu weiter unten).


Beispiel 2:

Helga benötigt einmal in der Woche für 2 Stunden eine Unterstützung durch eine Reinigungskraft. Dabei ist es ihr egal, ob die Haushaltshilfe bereits Erfahrung mitbringt. Helga wohnt im eher günstigen Duisburger Stadtteil Beeck.

Helga muss hier mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 9,50 Euro für die gewünschte Haushaltshilfe rechnen. Damit kommen im Monat Kosten von 76,- Euro zusammen. Dazu kommen noch die Ausgaben für Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung. Sie betragen etwa 11,- Euro. Insgesamt zahlt Helga also 87,- Euro.

Wenn man dies mit einer Steuerermäßigung von 20 Prozent gegenrechnet, kommt man auf etwa 70,- Euro (mehr dazu unten).

Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe durch Kranken- und Pflegekasse

Ältere Menschen mit mindestens Pflegegrad 1 haben Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125,- Euro. Dieser ist bei der Pflegekasse zu beantragen und darf für haushaltsnahe Dienstleistungen verwendet werden – zum Beispiel eine Putzkraft.

Allerdings können Sie Ihre Haushaltshilfe nicht völlig frei wählen, sondern müssen auf Ehrenamtliche, Nachbarschaftshilfen oder zertifizierte Haushaltshilfen, die mit der Pflegekasse kooperieren, zurückgreifen.

Aber auch ohne Pflegestufe haben Sie in gewissen Fällen (zeitlich begrenzt) Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Für deren Kosten kommt die Krankenkasse auf. Allerdings müssen Sie 10 Prozent der täglichen Kosten zuzahlen.

Stellen Sie Ihrer Krankenkasse einen entsprechenden Antrag. Dazu benötigen Sie buchstäblich ein Rezept für eine Haushaltshilfe. Das heißt, ein Arzt bescheinigt Ihnen, dass Sie auf Unterstützung angewiesen sind.

Damit die Krankenkasse die Kosten für eine Haushaltshilfe übernimmt, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie sind aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung außerstande den Haushalt zu führen bzw. befinden sich in stationärer Behandlung
  • Sie sind die haushaltsführende Person (bei Ehepaaren sind beide haushaltsführend)
  • in Ihrem Haushalt lebt kein weiterer Erwachsener, der die Haushaltsführung übernehmen könnte
  • in Ihrem Haushalt lebt mindestens 1 Kind unter 12 Jahren bzw. mit einer Behinderung.

Auch Versicherte ohne Kinder haben Anspruch auf die Unterstützungsleistung, sofern die anderen Punkte erfüllt sind. Allerdings werden die Kosten der Haushaltshilfe dann für maximal 4 Wochen übernommen. Haben Sie Kinder, können Sie die Leistung bis zu 26 Wochen lang in Anspruch nehmen.


Schwangere und Wöchnerinnen können die Haushaltshilfe ebenfalls beantragen, wenn die Haushaltsführung aufgrund von Schwangerschafts- oder Beschwerden nach der Entbindung nicht möglich ist. 

In diesem Fall entfällt die Zuzahlung von 10 Prozent der täglichen Kosten und je nach Art der Befindlichkeiten gegebenenfalls auch die zeitliche Begrenzung der Leistung.

Oftmals kooperiert die Krankenkasse mit ausgewählten Dienstleistern. Sie können die Arbeit im Haushalt aber auch von einer Privatperson durchführen lassen, beispielsweise einem Nachbarn oder Freund. 

Eine Privatperson erhält von der Krankenkasse normalerweise eine Vergütung von 5,- bis 10,- Euro pro Stunde.

Besteht mit der Person ein Verwandtschaftsverhältnis bis zum dritten Grad, zahlt die Krankenkasse üblicherweise keine Vergütung, sondern nur Entschädigungsleitungen. Das sind beispielsweise Fahrtkosten oder eine Entschädigung für Verdienstausfall durch das Nehmen unbezahlten Urlaubs.

Achtung! Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf die gesetzlichen Mindestleistungen. Möglicherweise handhabt Ihre Krankenversicherungen einige der Vorschriften großzügiger.

Eine Haushaltshilfe privat anstellen – Richtlinien für Sie als Arbeitgeber

Wenn Sie eine Haushaltshilfe selbst anstellen wollen, so sollten Sie diese zunächst bei der Minijobzentrale melden, sofern sie maximal 450,- Euro verdienen wird (in den meisten Fällen).

Geeignete Personen können Sie beispielsweise im Freundes- oder Bekanntenkreis oder über Internetportale finden. Auch Zeitungsinserate oder ein Blick auf das Schwarze Brett des nahe gelegenen Supermarkts können sich lohnen.

Zur Anmeldung werden folgende Daten benötigt:

von der Haushaltshilfe

  • Adresse
  • Sozialversicherungsnummer (Alternative: Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort der Haushaltshilfe)
  • Angaben zur Krankenversicherung
  • Angaben über weitere Beschäftigungen
  • Angaben über den Rentenbezug (oder vergleichbare Leistungen)
  • Angaben, ob Haushaltshilfe von der Pflicht zur Rentenversicherung befreit werden möchte

von Ihnen

  • Steuernummer (zu finden im letzten Steuerbescheid)
  • Bankverbindung
  • Betriebsnummer Ihres Privathaushalts (wenn nicht vorhanden, wird Ihnen eine mit der Anmeldung zugewiesen)

Im Arbeitsrecht ist festgelegt, dass eine bei Ihnen angestellte Reinigungskraft als normaler Arbeitnehmer gilt, sodass auch ein Anspruch auf bezahlten Urlaub sowie Lohnfortzahlung bei Krankheit besteht. Zudem müssen Sie die Putzhilfe bei der Sozialversicherung anmelden und diverse Abgaben für die Renten- und Krankenversicherungen entrichten.

Bei der Bezahlung ist es daher wichtig, dass der Mindestlohn eingehalten wird. Zudem sollten Sie beachten, dass Minijobber nicht mehr als 450,- Euro verdienen dürfen. Lassen Sie sich dies von Ihrer Haushaltshilfe auch bescheinigen, um abgesichert zu sein.

Achtung! Sollten Sie die Haushaltshilfe nicht angemeldet haben, gilt die Beschäftigung als Schwarzarbeit und Sie müssen mit Bußgeldstrafen von bis zu 5.000,- Euro rechnen.

Zudem können bei Nichtanmeldung hohe Kosten bei einem Unfall entstehen, da ein angemeldeter Minijobber automatisch unfall- und rentenversichert ist, was bei der Schwarzarbeit natürlich wegfällt. So kann es im Schadensfall passieren, dass Sie hohe Kosten für eine Krankenbehandlung oder Rentenzahlungen in Kauf nehmen müssen.

Außerdem können nur bei einer angemeldeten Reinigungshilfe Schäden am Inventar über die Hausrats- oder Haftpflichtversicherung abgewickelt werden.

Eine Haushaltshilfe von einer Firma buchen – Wissenswertes im Überblick

Wollen Sie es sich leichter machen und nicht als Arbeitgeber fungieren, so lohnt sich möglicherweise die Anstellung einer Reinigungskraft über eine Fachfirma. Hierbei wird ein gewöhnlicher Dienstleistungsvertrag mit der Reinigungsfirma geschlossen, indem die Regelmäßigkeit, Bezahlung etc. festgelegt sind.

Bild von Staubsauger

Hier bezahlen Sie meist mehr, da das Unternehmen schon alle Versicherungsabgaben für Sie entrichtet. Zudem haben Sie natürlich den Vorteil, dass bei Krankheit oder Urlaub ein Ersatz für die Ihnen zugewiesene Reinigungskraft bereit stehen kann.

Nachteil ist hierbei, dass Sie die Haushaltshilfe nicht direkt auswählen können und bei Ausfällen eine (noch) unbekannte Person das Haus betreten wird.

Welche Kosten können von der Steuer abgesetzt werden?

Ist die Putzhilfe sozialversicherungspflichtig beschäftigt, so können Sie ein Fünftel der Kosten unter haushaltsnahen Dienstleistungen von der Steuer absetzen.

20 Prozent der Gesamtaufwendungen (Arbeitslohn und Abgaben) bekommen Sie vom Finanzamt über die Einkommenssteuererklärung zurück. Hier gilt allerdings eine Obergrenze von 510,- Euro im Jahr (oder 42,50 im Monat).

Durch diesen Steuervorteil müssen Sie unterm Strich nur zwischen 2,- und 10,- Euro monatlich an Abgaben zahlen, da Sie den Rest zurückbekommen.


Die passende Haushaltshilfe finden – Checkliste

Bevor Sie eine Haushaltshilfe anstellen oder buchen, sollten Sie die folgenden Punkte klären:

  • Wie häufig und für wie viele Stunden benötigen Sie eine Haushaltshilfe?
  • Wo können Sie eine passende Haushaltshilfe finden?
  • Wollen Sie eine Person anstellen, die Sie bereits kennen und dieser einen so tiefen Einblick in Ihre Privatsphäre gewähren?
  • Einigen Sie sich über die Aufgabengebiete (bspw. Bügeln, Fenster putzen, Waschen..).
  • Besprechen Sie mit der Haushaltshilfe, wie viel Zeit für welche Arbeiten eingeplant ist und in welchem Rhythmus die verschiedenen Aufgaben zu erledigen sind.
  • Überprüfen Sie, ob das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und der Reinigungshilfe stimmt. Ist sie zuverlässig? Wird sie die nötige Diskretion haben?
  • Wird Rücksicht auf andere Haushaltsmitglieder und das Inventar genommen?
  • Wie viel Erfahrung kann die Reinigungskraft vorweisen? Hat sie vielleicht eine spezielle Ausbildung absolviert?
  • Wie viel können Sie bezahlen? Was können Sie dafür erwarten?
  • Stimmt die Leistung der Reinigungskraft mit Ihren Vorstellungen überein? Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie anfangs zunächst gemeinsam putzen, die Haushaltshilfe tiefergehend einweisen sowie Ihre Reinigungsstandards miteinander abstimmen.
  • Denken Sie unbedingt daran, die Haushaltshilfe (bei privater Anstellung) vorher bei der Minijobzentrale anzumelden!
Unser Tipp: Lassen Sie sich vorab mehrere Angebote für die Reinigungsarbeiten machen. Dies ist mit dem nachfolgenden Formular (*) kostenfrei und unverbindlich für Ihre Region möglich! Klicken Sie dazu jetzt einfach auf Angebote erhalten!

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