Was kostet eine Innendämmung?

Wer sein Haus richtig dämmt, erhöht damit dessen Energieeffizienz. Somit werden Heizkosten gespart und die Umwelt geschont.

Eine Innendämmung der Außenwände kann dabei zwischen 50,- Euro und 100,- Euro pro Quadratmeter kosten.

Kostenfaktoren bei der Innendämmung

Zunächst wirkt sich die zu dämmenden Fläche sehr stark auf die anfallenden Kosten aus. Wird ein sehr großer Raum gedämmt, wird mehr Material benötigt und der Arbeitsaufwand ist ebenfalls größer.

Des Weiteren wirkt sich die Art des Raumes stark auf den Preis der Innendämmung aus. So gibt es zwischen der Innendämmung der Hausaußenwände, der Dämmung des Dachs und der Dämmung der Kellerdecke erhebliche Preisunterschiede je Quadratmeter.

Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor ist das Dämm-Material selbst. Die Wahl von günstigen Styroporplatten oder von preisintensiven Verbundplatten mit Dampfsperre, wirkt sich natürlich auf den Gesamtpreis aus.


Preise nach Art der Innendämmung pro Quadratmeter

InnendämmungPreis je qm²
Innendämmung der Außenwände50,- Euro bis 100,- Euro
Innendämmung
eines begehbaren Dachbodens (oberste Geschossdecke)
35,- Euro bis 50,- Euro
Innendämmung-Einblasung der obersten Geschossdecke (in Hohlräume)15,- Euro bis 30,- Euro
Innendämmung-Einblasung der obersten
Geschossdecke + Schaffung von Hohlräumen
40,- Euro bis 50,- Euro
Zwischensparrendämmung (Dach Innendämmung)50,- Euro bis 90,- Euro
Untersparrendämmung (zusätzlich zur Zwischensparrendämmung)30,- Euro bis 70,- Euro
Innendämmung Kellerdecke20,- Euro bis 60,- Euro
Innendämmung Kellerboden20,- Euro bis 50,- Euro
Innendämmung der Kellerwände50,- Euro bis 100,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Kostenbeispiel einer Innendämmung für 100 m²

Art der DämmungKostenbeispiel 100 m²
Innendämmung der Außenwände5.000,- Euro bis 10.000 Euro
Zwischensparrendämmung + Untersparrendämmung8.000,- Euro bis 16.000 Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Systeme zur Innendämmung

Die verschiedenen Innendämmsystem unterscheiden sich vor allem in ihrer Verarbeitung und der genutzten Dämm-Materialien. Zudem weisen diese unterschiedliche Diffusionsverhalten auf.

Diese werden grundlegend unterschieden in:

  • Diffusionsdichte Innendämmplatten (Dampfsperre)
  • Diffusionsgebremste Innendämmplatten (Dampfbremse)
  • (Diffusionshemmende Innendämmplatten)
  • Diffusionsoffene Innendämmplatten
  • (Kapillaraktive Innendämmplatten)

Diffusionsdichte Systeme

Diffusionsdichte Dämmsysteme, auch Dampfsperren genannt, verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit in das Dämm-Material. Diese Sperre besteht meist aus bestimmten Folien oder Beschichtungen.

Es gibt allerdings auch Dämmplatten, die ohne eine extra Folierung oder Beschichtung auskommen. Dies gilt für Dämm-Materialien, die selbst als dampfdicht gelten.

Diese Art der Innendämmung sollte nur durch Profis angewendet werden. Wird hier nicht korrekt gearbeitet, kann es zu Feuchtigkeitsschäden kommen.

Durch die Sperre verbleibt die Feuchtigkeit im Raum und kann nicht über die Außenwände an die Umgebung abgegeben werden. Dieser Umstand setzt ein intensives und regelmäßiges Lüften vorraus.

Bei diffusionsdichten System ist ein Schutz vor Feuchtigkeit von Außen äußerst wichtig. Denn die Feuchtigkeit, welche sich in den kalten Jahreszeiten in den Außenwänden einlagert, kann im Sommer nicht nach innen abdunsten.

Dieser Schutz kann zum Beispiel durch wasserabweisenden Putz realisiert werden. Diese Systeme können aber auch in Bad und Küche realisiert werden.

Diffusionsgebremste Systeme

Dieses System arbeitet ähnlich wie eine Dampfsperre. Der Unterschied besteht darin, dass eine bestimmte Menge an Feuchtigkeit in das Dämmsystem gelangen kann.

Die sogenannte Dampfbremse, verhindert allerdings, dass die Feuchtigkeit im Material ein kritisches Maß erreichen kann.

Die Feuchtigkeit wird über eine große Fläche verteilt und kann verdunsten. Im Sommer, wenn die Luftfeuchtigkeit außen sehr hoch ist, kann der Feuchtigkeitsüberschuss nach innen abgegeben werden. Im Winter wird die überschüssige Feuchtigkeit nach außen hin abgegeben.

Kapillaraktives System

Bei diesem diffusionsoffenen System wird im Winter zugelassen, dass Feuchtigkeit aus dem Raum in die Wand gelangen kann. Das System nimmt diese auf und leitet die Feuchtigkeit an die Dämmsystemoberfläche, welche direkt an der Außenwand-Innenseite liegt.

Umgesetzt wird diese Dämmung oft mit Mineralschaum oder Platten aus Calciumsilikat. Im Sommer verdunstet diese Feuchtigkeit dann wieder in den Raum.

Bild von einem Mann in einem roten Overall, der gerade Dämmmatten ausrollt

Welche Materialien können bei der Innendämmung verwendet werden?

Bei den unterschiedlichen Anforderungen an eine Innendämmung und den verschiedenen Dämmsystemen, ist auf dem Markt eine große Anzahl an Materialien verfügbar.

Um Ihnen einen groben Überblick zu verschaffen, finden Sie hier die wichtigsten Stoffe:

DämmstoffeMögliche Materialien
Hartschaumplatten- expandierter Polystyrolschaum (EPS)
- extrudiertes polystyrol (XPS)
- Polyurethan-Hartschaum (PUR)
Mineraldämmmatten und Mineraldämmplatten- Glaswolle
- Mineralwolle
- Mineralschaumplatten
- Kalziumsilikatplatten
Naturstopfdämmung- Flachs
- Hanf
- Zellulose
- Holz
- Kork
Verbunddämmplatten- z.B. Gipskartonplatten mit Polystyrol-Hartschaum
Dampfsperr-Materialien- Folien
- Pappen
- Kleber
- Klebebänder
- Silikondichtungsmasse
- Acryldichtungsmasse
- bitumenhaltige Anstriche
Achtung!
Dämmarbeiten sollten nach Möglichkeit von einem Fachmann oder sehr erfahrenen Heimwerker durchgeführt werden. Die Errichtung einer Innendämmung ist auch immer ein Eingriff in die Bauphysik, da die Bausubstanz durch das geänderte Feuchtigkeitsverhalten beeinflusst wird.Werden die Dämmarbeiten nicht ordnungsgemäß durchgeführt oder werden für den jeweiligen Gebäudetyp falsche Materialien verwendet, kann dies Schäden an der Bausubstanz nach sich ziehen.

Ab wann rechnet sich eine Innendämmung?

Die Amortisationszeit, also die Zeit, die verstreicht, bis sich die gesparten Energiekosten mit den Kosten für die Durchführung ausgleichen, beträgt in der Regel zwischen 5 und 15 Jahren.

Zudem können Sie eine staatliche Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten. Hierfür müssen aber bestimmte Voraussetzungen bezüglich der Energiewerte gegeben sein.

Welche Rolle spielt der U-Wert bei der Innendämmung?

Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, gibt an, wie hoch oder niedrig der Energieverlust eines Gebäudes ist. Der Maximalwert des Wärmedurchgangskoeffizienten, wird durch die Energieeinsparverordnung vorgegeben.

Je höher dieser Wert ausfällt, desto schlechter ist das Gebäude oder das Gebäudeelement, gedämmt. Nach diesem Wert richtet sich zum Beispiel auch, wie dick das Dämm-Material sein muss.

Gibt es Risiken bei der Innendämmung?

Die Dämmung eines Gebäudes oder von Wohnraum bietet viele energetische Vorteile. Werden die Arbeiten allerdings nicht richtig ausgeführt oder wird das falsche Verfahren für den jeweiligen Haustyp angewandt, birgt dies ernste Gefahren.

Die Innendämmung ist meist nur die Alternativlösung, wenn eine Außenwanddämmung nicht möglich ist.

Mit der Innendämmung lassen sich allerdings sogenannte Wärmebrücken nur selten verhindern.

Wärmebrücken begünstigen die Entstehung von Schimmel, durch kalte und feuchte Flächen. An diesen Schwachstellen, kann die Wärme aus dem Raum schnell nach Außen gelangen. Als Ursache gelten hier Baumaterialien mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit.

Diese treffen zum Beispiel am Fensterbänken oder an Rollkästen aufeinander. Kondensiert Wasser in einem Wandaufbau, ist oft mit erheblichen Bauschäden zu rechnen.

Befindet sich Feuchtigkeit in der Wand, dehnt diese sich bei kalten Temperaturen aus und zerstört so die Außenwand.

Durch die Innendämmung wird der Innenraum von der Außenwand getrennt. Das führt zu teils starken Temperaturschwankungen. Dieser Umstand birgt die Gefahr, dass Spannungsrisse entstehen können

Bild von einem Dachboden, welcher gedämmt wird

Vorteile und Nachteile einer Innendämmung

VorteileNachteile
Die Innendämmung ist jederzeit ausführbar.Die Arbeit ist sehr anspruchsvoll und muss sehr genau ausgeführt werden.
Es fallen keine Gerüstkosten an.Wärmebrücken können schlecht verhindert werden.
Es ist kostengünstiger, als eine Außendämmung.Es kommt bei fehlerhafter Ausführung schnell zu Schäden.
Die einzelnen Zimmer können der Reihe nach bearbeitet werden.Der Wohnraum wird verkleinert.
Es fallen keine Arbeiten an der Fassade an.Schlechterer Brandschutz bei Polystyrol und Polyurethan.
Sie ist bei denkmalgeschützten Gebäuden anwendbar.
Eine bauaufsichtliche Genehmigung wird nicht benötigt.
Es werden Heizkosten gespart.

Wann ist die Innendämmung die einzige Alternative?

Eine Außendämmung ist nicht für jede Immobilie umsetzbar. So stehen viele Gebäude unter Denkmalschutz. Dort ist es nicht möglich die Fassade zu überdecken oder grobe Veränderungen an der Außenseite des Hauses vorzunehmen.

Handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus, und sind nicht alle Parteien mit einer Außendämmung einverstanden, muss ebenfalls auf die innenliegende Variante zurückgegriffen werden.

Auch wenn das Haus ungünstig steht, muss oft auch zur Innendämmung gegriffen werden. So kann sich das Gebäude beispielsweise zu nah an einem Nachbargrundstück befinden. Für die Umsetzung einer Außendämmung muss es nämlich möglich sein, ein Gerüst aufzustellen.

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