Was kostet eine Parodontosebehandlung?

Bei der Parodontose bzw. Parodontitis handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnbetts.

Die Krankheit verläuft in der Regel chronisch und kann im schlimmsten Fall zu Zahnausfall und Zurückbildung des Kieferknochens führen, sodass Zahnersatz unvermeidlich wird. Außerdem können weitere Erkrankungen wie Herzinfarkt, Diabetes und Schlaganfälle dadurch begünstigt werden.

Daher sollte in jedem Fall eine Behandlung der Parodontose stattfinden. Je nach Schweregrad gibt es dafür verschiedene Methoden, die teilweise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Private Krankenkassen tragen in der Regel alle damit verbundenen Kosten.

Zwischen 210,- und 580,- Euro an zusätzlichen Kosten für Vorbehandlung, Keimtest und Nachsorge fallen an, wenn Sie sich für die von der Krankenkasse unterstützte Methode entscheiden.

Mit 350,- bis 1.280,- Euro müssen Sie rechnen, wenn Sie sich für eine Laserbehandlung entscheiden, deren Kosten in der Regel nicht von der Krankenkasse getragen werden.

Kosten für die Parodontosebehandlung

Die Kosten für die Parodontosebehandlung variieren je nach Schwere der Erkrankung und Anzahl der benötigten Sitzungen. Auch spielt die Methode eine große Rolle bei der Frage, ob und zu welchem Teil die Krankenkasse die Behandlung bezuschusst.

Grundsätzlich gilt, dass die Kostenübernahme durch die Krankenkasse vorab beantragt werden muss.

Die Krankenkassen verlangen dafür einen Kostenvoranschlag des Zahnarzts, in dem letztlich aufgeschlüsselt wird, welche Kosten die Kasse übernimmt und wie hoch Ihr Eigenanteil ausfällt.

Anschließend wird eine Vorbehandlung durchgeführt, die meist mindestens eine, unter Umständen aber auch mehrere professionelle Zahnreinigungen beinhaltet.
Diese Vorbehandlung ist zwingend erforderlich und muss für die Krankenkasse nachgewiesen werden.

Allerdings müssen Sie die Kosten für die Vorbehandlungen selbst tragen. Sie belaufen sich auf etwa 100,- bis 300,- Euro.

Erfolgt im Rahmen der Vorbehandlungen ein Keimtest, um die Art der krankheitsverursachenden Bakterien festzustellen und entsprechend reagieren zu können, wird dieser ebenfalls nicht von den Kassen übernommen und schlägt mit 60,- bis 80,- Euro zu Buche.

Die eigentliche Behandlung wird dann von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn eine Standard-Parodontose-Behandlung durchgeführt wird.



Alternative, häufig langfristig wirkungsvollere Methoden wie beispielsweise die Behandlung mit Laser, werden nicht übernommen. Hier können die Kosten bei 10,- bis 25,- Euro pro zu behandelndem Zahn liegen.

Es entstehen also schnell Summen zwischen 280,- und 700,- Euro, wenn alle Zähne behandelt werden müssen.

Kostenbeispiel Laserbehandlung

Anzahl ZähneKosten
je Zahn10,- bis 25,- Euro
14 Zähne140,- bis 350,- Euro
28 Zähne280,- bis 700,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Auch für die Nachsorge müssen Sie mit einem Eigenanteil von 50,- bis 200,- Euro rechnen, da die Kassen nicht alle empfohlenen Maßnahmen und Kontrolluntersuchungen übernehmen.
Diese sollten Sie dennoch einhalten, da es sich bei der Parodontose um eine chronische Krankheit handelt, die immer wieder auftreten kann.

Kostenübersicht Parodontosebehandlung

KostenfaktorKosten
Gesamt350,- bis 1.280,- Euro
Vorbehandlungen100,- bis 300,- Euro
evtl. Keimtest60,- bis 80,- Euro
Nachsorge50,- bis 200,- Euro
Gesamt
(bei Kostenübernahme durch Krankenkasse)

210,- bis 580,- Euro
zzgl. Kosten Laserbehandlung140,- bis 700,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Ursachen und Symptome der Parodontose

Verursacht wird die Parodontose durch Bakterien. Die Keime bilden einen Biofilm auf der Zahnoberfläche sowie dem Zahnfleisch, insbesondere an den Stellen, an denen das Zahnfleisch am Zahn anliegt.

Wenn sich dann durch eine nicht behandelte Zahnfleischentzündung das Zahnfleisch zurückbildet, bilden sich sogenannte Zahnfleischtaschen, in denen leicht Entzündungen entstehen können.

Die Entzündungen können sich dann außerdem bis hin zur Zahnwurzel und zum Kieferknochen ausbreiten. Zusätzlich sind die Zähne durch die freiliegenden Zahnhälse empfindlicher und bieten eine größere Angriffsfläche.

Je nach Ausprägung des Zahnfleischschwunds werden die Zähne locker und können schließlich ganz ausfallen. Ebenso kann sich der Kieferknochen zurückbilden.

Bild von Zahnärzten bei Parodontosebehandlung

Mögliche Gründe, die eine starke Ausbreitung der verantwortlichen Bakterien begünstigen können, sind:

  • schlechte Mundhygiene
  • Rauchen
  • zu viele Kohlenhydrate, zu viel Zucker
  • Stress

Eine Parodontose verläuft in der Regel schmerzfrei. Daher kann sie lange unentdeckt bleiben. Bei folgenden Symptomen sollten Sie jedoch aufmerksam werden und Ihren Zahnarzt konsultieren:

  • regelmäßiges Zahnfleischbluten
  • Zurückbildung des Zahnfleischs
  • Mundgeruch

Methoden für die Parodontosebehandlung

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden bei Parodontose.

Die Standard-Behandlung erfordert keine Operation und wird normalerweise von der Krankenkasse bezahlt. Hierbei werden die durch die Bakterien verursachten Beläge entfernt, es erfolgt eine Reinigung der Zahnfleischtaschen sowie eine anschließende Behandlung der zugänglichen Zahnwurzelbereiche.

Je nachdem wird die Behandlung durch Einnahme von Antibiotika ergänzt.

Abgesehen von der Standard-Behandlung gibt es operative Behandlungen, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn ein höherer Schweregrad der Erkrankung vorliegt.

Auch hier werden die Zahnfleischtaschen gereinigt. Sobald diese sehr tief und damit nicht leicht zugänglich sind, werden außerdem kleine Schnitte im Zahnfleisch vorgenommen, um die Zahnfleischtaschen zu öffnen. Dies geschieht unter lokaler Betäubung.

Weiterhin können zusätzliche Maßnahmen erfolgen:

Bei der gesteuerten Geweberegeneration bzw. Guided Tissue Regeneration (GTR) wird zwischen Kieferknochen und Zahnfleisch eine Membran befestigt, die eine Neubildung des Zahnhalteapparats ermöglicht.



Bei einem zurückgebildeten Kieferknochen kommt häufig Knochenmaterial zum Einsatz, das vorher aus dem Körper entnommen wird. Auch künstliche Materialien sind möglich. Somit wird alles stabilisiert.

Bei der plastischen Parodontalchirurgie wird durch aus dem Mundraum entnommenes Gewebe, zum Beispiel vom Gaumen, fehlendes Zahnfleisch zwischen den Zähnen ersetzt.

Ultraschall und Laser sind schmerzarme und effektive Methoden zum Entfernen von entzündetem Gewebe.

Bild von Mann beim Zahnarzt

Nachsorge

Eine gute Nachsorge ist nach einer Parodontosebehandlung essentiell.
Empfohlen werden regelmäßige Nachkontrollen alle 3 Monate, gerade am Anfang aber auch monatlich.

Auch sollte in regelmäßigen Abständen eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durchgeführt werden. Professionelle Zahnreinigungen werden allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Leistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen zum Zweck der Nachsorge bezahlt, sind zwei jährliche Kontrolltermine beim Zahnarzt sowie eine speziell auf Parodontose-Patienten ausgerichtete Kontrolle, die alle zwei Jahre stattfindet.

Sie sollten im Alltag außerdem darauf achten, zweimal täglich die Zähne gründlich putzen, idealerweise ca. eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten. Auch sollten Sie nicht auf die Benutzung von Zahnseide, Interdentalbürstchen und Mundspülungen verzichten.

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