Was kostet eine Privatschule?

Schüler in Deutschland haben Schulpflicht. Dafür können sie eine öffentliche Schule besuchen, oder eine private Schule, eine sogenannte Schule in freier Trägerschaft.
Diese Schulen bieten oft spezielle Ausrichtungen und Angebote. Vom Staat werden sie meist bezuschusst, aber weil sie dadurch lediglich die reinen Unterrichtskosten decken können, wird für alles Weitere Schulgeld erhoben. Das Schulgeld für Privatschulen beträgt im Durchschnitt 100,- bis 800,- Euro im Monat.

Kosten einer Privatschule

Die durchschnittlichen Kosten umfassen bereits eine weite Spanne, allerdings können die monatlichen Kosten mit mehreren tausend Euro noch weitaus höher als 800,- Euro pro Monat ausfallen.
Grundsätzlich ist dies je nach Schule sehr unterschiedlich und sollte bei den Schulen, die in Frage kommen, in Erfahrung gebracht werden. Häufig werden die Kosten für das Schulgeld anhand des Einkommens der Eltern gestaffelt, sodass einkommensstarke Eltern mehr bezahlen, und einkommensschwache Familien weniger. Allerdings sind dabei Kosten, die an öffentlichen Schulen auch anfallen würden, meist nicht inbegriffen, so zum Beispiel Schulbücher, Ganztagsbetreuung, Verpflegung.

Einigen Privatschulen ist außerdem ein Internat angehängt. Das bietet die Möglichkeit, dass Schüler besondere Bildungsangebote wahrnehmen können, obwohl sie nicht in der Nähe wohnen. Teilweise sind Schul- und Internatsleben eng verknüpft, sodass das Internat zwingend besucht werden muss.
Für eine Unterbringung im Internat fallen monatlich natürlich weitere Kosten an, sie können sich zwischen durchschnittlich 400,- bis ca. 2.000,- Euro bewegen.
Auch hier wird nach Einkommen gestaffelt.

Kostenüberblick Privatschulen – Tabelle

 Kosten pro Monat (Durchschnitt)Kostenbeispiel für Privatschulbesuch ab Klasse 10 (3 Jahre)Kostenbeispiel für eine Schulzeit von 8 Jahren
Gesamt500,- bis 2.800,- Euro18.800,- bis 100.800,- Euro48.000,- bis 268.800,- Euro
Schulgeld100,- bis 800,- Euro3.600,- bis 28.800,- Euro9.600,- bis 76.800,- Euro
Internat400,- bis 2.000,- Euro14.400,- bis 72.000,- Euro38.400,- bis 192.000,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Durch die Staffelung soll gewährleistet sein, dass auch Kinder aus einkommensschwachen Familien nicht von einem Privatschulbesuch ausgeschlossen sind.
Zur Kostendeckung können auch Stipendien in Frage kommen. Ab der zehnten Klasse kann zudem Schüler-BAföG beantragt werden.
Zusätzlich können bis zu 30 Prozent der Kosten für Schulgeld als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.


Was unterscheidet Privatschulen von öffentlichen Schulen?

Grundsätzlich kann in Deutschland jeder eine eigene Schule gründen, wichtig ist lediglich eine staatliche Genehmigung. Das Recht darauf beruht auf den Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Damit soll eine gleichgeschaltete Bildung verhindert werden.

Schulen, die also aufgrund dieses Rechts von privaten Trägern oder Privatpersonen gegründet werden, haben außerdem das Recht auf Bezuschussung durch den Staat, sofern sie genehmigt wurden. An staatlich genehmigten Schulen können allerdings keine Prüfungen abgelegt werden, die zu einem Schulabschluss qualifizieren, das muss dann ausgelagert werden. Zu diesem Zweck werden Kooperationen mit staatlichen Schulen in der Umgebung eingegangen.

Neben staatlich genehmigten Schulen gibt es aber auch staatlich anerkannte Schulen, die Schulabschlüsse selbst vergeben können und damit mindestens die vollen Leistungen einer öffentlichen Schule anbieten.

Sehr viele Privatschulen unterstehen kirchlichen Trägern, darunter zum Beispiel auch reine Mädchenschulen oder Internate. Inwieweit der Schulalltag religiös geprägt ist, kann sich je nach Schule aber sehr unterscheiden. Privatschulen unter kirchlicher Trägerschaft kosten meist weniger Schulgeld als andere Privatschulen. Hier liegt der Schnitt bei 50,- bis 200,- Euro pro Monat.

Private Schulen wie Waldorf- oder Montessori-Schulen haben im Vergleich zu öffentlichen Schulen einen ganz anderen pädagogischen Ansatz, der sich meist noch mehr auf Persönlichkeitsbildung und freie Entfaltung konzentriert.

In diese Richtung gibt es auch viele kleinere, freie Schulen, die teilweise von Eltern und Elternverbänden gegründet wurden, und ebenfalls alternative Lern- und Pädagogikmethoden anbieten.

Daneben gibt es Privatschulen, häufig mit Internat, die den vollen Umfang staatlicher Schulen durch spezielle Angebote erweitern, um besonders begabte und engagierte Schüler zu fördern. So gibt es beispielsweise Sportinternate oder Internate für hochbegabte Kinder und Jugendliche. Diese kosten meist mehrere tausend Euro pro Monat.

Internationale Schulen sind häufig ebenfalls recht teuer, bieten aber ihren Unterricht ganz oder teilweise in einer Fremdsprache an und führen zum internationalen Abitur.



Privatschulen haben gegenüber staatlichen Schulen vor allem das Privileg, dass sie sich ihre Schüler selbst aussuchen können. Deshalb werden Bewerbungen eingehend geprüft und mindestens Anmeldungsgespräche geführt, um einzuschätzen, ob ein Kind zur Schule passt. Es kann aber auch beispielsweise das Ablegen eines Eignungstest oder die Teilnahme an einem Probeunterricht gefordert werden.

Grundsätzlich gilt: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, beziehen Sie charakterliche Eigenschaften, Interessen und Neigungen mit ein und finden Sie die Schule, die am besten zu Ihrem Kind passt, und an der es sich wohlfühlt.

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