Was kostet eine Tagesmutter?

Eltern mit Kindern ab drei Jahren haben seit einiger Zeit einen rechtlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Jedoch müssen oftmals auch jüngere Kinder betreut werden. Da Krippenplätze rar gesät sind, greifen immer mehr Eltern auf eine Kindertagespflegeperson (Tagesmutter) zur Kinderbetreuung zurück.

Lassen Sie Ihr Kind 30 Stunden in der Woche von einer Tagesmutter betreuen, kostet Sie das etwa zwischen 360,- und 960,- Euro im Monat.


Die Vorteile liegen auf der Hand: Tagesmütter betreuen in der Regel nur maximal 5 Kinder, teilweise sogar nur ein einziges. Daher können sie sehr individuell auf die Kinder eingehen und ihnen eine Art „Ersatzfamilie“ bieten.

Zudem können Eltern die Betreuungszeiten flexibel je nach Bedarf abstimmen. Die Betreuung findet in einer realistischen Wohnumgebung statt und das Kind kann sich auf eine Bezugsperson fixieren.

Kosten für eine Tagesmutter

Für Tagesmütter gelten grundsätzlich keine verbindlichen festen Gebührensätze, da sie freiberuflich tätig sind. Für sie gilt auch der Mindestlohn nicht, weshalb das Honorar sehr unterschiedlich ausfallen kann und mit den Eltern ausgehandelt wird.

Die Kosten schwanken je nach Umfang der Betreuung, Anzahl der Kinder und Qualifikation der Tagesmutter. Sie sollten mit Kosten zwischen 3,- und 8, Euro pro Kind und Stunde rechnen. Die Preise unterscheiden sich jedoch regional recht stark.

Hier sind einmal Hochrechnungen für verschiedene Betreuungszeiten dargestellt:

Honorar einer Tagesmutter

Betreuungszeit10 h pro Woche30 h pro Woche45 h pro Woche
Kosten pro Woche20,- bis 80,- Euro90,- bis 240,- Euro135,- bis 360,- Euro
Kosten pro Monat120,- bis 320,- Euro360,- bis 960,- Euro540,- bis 1.440,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Einige Tagesmütter arbeiten mit dem Jugendamt zusammen. In diesem Fall Zahlen Sie den monatlichen Betrag für die Kinderbetreuung ans Jugendamt. Dieses rechnet dann wiederum mit der Tagesmutter ab.

Eventuell können Sie auf diese Weise auch von Zuschüssen profitieren. Mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Zusatzkosten und Zuschüsse bei der Betreuung durch eine Tagesmutter

Zum Grundhonorar kommen häufig Kosten für Verpflegung, Ausflüge etc. Auch besondere Ansprüche wie Bio-Mahlzeiten oder spezielle Ernährung bei Lebensmittelunverträglichkeiten können ins Geld gehen.

Pro Monat sollten Sie 15,- bis 90,- Euro an Zusatzkosten einplanen. Diese zahlen Sie direkt an die Tagesmutter.

Tipp: Sprechen Sie vorher mit der Tagesmutter ab, wie sie Kosten reduzieren können, indem Sie beispielsweise verschiedenes Zubehör wie Windeln oder Spielzeug selbst bereitstellen. Auch das Essen können Sie für Ihr Kind vorbereiten. Manche Tagesmütter gewähren außerdem Rabatte für Geschwisterkinder.

Haben Sie nur ein niedriges Einkommen, sind aber in der Ausbildung oder berufstätig, sodass die Kinderbetreuung dringend erforderlich ist, so kann ein Zuschuss beim Jugendamt beantragt werden. Für viele Eltern eignet sich auch eine Kombination aus Kindergarten und Tagesmutter.

Bild von Kind beim Spielen im Sandkasten

Die Höhe der Kostenübernahme durch das Jugendamt ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Hier zwei typische Praxisbeispiele, die Ihnen zur Orientierung dienen können:

Lea ist eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern im Alter von 2 und 7 Jahren.

Ihre Gemeinde gewährt einen Personen-Freibetrag von 700,- Euro für Lea und jeweils 200,- Euro für jedes Kind pro Monat. Angerechnet werden auch 500,- Euro für Miete und 50,- Euro für Versicherungen. Daraus berechnet sich eine monatliche Belastungsgrenze von 1.650,- Euro.

Leas monatliche Einnahmen liegen aber inklusive Kindergeld unter diesem Betrag. Das zuständige Jugendamt reduziert deshalb die Betreuungskosten der Tagesmutter um 1,20 Euro pro Stunde. Statt 4,- Euro liegen diese nun also bei 2,80 Euro pro Stunde.

Für eine Betreuung von zwanzig Stunden pro Woche ihrer kleinen Tochter durch eine Tagesmutter zahlt Lea also 240,- Euro pro Monat. Dazu kommen noch 30,- Euro Sachkostenzuschlag für die Tagesmutter.

Insgesamt gibt Lea jeden Monat 270,- Euro für die Tagesmutter aus.

Richard und Antje leben mit ihren zwei kleinen Kindern in einer anderen Stadt. Beide Kinder sollen von einer Tagesmutter betreut werden.

Die monatlichen Personen-Freibeträge liegen hier bei 800,- Euro für den Familienvater und je 300,- Euro für jedes weitere Familienmitglied. Dazu kommen 700,- Euro für Miete und 150,- Euro für Versicherungen. Die monatliche Belastungsgrenze liegt also bei 2.550,- Euro.

Die Einnahmen der Familie belaufen sich auf 3.000,- Euro pro Monat. Damit wird der Freibetrag überschritten. Die Berechnung der Eigenbeteiligung an den Kosten der Tagesmutter erfolgt anteilig.

Die Tagesmutter erhält vom Jugendamt einen Stundenlohn von 9,- Euro. Beide Kinder sollen 15 Stunden pro Woche betreut werden. Das ergäbe Kinderbetreuungskosten in Höhe von rund 1.160,- Euro pro Monat.

Richard und Antje müssen sich jedoch nur mit einem Beitrag in Höhe von 70 Prozent ihres Einkommensüberschusses an diesen Kosten beteiligen. Pro Monat zahlen sie also 315,- Euro für die Betreuung ihrer Kinder. Dazu kommen noch 40,- Euro Sachkostenzuschlag.

Insgesamt zahlen die beiden 355,- Euro im Monat für die Tagesmutter.

Sind die Betreuungskosten steuerlich absetzbar?

Bis zu 4.000,- Euro Betreuungskosten können im Jahr pro Kind von der Steuer abgesetzt werden. Dabei können Sie die Kosten für eine Tagesmutter nur steuerlich geltend machen, wenn das Kind betreut werden muss, da Sie einer Berufstätigkeit nachgehen.

So finden Sie die passende Tagesmutter

Die passende Tagesmutter können Sie über zentrale Vermittlungsstellen in Ihrer Stadt finden oder auch über das Jugendamt, Nachbarschaftsinitiativen oder Wohlfahrtsverbände.

Kindertagespflegepersonen bekommen nach einer speziellen Prüfung die Erlaubnis zur Kinderbetreuung. Diese wird in der Regel für 5 Jahre erteilt und muss danach erneut beantragt werden.


Tagesmütter sind keine ausgebildeten Erzieher, haben aber in jedem Fall eine Ausbildung abgeschlossen.

Seriöse Tagesmütter erkennen Sie auch daran, dass sie jährlich mindestens 20 fachbezogene Fortbildungsstunden besuchen.

Hat die Tagesmutter keine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt, so empfiehlt sich die Vorsorge über eine private Unfallversicherung. Bei Tagesmüttern mit Pflegeerlaubnis ist dies nicht unbedingt nötig.

Wählen Sie Ihre Tagesmutter nicht nur anhand von finanziellen Kriterien aus. Wichtig ist vor allem die Sympathie zwischen Kind, Eltern und Betreuer.

Checkliste Tagesmutter

Unsere Checkliste zeigt Ihnen, was sie bei der Auswahl einer Tagesmutter beachten sollten und was es mit ihr abzusprechen gilt:

  • Wie lange benötigen Sie eine Kinderbetreuung?
  • Zu welchen Zeiten kann das Kind gebracht und wieder abgeholt werden?
  • Welche Qualifikationen hat die Tagesmutter? Hat sie eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt? Welche Erfahrungen bringt sie mit?
  • Wann sind Ihre Urlaube geplant? Wann plant die Tagesmutter ihren Urlaub?
  • Was passiert wenn die Tagesmutter krank wird? Gibt es eine Vertretung? (Ist die Tagesmutter durch das Jugendamt vermittelt worden, ist eine Vertretung bei Krankheit Pflicht!)

  • Was ist der normale Tagesablauf bei der Kinderbetreuung?
  • Wie viele andere Kinder werden noch betreut? Wie ist die Gruppe zusammengesetzt?
  • Werden Mahlzeiten angeboten?
  • Wird das Kind altersgerecht gefördert? Welche pädagogischen Ziele werden verfolgt?
  • Sind die Räumlichkeiten “kindersicher” und altersgerecht eingerichtet?
  • Hält die Tagesmutter regelmäßig Rücksprache mit den Eltern?

Schließen Sie dazu unbedingt einen Betreuungsvertrag, in dem alle Regelungen für die Betreuung eindeutig geklärt sind.

Tipp: In unserem Artikel zum Thema „Was kostet ein Kind?“ bekommen Sie einen Überblick darüber, mit welchen weiteren Kosten Sie im Laufe der Zeit für Ihr Kind rechnen müssen.
Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!

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