Was kostet eine Terrassenüberdachung?

Gemütlich im Schatten einen Cocktail schlürfen oder das Sommergewitter genießen ohne nass zu werden: eine überdachte Terrasse macht’s möglich. Um diesen Wunsch wahr werden zu lassen, müssen Sie nicht einmal zu tief ins Portemonnaie greifen.

Abhängig von der Größe und den Materialien können Sie Ihre Terrasse bereits für 400,- Euro überdachen lassen. Die mittlere Preisklasse bewegt sich zwischen 1.000,- und 4.000,- Euro.


Nach oben gibt es allerdings wie so oft keine Grenzen. Ausgefallene Maßanfertigungen mit Seitenwänden und hochwertigem Sonnenschutz können durchaus 10.000,- Euro kosten.

Kostenfaktoren beim Bau einer Terassenüberdachung

Die wichtigsten Faktoren, die die Kosten einer Terrassenüberdachung beeinflussen, sind natürlich die Größe und das verwendete Material. Das sind aber noch nicht die einzigen Kosten, die auf Sie zukommen. Vergessen Sie nicht, auch Montage und Lieferung in Ihre Planung einzubeziehen.

Terrassenüberdachungen haben normalerweise eine leichte Neigung von 3 bis 15 Grad, damit Regenwasser ablaufen kann. Trotzdem kann das Anbringen eines Rinnensystems nötig sein. Auch der Anschluss ans Hausdach kann Extrakosten verursachen.

Eventuell müssen Sie den Bau auch beim zuständigen Bauamt anmelden. Dafür werden Verwaltungskosten fällig.

Bevor auf diese Faktoren und die Kosten verschiedener Zusatzelemente eingegangen wird, hier schon mal ein kurzer Kostenüberblick.

Die angegebenen Preise beziehen sich auf Preise für serielle Terrassenüberdachungen. Kosten für Lieferung und Montage sind nicht inkludiert.

Übersicht über Kosten für verschiedene Terrassenüberdachungen

Größe /
Überdachungstyp
200 x 300cm300 x 500cm
Holz und Polycarbonat250,- bis 500,- Euro850,- bis 2.500,- Euro
Leimholz und Polycarbonat1.500,- bis 2.000,- Euro2.500,- bis 3.000,- Euro
Aluminium und Polycarbonat700,- bis 1.000,- Euro1.000,- bis 2.900,- Euro
Aluminium und Glas2.000,- bis 2.500,- Euro3.500,- bis 4.500,- Euro
freistehende Terrassenüberdachung
Aluminium und Polycarbonat
1.800,- bis 2.500,- Euro3.000,- bis 3.500,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Material von Terrassenüberdachungen

Angegeben werden in der Regel die Materialien von Trägerelementen und Überdachung. Normalerweise besteht das Dach aus durchsichtigem, lichtdurchlässigem Material, aber auf Wunsch sind auch Terrassenüberdachungen mit Ziegel möglich.


Das hat den Vorteil, dass sich die Terrassenüberdachung optisch gut ans Gebäude anpasst. Allerdings können Sie dann natürlich die Sonne nicht so gut genießen.

Aber auch andere Baustoffe haben Ihre Vor- und Nachteile:

Terrassenüberdachungen aus Holz

Terrassenüberdachungen aus Holz bestechen durch Ihren natürlichen Look und vergleichsweise niedrige Preise. Außerdem können Sie die Terrassenüberdachung oftmals in Ihrer Wunschfarbe gestalten.

Einer der Nachteile liegt jedoch auf der Hand: Holz braucht Pflege. Mindestens aller zwei Jahre ist eine Lasur nötig.

Es ist beim Kauf wichtig, darauf zu achten, um was für ein Holz es sich handelt. Damit ist nicht primär die Baumart gemeint, von dem die Bauteile stammen, sondern die Art der Verarbeitung.

Wählen Sie eine Terrassenüberdachung aus Holz, sollten Sie Holz wählen, dass kesseldruckimprägniert ist. Dadurch ist es weniger anfällig für Witterung und Sie haben länger Freude daran.

Besonders hochwertig ist Leimholz. Zwar kosten Terrassenüberdachungen aus Leimholz gut das doppelte, sind dafür aber auch extrem widerstandsfähig und belastbar.

Terrassenüberdachungen aus Aluminium

Zwar gibt es auch Terrassenüberdachungen aus Edelstahl, aber Aluminium wird deutlich häufiger verwendet. Aluminium wirkt optisch moderner als Holz, kann aber auch einen ästhetischen Kontrast mit dem restlichen Gebäude verursachen. Ein weiterer Nachteil ist der höhere Preis.

Dafür hat Aluminium auch einige Vorteile: Es rostet nicht und ist insgesamt sehr witterungsbeständig. Noch dazu ist Alu extrem pflegeleicht und leicht zu reinigen.

Terrassenüberdachungen mit Dach aus Polycarbonat

Dächer aus Polycarbonat oder anderen Kunststoffen wie beispielsweise Plexiglas sind die häufigste Variante bei Terrassenüberdachungen. Das liegt hauptsächlich am Preis. Ein großer Nachteil ist, dass minderwertige Kunststoffdächer mit der Zeit blind werden können.


Häufig finden Sie in Verbindung mit Kunststoffdächern die Bezeichnung “Doppelstegplatte”. Das bedeutet, dass das Dach aus zwei Platten besteht, die durch kleine Stege miteinander verbunden sind. Dazwischen befinden sich Hohlräume mit Luft.

Terrassenüberdachungen mit Dach aus Verbundsicherheitsglas

Glasdächer sind die Luxusausführung der Überdachung. Obwohl der Preis für die Terrassenüberdachung bei Verwendung von Glas statt Kunststoff locker um mehrere tausend Euro steigen kann, erfreut es sich großer Beliebtheit.

Verwendet wird in der Regel Verbundsicherheitsglas. Dieses besteht aus zwei Glasschichten, die mit einer Folie verbunden sind.

Glasdächer sind sehr witterungsbeständig und bruchsicher, außerdem werden sie nicht so schnell blind. Allerdings sind sie recht schwer. Deshalb muss bei der Planung darauf geachtet werden, dass die Konstruktion stark genug für dieses Dachmaterial ist.

Größe und Form der Terrassenüberdachung

Je größer die Terrassenüberdachung, desto höher der Preis. Eine Faustregel, wie sehr die Kosten in Abhängigkeit von der Quadratmeterzahl steigen, lässt sich leider nicht angeben. Dazu sind die Optionen einfach zu vielfältig.

Auch die Form der Terrassenüberdachung kann den Preis in die Höhe treiben. Beliebt sind beispielsweise freistehende überdachte Terrassen, die nicht an eine Hauswand angrenzen oder Terrassenüberdachungen, die ums Eck gehen. Der Fantasie sind hier quasi keine Grenzen gesetzt.

Aber: Je ausgefallener die Form, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bei einem Anbieter ein vorgefertigtes Modell finden.

Allerdings können Sie auch sparen: Zum Beispiel sind Terrassenüberdachungen in Form einer Pergola recht beliebt. Ist Ihnen ein grünes Blätterdach genug, können Sie bei dieser Form glatt auf das Dach verzichten. So sparen Sie die Materialkosten für Kunststoffdach oder Verbundsicherheitsglas.

Kosten von Sonnenschutz und Seitenwänden für Terrassenüberdachungen

Ein schnell vergessener Kostenpunkt ist der Sonnenschutz. Dabei ist er ziemlich wichtig, wenn Sie nicht gern in der prallen Sonne sitzen. Zudem kann ein guter Sonnenschutz auch ein übermäßiges Aufheizen der Terrassenfläche verhindern.

Man unterscheidet zwischen:

  • Außenbeschattung: Der Sonnenschutz ist auf dem Dach angebracht. So kann Aufheizen besonders wirkungsvoll verhindert werden.
  • Innenbeschattung: Der Sonnenschutz wird unter dem Dach angebracht. Darunter fällt zum Beispiel auch das klassischen Sonnensegel.
  • Markise: Eine Markise wird an der Dachkante der Terrassenüberdachung oder der Hauswand angebracht und schützt vor tiefstehender Sonne.

Je nachdem, wie hochwertig Ihr Sonnenschutz sein soll, müssen Sie auch entsprechend mehr zahlen.

Günstige Markisen sind schon ab 20,- Euro zu haben. Ein gutes Modell kostet in der Regel zwischen 250,- und 500,- Euro.

Bei Innen- und Außenbeschattungen ist es ähnlich. Einfache Modelle kosten einige hundert Euro, High-Tech-Beschattungsanlagen mit automatischer Steuerung und ausfahrbaren Gelenken bis zu mehreren tausend Euro.

Tipp: Wählen Sie Ihren Sonnenschutz so, dass der Tageslichteinfall im Haus möglichst wenig verringert wird.


Ein weiteres zubuchbares Element sind Seitenwände. Sie empfehlen sich nicht nur bei neugierigen Nachbarn, sondern beispielsweise auch, wenn es in Ihrer Region windig ist. Außerdem können Sie Gemütlichkeit vermitteln.

Die Möglichkeiten reichen von einfachen Seitenwänden und halbhohen Sichtschutzelementen bis hin zu Glasschiebetüren oder der Erweiterung zum Wintergarten.

Hier ein preislicher Überblick. Die Angaben gelten für Seitenwände mit einer Größe von 300 x 300 Zentimetern.

Übersicht über Preise für Seitenwände für Terrassenüberdachungen

Seitenwand-TypPreis
Holzab 250,- Euro
Aluminiumab 1.000,- Euro
Glas850,- bis 2.000,- Euro
Polycarbonatab 300,- Euro
Glasschiebetür mit drei Elementen1.200,- bis 2.300,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.
Bei vielen Anbietern sind Seitenwände aus Aluminium auch mit Lichteinlass erhältlich. Es empfiehlt sich, das Seitenelement gleich mit der restlichen Überdachung zu bestellen. Ansonsten müssen Sie eventuell doppelt für Lieferung und Montage aufkommen.

Planen Sie, eine überdachte Terrasse in einen Wintergarten zu verwandeln, dann überprüfen Sie unbedingt, ob Ihre Baugenehmigung das gestattet.

Kosten von Lieferung und Montage einer Terrassenüberdachung

Lieferung und Montage sind bei der Kostenkalkulation ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Je nach Anbieter können die Lieferkosten bereits im Preispaket inkludiert sein.

In der Regel zahlen Sie für die Lieferung 50,- bis 250,- Euro. Für die Montage fallen weitere 600,- bis 1.500,- Euro an.

Diese Preise sind durchaus gerechtfertigt. Die einzelnen Bauteile sind oft sehr schwer und unhandlich, müssen aber trotzdem millimetergenau sitzen. Auch der Baugrund muss vorbereitet werden. Damit eine gute Statik gewährleistet ist, müssen die Bauteile auf einem guten Fundament stehen.

Überprüfen Sie, ob der Anschluss an die Dachkante und die Installation eines Regenwasser-Ablaufsystems bereits in den Montagekosten enthalten ist. Falls nicht, kommen weitere 200,- bis 500,- Euro an Zusatzkosten auf Sie zu.

Verwaltungskosten beim Bau einer Terrassenüberdachung

Je nach Bundesland und Größe der geplanten Terrassenüberdachung kann es sein, dass Sie für das Bauvorhaben eine Baugenehmigung brauchen. Eine Terrassenüberdachung gilt nämlich als Anbau.

Das Bauamt überprüft, ob Sie verschiedene Vorschriften einhalten, beispielsweise Mindestabstände zu Nachbargebäuden.

Die Verwaltungsgebühren betragen rund 60,- bis 250,- Euro. Benötigen Sie außerdem die Unterschrift eines Architekten oder Statikers, kann das weitere 200,- bis 300,- Euro kosten.

Die Regelungen, wann Sie eine Genehmigung benötigen und wann nicht, sind von Bundesland zu Bundesland so verschieden, dass hier keine Angaben dazu gemacht werden können. Am Besten, Sie erkundigen sich bei der zuständigen Behörde.

Sie benötigen:

  • die technischen Unterlagen mit der Unterschrift des Entwurfsverfassers
  • einen Lageplan
  • aktuelle Flurkarten
  • die erforderlichen Antragsformulare

Hier eine gute Nachricht: Erhalten Sie die Genehmigung zum Bau, können auch Vetos Ihrer Nachbarn in aller Regel den Bau nicht verhindern.

Übrigens: Sollten Sie vergessen haben, die Baugenehmigung zu beantragen, kann diese oft auch nachträglich erteilt werden.

Nehmen Sie das Thema trotzdem nicht auf die leichte Schulter. Falls Sie ohne Baugenehmigung bauen, drohen empfindliche Strafen und im schlimmsten Fall kann sogar der Rückbau angefordert werden. Für dessen Kosten müssen Sie selbst aufkommen.

Zum besseren Verständnis der Zusammensetzung der Gesamtkosten hier ein Praxisbeispiel:

Frau Jürgen hat eine Terrasse mit einer Fläche von 300 x 400 Zentimetern. Die Dachkante befindet sich in einer Höhe von 250 Zentimetern.

Zu Ihrer Freude braucht Sie für die Terrassenüberdachung, die ihr vorschwebt, in ihrem Bundesland keine Baugenehmigung. So kann Sie die Verwaltungskosten sparen.

Da Sie sich eine Spezialanfertigung nicht leisten kann, bestellt Sie eine Element-Terrassenüberdachung im Baumarkt. Sie entscheidet sich für eine Überdachung aus Leimholz und Plexiglas. Die Kosten dafür betragen 2.500,- Euro.

Dazu ordert sie noch zwei halbhohe Brüstungen aus Holz für die kurzen Seiten ihrer Terrasse. Diese kosten je 120,-  Euro.

Da es in Ihrer Region viel regnet, kommt dazu noch ein Rinnensystem zum Preis von 150,- Euro.

Selbstverständlich denkt Frau Jürgen auch an einen Sonnenschutz. Ihre Terrasse liegt auf der Westseite. Das heißt, dort gibt es nur selten starken Lichteinfall von oben, sondern eher von der Seite und von der tiefstehenden Sonne.

Deshalb genügt ihr eine Markise. Die Markise kostet 320,- Euro.

Für die Lieferung der Teile werden Frau Jürgen 70,- Euro in Rechnung gestellt. Deutlich teurer ist da die Montage, die inklusive des Dachanschlusses 980,- Euro kostet.

Insgesamt zahlt Frau Jürgen für ihre 300 x 400 Zentimeter Terrassenüberdachung also  4.260,- Euro.

Sonderanfertigung von Terrassenüberdachungen

Standardangebote vom Baumarkt oder Gartenfachhandel können natürlich nicht allen Sonderwünschen gerecht werden. Bei einer Sonderanfertigung können Sie sämtliche Extrawünsche verwirklichen, wie beispielsweise eine Solaranlage auf dem Dach der Terrassenüberdachung.

Weitere Vorteile sind:

  • Verwirklichung individueller Designwünsche
  • Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort
  • Auswahl der bevorzugten Materialkombinationen und Farben
  • Sie können Ihr Budget selbst bestimmen.

Billig ist die Sonderanfertigung einer Terrassenüberdachung allerdings nicht. Denn falls Sie nicht zufällig Bauingenieurwesen studiert haben, benötigen Sie beim Entwurf einer Terrassenüberdachung unbedingt die Hilfe eines Profis. Schließlich möchten Sie nicht, dass Ihnen der Bau auf den Kopf fällt. Das kann mehrere hundert bis mehrere tausend Euro kosten.

Allerdings können Ihnen diese Profis oft bei der Beschaffung des Materials oder beim Finden einer geeigneten Montagefirma weiterhelfen.

Sollten Sie doch großes Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten haben, müssen Sie zumindest die Statik des geplanten Baus überprüfen lassen. Neben Architekten kommen dafür auch Bausachverständige und Statiker infrage. Ausführliche  Details zu deren Kosten erhalten Sie, wenn Sie den Links folgen.

Vergessen Sie auch bei einer Sonderanfertigung nicht, zunächst die Baugenehmigung einzuholen.

So können Sie sparen

Die einfachste Möglichkeit, beim Bau Ihrer Terrassenüberdachung zu sparen, ist natürlich bei der Wahl der Materialien bescheiden zu sein und die Größe gering zu halten.

Entscheiden Sie sich zum Beispiel für eine Pergola statt für eine Terrassenüberdachung mit Dach, können Sie leicht tausend Euro sparen. Und ob Sie Plexiglas oder echtes Glas verwenden, fällt wahrscheinlich nur den wenigsten Ihrer Gäste auf.

Tipp: Wenn möglich, planen Sie die Überdachung der Terrasse schon beim Bau der Terrasse. So sparen Sie Kosten bei der Montage und den Vorarbeiten am Baugrund.


Auch über das Anbringen einer Photovoltaikanlage auf dem Terrassendach könnten Sie in Betracht ziehen. Durch diese Investition haben Sie nach einigen Jahren die Kosten für die Terrassenüberdachung an den Stromkosten gespart.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Montage selbst zu übernehmen. Diese Aufgabe sollten Sie sich aber nur zumuten, wenn Sie wirklich ein sehr erfahrener Heimwerker sind.

Prüfen Sie auch die Angebote auf Portalen wie ebay. Teilweise werden dort Terrassenüberdachungen vergünstigt angeboten.

Am besten genießt man den Sommer aber nicht nur auf der Terrasse, sondern wenn man sich von dort aus direkt in den Pool stürzen kann. Was ein eigener Pool kostet, erfahren Sie hier.

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (Jetzt als erster bewerten!)

Loading...

Kategorien Garten

Schreibe einen Kommentar