Was kostet eine Tierhalterhaftpflichtversicherung?

Egal wie friedlich Ihr Tier ist: Ist es viel draußen und hat eine gewisse Größe, besteht immer das Risiko, dass es Schaden anrichten kann.

Sollte es so weit kommen, müssen Sie mit Ihrem Privatvermögen dafür haften. Im schlimmsten Fall – inbesondere bei Personenschäden – entstehen dabei jedoch Schäden in Millionenhöhe.

Daher sollten Sie darüber nachdenken, eine Tierhaftpflichtversicherung abzuschließen. Die Preise hierfür beginnen bei etwa 50,- Euro jährlich. 

Wichtig sind Tierhaftpflichtversicherungen vor allem für Hunde– und Pferdebesitzer. Schäden durch kleinere Tiere wie Hamster, Meerschweinchen, Katzen und Kaninchen sind häufig bereits durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Was Ihre private Haftpflichtversicherung jedoch genau abdeckt, sollten Sie vorab unbedingt erfragen.

Kosten für die Tierhaftpflichtversicherung

Die Kosten für die Tierhaftpflicht beginnen bereits ab wenigen Euro pro Monat.

Angegeben werden meist die jährlichen Kosten, die für Hundebesitzer ab 50,- Euro und für Pferdebesitzer ab 100,- Euro beginnen. Im Schnitt sollten Sie von 50,- bis 100,- Euro jährlich für einen Hund, sowie 100,- bis 150,- Euro für ein Pferd ausgehen.

Viele Versicherungen ermöglichen es, weitere Tiere gegen geringere Kosten pro weiteres Tier zu versichern.

TierMonatlicher BeitragJährlicher Beitrag
Hundab 4,- Euroab 50,- Euro
Kampfhund/Listenhundab 6,- Euroab 70,- Euro
Pferdab 8,- Euroab 100,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Beispiel

Frank besitzt drei Hunde, die er über eine Hundehaftpflichtversicherung versichern möchte. Der Versicherer erhebt einen Beitrag von 60,- Euro jährlich für den ersten Hund, sowie 40,- Euro für jeden weiteren Hund.

Frank kommt somit auf eine jährliche Summe von 140,- Euro. Monatlich bedeutet dies Kosten von 11,67 Euro.

Wenn Ihr Tier Junge bekommt, sind diese meist für eine gewisse Zeit automatisch mitversichert, ehe eine eigene Versicherung notwendig wird. Grundsätzlich sollten Sie Ihren Versicherer über Nachwuchs informieren.

Je nach Tarif und Vertragslaufzeit kann die Deckungssumme bis zu 50 Millionen Euro betragen.

Sie sollten in jedem Fall darauf achten, dass in Ihrer Police eine Summe von mindestens 4 Millionen Euro abgedeckt ist. Die Schäden, die durch Ihr Tier entstehen können, sind nicht zu unterschätzen.


Sollte beispielsweise Ihr Hund auf eine Straße rennen und dort einen Unfall verursachen, der für einen Dritten zu einer Invalidität führt, sind Sie im schlimmsten Fall verpflichtet, eine Rente zu bezahlen.

Auch Pferde können schnell großen Schaden verursachen. Obwohl es sich um eher friedliche Fluchttiere handelt, können sie gerade aus den daraus resultierenden Reflexen schwer kontrollierbar werden. Durch ihre Größe und ihr Gewicht kann dabei schnell etwas passieren – und wenn es nur der Schaden an der gemieteten Pferdebox ist.

Wenn Sie bei den Beiträgen sparen wollen, können Sie dies tun, indem Sie eine Police mit Selbstbeteiligung abschließen. Allerdings sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie sich eine Selbstbeteiligung im Ernstfall leisten können oder wollen.

Auch die Deckungssumme ist oftmals frei wählbar. Wie bereits erwähnt sollte diese aber bei mindestens 4 Millionen Euro liegen.

Übrigens: Die Kosten für die Tierhaftpflicht sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar.

Bild von Hundeblick

Wann ist eine Tierhaftpflicht Pflicht?

Eine Tierhaftpflichtversicherung an sich ist nicht vorgeschrieben. Ausnahme sind hier Hundebesitzer, die in folgenden 5 Bundesländern einer allgemeinen Pflicht für Tierhalterhaftpflicht unterliegen:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

In Nordrhein-Westfalen gilt eine Versicherungspflicht erst, wenn der Hund eine gewisse Größe hat, in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz hingegen nur dann, wenn der Hund schon einmal auffällig wurde.

Des Weiteren müssen bestimmte Hunderassen, die sogenannten Kampf- oder Listenhunde, grundsätzlich versichert werden.

Hier ist die Schwierigkeit, Versicherer zu finden, die eine Tierhaftpflicht für diese Rassen anbieten. Die Beiträge fallen meist höher aus und beginnen bei etwa 70,- Euro pro Jahr und damit knapp 6,- Euro monatlich.

Unter Umständen bezahlt Ihre Tierhaftpflicht nicht, wenn Sie die Leinen- oder Maulkorbpflicht vernachlässigt haben (zumindest, wenn dies vorsätzlich geschehen ist).

Für Pferdebesitzer besteht grundsätzlich keine Verpflichtung zur Tierhaftpflichtversicherung, sie ist aber in jedem Fall anzuraten.

Wenn Sie Ihr Pferd im Rahmen einer Reitbeteiligung auch von anderen reiten und betreuen lassen, ist es ratsam, sich vorab zu erkundigen, ob dieser Fall in Ihrer Police abgedeckt ist.

Ansonsten kann es passieren, dass die Versicherung die Kosten nicht übernimmt, wenn Ihr Pferd unter Aufsicht der Person, mit der Sie die Reitbeteiligung vereinbart haben, einen Schaden verursacht.


Wichtig zu wissen

Eine gute Police bietet einen Auslandsschutz an. Wenn Sie mit Ihrem Hund in den Urlaub fahren wollen, sollten Sie in jedem Fall darauf achten, dass ein solcher Auslandsschutz gegeben ist.

Beachten Sie, dass eine Tierhaftpflicht nur für diejenigen Schäden aufkommt, die Dritten durch Ihr Tier entstehen. Schäden für den Tierhalter selbst werden nicht übernommen.

Generell deckt eine Tierhaftpflicht folgende Schadensformen ab:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden

Neben der finanziellen Absicherung im Falle einer Forderung, dient die Tierhaftpflicht auch als passiver Rechtsschutz, wenn Sie vor Gericht müssen.

Achten Sie für Ihre Hundehaftpflicht auch darauf, dass das sogenannte Fremdhüterrisiko abgedeckt ist. Dann bezahlt der Versicherer auch dann, wenn der Schaden entsteht, während jemand anders, beispielsweise Familie oder Freunde, mit dem Hund unterwegs ist.

Beachten Sie, dass durch die Tierhaftpflicht keinerlei Tierarztkosten erstattet werden. Es ist demnach oft sinnvoll, zusätzlich eine Tierkrankenversicherung abzuschließen.

Wenn das Tier, das Sie durch die Tierhaftpflicht versichert haben, stirbt, wird die Versicherung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr fortgeführt. Es kann allerdings vorkommen, dass der Versicherer hierfür eine Bestätigung des Tierarztes sehen möchte.

Normalerweise können Sie Ihre Tierhaftpflicht jeweils zum Ende des Versicherungsjahres mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten kündigen.

Bild von Pferd im Pferdestall

Für Tiere, die gewerblich oder landwirtschaftlich genutzt werden, gelten andere Voraussetzungen. Diese Tiere müssen in jedem Fall versichert sein.

Manchmal ist auch dieser Fall in der Tierhaftpflicht abgedeckt, meist ist es aber so, dass eine spezielle betriebliche/gewerbliche Versicherung nötig oder sinnvoll ist.


Eine solche Versicherung erstattet in der Regel auch Kosten, die durch Schäden für den Tierhalter oder am Tier selbst entstehen. Die Beiträge hierfür liegen meist etwas höher, sind jedoch natürlich auch nach Tier und Einsatzgebiet gestaffelt. Sie beginnen meist bei 150,- bis 200,- Euro im Jahr.

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (2 Bewertung(en), im Durchschnitt: 4,00 von 5)

Loading...

Schreibe einen Kommentar