Was kostet eine Unfallversicherung?

Mit einer privaten Unfallversicherung sollen die Folgen eines Unfalls abgesichert werden, seien diese akut oder auf lange Sicht schwerwiegend. Durch diese Versicherung werden jedoch nur die eigenen Schäden versichert, egal wer die Schuld trägt.

Schon ab 6,- bis 15,- Euro im Monat können Sie sich versichern lassen.

Achtung! Dieser Artikel beinhaltet Informationen zur Unfallversicherung für Privatpersonen. Auf die berufliche Unfallversicherung durch den Arbeitgeber beziehungsweise die Unfallversicherung für Selbstständige und Freiberufler wird nicht näher eingegangen.

Kostenfaktoren einer privaten Unfallversicherung

Die Kosten einer privaten Unfallversicherung sind abhängig von:

  • der Zahlweise (monatlich / jährlich)
  • der Grundsumme
  • der Progressionsrate
  • dem Leistungsspektrum sowie eventueller Zusatzleistungen
  • der Berufs- und Altersklasse
  • der Vertragslaufzeit

Zur Veranschaulichung hier zwei Beispiele:

Beispiel 1

Sandra ist 23 Jahre alt und Studentin. Sie möchte eine Unfallversicherung abschließen. Im Falle, dass Sie durch einen Unfall Vollinvalide wird, würde ihr eine Summe von 225.000,- Euro ausgezahlt werden ( Grundsumme 100.000,- Euro, Progression 225%).

Die günstigsten Tarife für Sandra beginnen bei 6,- Euro pro Monat.

Beispiel 2

Martin ist 48 Jahre alt und kaufmännischer Angestellter. Auch er möchte eine Unfallversicherung abschließen. Sollte Martin durch einen Unfall Invalide werden, so möchte er 350.000,- Euro ausgezahlt bekommen (Grundsumme 100.000,- Euro, Progression 350%). Er würde monatlich mindestens 8,- Euro für die Versicherung zahlen müssen.

Grundsätzlich ist mit Jahresbeiträgen zwischen 90 und 250,- Euro zu rechnen. Für einige Versicherte mag auch der Gesundheitszustand oder das Ausüben von Risikosportarten Einfluss auf den Beitrag haben.

Im weiteren Verlauf des Artikels finden Sie zusätzliche Kostenbeispiele für ausgewählte Personengruppen.

Was beinhaltet eine Unfallversicherung?

Bei der gesetzlichen Unfallversicherung werden Unfälle abgesichert, die während der Arbeitszeit geschehen sind oder auf dem Hin- beziehungsweise Rückweg zur Arbeit.


Eine private Unfallversicherung gilt für alle weiteren Unfälle, die Ihnen privat passieren können. Diese Versicherung wird aber nur ausgezahlt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Der Unfall muss

  • plötzlich geschehen
  • durch äußere, unvorhergesehene Einflüsse eintreten
  • nicht mutwillig herbeigeführt werden
  • auf Ihren Körper einwirken
  • zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen

Rutschen Sie im Winter auf dem Gehweg aus und brechen sich ein Bein, so zählt dieser Vorfall zum Beispiel nicht mit in die Unfallversicherung.

Gezahlt wird erst, wenn Sie einen Unfall haben, durch den Sie dauerhaft körperlich beeinträchtigt sind. Von dauerhaft ist die Rede, wenn Sie wahrscheinlich länger als drei Jahre mit den Unfallfolgen zu kämpfen haben und keine Besserung in Sicht ist. Das bezeichnet man als Invalidität.

Eine Invalidität kann auch teilweise vorliegen. Die mit der Versicherung vereinbarte Grundsumme wird in diesem Fall anteilig ausgezahlt.

Der Invaliditätsgrad wird anhand der sogenannten “Gliedertaxe” angesetzt. Für jedes Körperteil oder Sinnesorgan, dass durch einen Unfall dauerhaft geschädigt wird, wird ein Anteil der Versicherungsgrundsumme festgelegt.

Übrigens: Sind Sie Musiker, Künstler oder Arzt, kann die Pauschale bei bestimmten Körperteilen höher angesetzt werden als dies normalerweise der Fall wäre.

Ein weiteres wichtiges Schlagwort ist die Progression. Beinhaltet Ihre Unfallversicherung Progression, erhalten Sie bei schweren Behinderungsgraden beziehungsweise Vollinvalidität ein Vielfaches der Grundsumme. Empfehlenswert ist eine Progression von mindestens 200 Prozent.

Die Auszahlung einer monatlichen Rente ab einem gewissen Invaliditätsgrad kann ebenfalls vereinbart werden.

In den meisten Tarifen sind außerdem Kostenübernahmeleistungen für Bergungsaktionen und kosmetische Operationen enthalten. Konkret betragen diese durchschnittlich um die 100.000,- Euro.

Die Unfallversicherung zahlt meist nicht,

  • wenn der Unfall unter Alkohol- oder Drogeneinfluss geschah.
  • bei Invalidität durch Krankheit und Infektionen (Grenzfälle können Schlaganfälle und Herzinfarkte als Unfallursache sein).
  • bei Schäden durch Krieg oder radioaktive Strahlung.
  • bei Unfällen durch kriminelle Handlungen.
  • bei Unfällen durch Risikosportarten (dazu weiter unten mehr).
  • bei seelischen Erkrankungen (z.B. Depressionen) als Unfallfolge.

Um einen Versicherungsfall geltend zu machen, müssen Sie innerhalb vertraglich vereinbarten Frist ein ärztliches Attest vorlegen. Aus diesem muss hervorgehen, dass die Unfallfolgen dauerhaft sind und in welchem Ausmaß Invalidität vorliegt.

Gefahrengruppen A und B

Das der Beruf und auch Hobbies die Höhe des Versicherungsbeitrages beeinflussen, wird in zwei Gefahrengruppen unterschieden. Gefahrengruppe A beinhaltet alle kaufmännischen und akademischen Berufe.

In die Gefahrengruppe B zählen Berufe mit körperlicher Belastung und auch solche, bei denen man mit gefährlichen Stoffen arbeitet. Werden Sie der Gruppe B zugeordnet, zahlen Sie also einen höheren Beitrag als Mitglieder der Gruppe A.

Dazu ein Praxisbeispiel:

Der 40-jährige Klaus ist Bauarbeiter. Er sucht nach einer Unfallversicherung mit einem Grundbetrag von 100.000,- Euro und einer Progression von 225 Prozent. Da er zusätzlich eine Berufsunfähigkeits- sowie eine Risikolebensversicherung abgeschlossen hat, benötigt er weder die Option Rente noch Todesfallsumme.

Klaus findet Tarife mit Monatsbeiträgen zwischen 7,- und 35,- Euro.

Der gleichaltrige Ralf sucht einen Tarif zu ähnlichen Konditionen. Im Gegensatz zu Klaus hat er aber einen Bürojob. Er findet Tarife mit monatlichen Beiträgen von 5,- bis 23,- Euro.

Sportarten wie Paragliding oder Motorradrennen werden durch die Unfallversicherung nicht abgedeckt. Wenn Sie eine Versicherung abschließen möchten, prüfen Sie im Voraus, welche Freizeitaktivitäten im Versicherungsschutz inbegriffen sind.

Gut zu wissen: Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr fallen Kinder in eine eigene Gruppe. Diese nennt sich Gefahrengruppe K.

Ist eine Unfallversicherung sinnvoll?

Der Betrag wird im Falle eines Unfalls einmalig ausgezahlt. Da Ihnen als Privatperson statistisch gesehen eher wenig Unfälle passieren, ist eine Unfallversicherung nicht immer ratsam.

Kommt es zu einem Unfall, sind Sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung meist besser dran. Diese Versicherung zahlt, wenn Sie aufgrund eines Unfalls oder aufgrund psychischer oder körperlicher Einschränkungen mindestens sechs Monate nicht arbeiten können.


Ein weiterer großer Vorteil einer BU- gegenüber einer Unfallversicherung ist, dass die BU auch bei Invalidität durch Krankheit greift. Diese kommt statistisch gesehen deutlich häufiger vor.

Unfallversicherung für Familien

Möchten Sie mehrere Familienmitglieder absichern lassen, kommen Sie mit dem Abschluss einer Familienversicherung in der Regel günstiger als mit einzelnen Policen.

Eine gute Familienversicherung wird Ihnen die Möglichkeit geben, die Tarifoptionen für die einzelnen Versicherten individuell zu gestalten. Es ist beispielsweise sinnvoll, für den Hauptverdiener eine höhere Grundsumme oder Progression zu vereinbaren.

Hier ein konkretes Kostenbeispiel:

Familie Müller möchte eine Familienunfallversicherung abschließen. Für beide Elternteile setzen Sie eine Grundsumme von 100.000,- Euro sowie eine Todesfallsumme von 10.000,- Euro an. Die Progressionsrate des Hauptverdieners beträgt 350 Prozent, die des zweiten Elternteils 225 Prozent.

Für die beiden minderjährigen Kinder werden Grundsummen von 150.000,- Euro mit 500-prozentiger Progression vereinbart. Eine Todesfallsumme ist nicht gewünscht, dafür aber eine monatliche Unfallrente von 1.500,- Euro.

Die Angebote für Familie Müller reichen von Tarifen für 20,- bis 80,- Euro monatlich.

Unfallversicherung für Kinder

Kinder sind während des Schul- beziehungsweise Kindergartenaufenthalts sowie auf dem Hin- und Rückweg bereits gesetzlich unfallversichert.

Ein guter Versicherungsvertrag wird bei Kindern auch Unfälle durch Insektenbisse, Vergiftungen sowie Invalidität durch Infektionen beziehungsweise Erkrankungen abdecken. Diese sind die häufigste Invaliditätsursache.

Gegebenenfalls kann dazu der Abschluss einer Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung nötig sein.

Da die Unfallversicherung für Kinder der langfristigen finanziellen Absicherung dient, sollten Sie eine hohe Progressionsrate von 350 bis 500 Prozent wählen. Außerdem wird durch den erhöhten Betreuungsbedarf wahrscheinlich die Erwerbstätigkeit der Eltern eingeschränkt.

Auch die Option einer monatlichen Invalidenrente ab einem gewissen Invaliditätsgrad sollte überdacht werden.

Zur Veranschaulichung hier ein Praxisbeispiel:

Die Eltern des 10-jährigen Timmi möchten für ihn eine Unfallversicherung abschließen. Sie wählen eine Grundsumme von 200.000,- Euro mit einer Progression von 350 Prozent. Die monatliche Unfallrente soll 2.000,- Euro betragen. Die Option einer Todesfallsumme wird nicht gewählt.

Für rund 8,- bis 35,- Euro monatlich kann Timmi zu diesen Konditionen unfallversichert werden.

Unfallversicherung für Rentner

Mit Ende Ihrer Berufstätigkeit erlischt der gesetzliche Unfallschutz. Viele Senioren befürchten, dass die eigenen Ersparnisse sowie die der Angehörigen im Falle von erhöhter Pflegebedürftigkeit nicht ausreichen.

Übrigens: Die meisten Versicher bieten Vertragsabschlüsse nur bis zu einem Alter von 70 Jahren an.

Eine Unfallversicherung kann sich für Senioren lohnen, wenn sie bis ins hohe Alter sportlich aktiv sind. Ansonsten sind körperliches Versagen und innere Verletzungen deutlich häufiger Ursache einer dauerhaften Beeinträchtigung.

Deshalb sollten Sie darauf achten, dass durch körperliches Versagen verursachte Unfälle nicht ausgeschlossen werden.


Generell sollte der Unfallbegriff bei einer Unfallversicherung für ältere Menschen weit gesetzt sein und beispielsweise spontane Knochenbrüche abdecken.

Zu beachten ist auch, dass Versicherungsleistungen gekürzt werden können, wenn der Versicherer von der Mitwirkung von Vorerkrankungen ausgehen kann.

Empfehlenswert sind deshalb Tarife, die Vorerkrankungen erst ab einem bestimmten Schwellenwert anrechnen.

Für Rentner besonders wichtig ist, dass sogenannte Assistance- beziehungsweise Hilfeleistungen im Leistungsspektrum enthalten sind. Dazu gehören zum Beispiel Gelder für eine Haushaltshilfe oder vorübergehendes Pflegepersonal.

Allerdings raten wir Ihnen zu überprüfen, inwieweit Kosten für altersgerechte Umbauten, Treppenlifte und Pflegepersonal nicht bereits durch Ihre Kranken- und Pflegeversicherung beziehungsweise das Sozialamt übernommen werden.

Hier ein Praxisbeispiel:

Der Rentner Heiner sucht eine Unfallversicherung mit 100.000,- Euro Grundsumme, 225 Prozent Progression und 10.000,- Euro Todesfallsumme. Krankenhaustagegeld und Unfallrente benötigt er seiner Meinung nach nicht.

Die passenden Policen würden Heiner 10,- bis 55,- Euro monatlich kosten.

Unfallversicherung für Reiter

Verschiedene Anbieter werben mit Unfallversicherungen speziell für Reiter. Die Sinnhaftigkeit solcher Policen ist umstritten, insbesondere wenn nur Unfälle beim Reiten abgedeckt werden.

Mit Versicherungsbeiträgen von 6,- bis zu saftigen 50,- Euro monatlich ist eine solche Versicherung nicht gerade billig.

Unter Umständen ist eine normale Unfallversicherung bereits ausreichend, um Ihr Hobby abzusichern.

Sind Sie Pferdehalter, ist vor allem eine gute Tierhalterhaftpflichtversicherung empfehlenswert.

Darauf sollten Sie achten

Viele Versicherungen werben mit zusätzlichen Optionen wie zum Beispiel einem Krankenhaus-Tagegeld, mit der Rückzahlung der Beiträge oder dynamischen Beiträgen. Darauf können Sie aber zum Teil verzichten und sich so ein paar Euro sparen.

Besonders dynamische Beiträge sind bei einer Unfallversicherung nicht sehr sinnvoll, weil die Auszahlung nur einmalig erfolgt.

Auch die Option Krankenhaus-Tagegeld ist in Verbindung mit einer Unfallversicherung nicht immer sinnvoll. Sollten Sie dennoch eine entsprechende Absicherung wünschen, vergleichen Sie, ob eine separate Krankentagegeldversicherung nicht rentabler wäre.

Sparen sie jedoch nicht am falschen Ende. Vereinbaren Sie eine angemessene Versicherungssumme.

Achten Sie darauf, dass der Versicherungsfall schon bei sehr niedriger Invaliditätsrate eintritt.

Ebenfalls wichtig ist eine gute Progression. Im Falle, dass Sie invalide werden, wird so ein Vielfaches Ihrer Versicherungssumme ausgezahlt.


Des Weiteren sollten Sie auch eine Versicherungssumme für den Todesfall angeben. Anders als bei der Risikolebensversicherung kann dieser Betrag ausgezahlt werden, auch wenn der Versicherte nicht verstorben ist.

Diese vertraglich festgesetzte Summe ist eine Vorauszahlung, sollte das volle Ausmaß der körperlichen Beeinträchtigung noch nicht absehbar sein. Ist keine Todesfallsumme vereinbart, kann auch keine Vorauszahlung erfolgen.

Achten Sie außerdem auf die Meldefristen im Falle eines Unfalls. Stößt Ihnen etwas zu oder tritt der Todesfall ein, so ist die Versicherung unverzüglich zu informieren.

Die Frist zum Einreichen des ärztlichen Gutachtens sollte mindestens 15, besser aber 18 bis 36 Monate betragen.

Unfallversicherung kündigen

Eine Unfallversicherung können Sie jährlich kündigen. Achten sie aber darauf, dass Sie es rechtzeitig zum vertraglich festgesetzten Termin machen. In der Regel besteht eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Fällt Ihr Beitrag höher als geplant aus, so haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.

Haben Sie eine Versicherung mit Beitragsrückzahlung abgeschlossen und wollen diese kündigen, so kann es sein, dass Sie von Ihrem eingezahlten Geld nichts wiedersehen.

Kann man die Unfallversicherung von der Steuer absetzen?

Da Unfallversicherungsbeiträge als Vorsorgeaufwand gelten, können diese auch von der Steuer abgesetzt werden, wenn Sie ein steuerpflichtiges Einkommen haben. Da in die Kategorie „Vorsorgeaufwand“ auch Versicherungen wie die Kranken- und Pflegeversicherung mit hineinzählen, ist es möglich, dass der Höchstbetrag schnell erreicht ist.

Sie möchten Ihre Angehörigen im Fall der Fälle finanziell abgesichert wissen? Was eine Lebensversicherung kostet, erfahren Sie hier.

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