Was kostet eine Wärmepumpe?

Als umweltschonende und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Heizarten gilt die Wärmepumpe.

Sie ist emissionsfrei und soll die jährlichen Stromkosten drastisch reduzieren, da sie ihre Energie überwiegend aus frei verfügbaren, kostenlosen Ressourcen bezieht: aus der Luft, der Erde oder dem Grundwasser.

Mit Investitionskosten von im Schnitt 10.000 bis 27.000 Euro ist eine Wärmepumpe allerdings kostspieliger als eine gewöhnliche Heizanlage.


Bei richtiger Planung amortisiert sie sich jedoch meist nach etwa 10 Jahren und bietet den Vorteil, dass sie im Sommer auch als Klimaanlage genutzt werden kann.

Im Schnitt fallen Stromkosten von circa 500,- bis 1.200,- Euro pro Jahr an.

Kostenfaktoren für die Wärmepumpe

Die Kosten für Ihre Wärmepumpe setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Sie werden maßgeblich von der Bauart bestimmt, für die Sie sich entscheiden.

Wichtig sind hierbei:

  • Investitionskosten
  • Erschließungskosten
  • Wartungskosten
  • Betriebskosten

Die gängigsten Varianten von Wärmepumpen sind folgende:

  • Luftwärmepumpen
  • Erdwärmepumpen
  • Wasserwärmepumpen

Bevor die einzelnen Pumpenarten vorgestellt werden, hier bereits eine Kostenübersicht:

Übersicht über Kosten von Wärmepumpen

WärmepumpeAnschaffungskostenevtl. ErschließungskostenGesamtkosten
Luftwärmepumpen (außen)10.000 bis 24.000 Euro-10.000 bis 24.000 Euro
Luftwärmepumpen (innen)10.000 bis 20.000 Euro-10.000 bis 20.000 Euro
Erdwärmepumpen12.000 bis 15.000 Euro5.000,- bis 12.000 Euro17.000 bis 27.000 Euro
Wasserwärmepumpen12.000 bis 15.000 Euro2.000,- bis 10.000 Euro14.000 bis 25.000 Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Heizen mit der Außenluft – Luftwärmepumpen

Die in der Anschaffung günstigste Art der Wärmepumpe ist die Luftwärmepumpe. Das liegt vor allem daran, dass in diesem Fall die Erschließungskosten entfallen.

Die Investitionskosten für die Luftwärmepumpe beginnen bei etwa 10.000 Euro. Soll sie innen installiert werden, kann sie bis zu 20.000 Euro kosten, für eine Installation im Außenbereich können bis zu 24.000 Euro anfallen.

Insbesondere, wenn Sie die Luftwärmepumpe außen auf dem Grundstück installieren, sollten Sie darauf achten, ausreichend Abstand zu Nachbargrundstücken einzuhalten, um niemanden durch die Pumpengeräusche zu stören.

Luftwärmepumpen sind zwar in der Anschaffung am günstigsten, im Vergleich zu Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen allerdings auch am wenigsten effizient. Ihr größter Nachteil ist, dass man an die Außentemperatur gebunden ist.

Vor allem im Winter, wenn der Heizbedarf am größten ist, die Temperaturen aber sehr niedrig ausfallen, ist eine Luftwärmepumpe wenig rentabel.

Meist wird differenziert zwischen der Luft-Luft-Wärmepumpe und der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Luft-Luft-Wärmepumpe arbeitet mit einem Lüftungsheizsystem, die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem regulären Warmwasserheizsystem.

Sie müssen bei der Luftwärmepumpe mit höheren Stromkosten rechnen als bei anderen Wärmepumpen-Arten. Sie liegen meist bei etwa 1.000,- Euro jährlich, können aber auch etwas höher ausfallen.

Hinzu kommen Wartungskosten, die bei anderen Varianten nicht notwendig sind. Diese fallen mit 50,- bis 100,- Euro pro Jahr allerdings nicht sonderlich hoch aus.

Heizen mit Erdwärme – Erdwärmepumpen

Da die Erdwärme in der Regel durch eine Sole aufgenommen und durch ein Heißwasserheizsystem abgegeben wird, wird diese Variante auch als Sole-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet.

Bei Geothermie-Wärmepumpen wird noch einmal in zwei Arten unterteilt.

Zum einen gibt es die Erdwärmepumpen mit Erdkollektoren und jene mit Erdsonden.

Erdsonden arbeiten zuverlässig und bringen hohe Leistungen, außerdem muss nicht wie bei Kollektoren das gesamte Grundstück aufgegraben werden. Allerdings sind die Bohrungen preisintensiv.

Bei Erdkollektoren muss darauf geachtet werden, dass sie nicht unter versiegelten Flächen verlegt werden. Sie beziehen Ihre Wärmeenergie nämlich hauptsächlich durch Sonnenerwärmung und versickernden Niederschlag.

Erdwärmepumpen kosten im Schnitt etwa 12.000 bis 15.000 Euro in der Anschaffung, zuzüglich 5.000,- bis 12.000 Euro für die Erschließung. Somit ergeben sich insgesamt Investitionskosten von 18.000 bis 27.000 Euro.

Wenn Sie sich für eine Erdwärmepumpe interessieren, sollten Sie vorab prüfen, ob die Gegebenheiten überhaupt dafür geeignet sind.

Insbesondere bei dieser Art der Wärmepumpe ist es zum Beispiel zwingend notwendig, dass ausreichend Platz vorhanden ist.


Die Erdkollektoren müssen flächig in einer Tiefe von 1 bis 1,5 Metern auf dem Grundstück verlegt werden. Alternativ ist für Erdsonden eine Bohrung in bis zu 100 Meter Tiefe nötig.

Die Betriebskosten liegen niedriger als bei der Luftwärmepumpe und beginnen häufig ab 500,- Euro an Stromkosten pro Jahr.

Heizen mit Grundwasser – Grundwasserwärmepumpen

Für eine Grundwasserpumpe, eine sogenannte Wasser-Wasser-Wärmepumpe, fallen ebenfalls 12.000 bis 15.000 Euro in der Anschaffung an, sowie weitere 2.000,- bis 10.000 Euro an Erschließungskosten. Insgesamt investieren Sie also 14.000 bis 25.000 Euro.

Um eine Grundwasserwärmepumpe zu installieren, müssen vorab Probe-Bohrungen vorgenommen werden, um die Wasserqualität zu prüfen. Beispielsweise könnte sehr eisenhaltiges Wasser zu vorschneller Korrosion der Anlage führen.

Für den Betrieb der Pumpe sind zwei Brunnen notwendig, ein Förderbrunnen und ein Schluckbrunnen, durch den Wasser zurückgeführt wird.

Für diese Maßnahmen müssen Sie in der Regel eine Genehmigung durch die „untere Wasserbehörde“ einholen.

Ebenso wie bei der Erdwärmepumpe beginnen die jährlichen Stromkosten mit der Grundwasserpumpe häufig bei etwa 500,- Euro.

Weitere Kostenfaktoren und Wissenswertes

Unter Umständen können die Gegebenheiten auf Ihrem Grundstück oder in Ihrem Haus es erfordern, dass ein Pufferspeicher eingebaut wird.

Der Pufferspeicher ist ein Wasserspeicher, der dem dem Ausgleich von Unterschieden von verbrauchter und erzeugter Wärme dient.

Ein Pufferspeicher ist immer dann nötig, wenn keine normierte Wärmepumpe eingebaut werden kann. In diesem Fall müssen Sie mit 500,- bis 2.000,- Euro zusätzlich rechnen.

Ein weiterer Kostenfaktor ist der Stromzähler. Für die Wärmepumpe benötigen Sie einen eigenen Stromzähler, den Sie mieten müssen.

Viele Stromanbieter haben außerdem einen speziellen Tarif für Wärmepumpen. Hier lohnt sich ein Vergleich.

Wichtig: Damit sich die Wärmepumpe auch lohnt, muss die Heizungsanlage gut auf die Pumpe abgestimmt sein. Nur so ist effizienter Betrieb möglich, bei dem sich die Investitionskosten tatsächlich nach absehbarer Zeit amortisieren.

Empfehlenswert ist die Kombination von Wärmepumpe und Flächenheizung, also zum Beispiel einer Wand- oder Fußbodenheizung. Besonders bei Neubauten lässt sich dies gut einplanen.

Beim Modernisieren ist eventuell eine zusätzliche Wärmedämmung sinnvoll.

Häufig können die Stromkosten weiter gesenkt werden, wenn die Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage betrieben wird.

Aus Sicht des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit ist eine Wärmepumpe nur dann ein nennenswerter Gewinn, wenn der Strom, mit dem die Pumpe betrieben wird, nicht aus fossilen Brennstoffen stammt.

Übrigens: Wärmepumpen können grundsätzlich auch in Altbauten installiert werden. Für den Umstieg des Heizsystems empfiehlt sich unbedingt die Zusammenarbeit mit einem Fachbetrieb. Dieser berät Sie auch, welches Wärmepumpensystem das beste für Sie und inwieweit ein Heizkörperwechsel erforderlich ist. Da die Gegebenheiten stark abweichen, sind pauschale Kostenangaben hierfür nicht sinnvoll.

Förderung für Ihre Wärmepumpe

Für die Installation von Wärmepumpen gibt es Fördermöglichkeiten. Teilweise bis zu 11.000 Euro können Sie an Investitionszuschüssen erhalten.

Dafür wenden Sie sich an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die KfW gewährt mit ihren Programmen 430 und 153 ebenfalls Zuschüsse für energieeffiziente Um- beziehungsweise Neubauten. Mit den Programmen 151/152 können Sie außerdem zinsgünstige Kredite für Ihre Baumaßnahme erhalten.

Das Programm 167 ist speziell auf den Umbau der Heizanlage zugeschnitten und mit BAFA-Förderungen kombinierbar.

Um für die Förderung qualifiziert zu sein, müssen allerdings bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Zum Beispiel darf die Leistungszahl der Wärmepumpe nicht zu niedrig ausfallen.


Faktoren, die die Höhe der Förderung beeinflussen, sind unter anderem:

  • Altbausanierung oder Neubau
  • Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe
  • Art des gewählten Wärmepumpensystems
  • ob Sie Basisförderung oder Innovationsförderung erhalten können

Ausführliche Informationen zu den Förderprogrammen erhalten Sie auf den Webseiten der KfW und des BAFA, sowie in dieser Broschüre.

Effizienz messen – die Jahresarbeitszahl

Die Jahresarbeitszahl ist ein Indikator für die Effizienz Ihrer Wärmepumpe. Sie errechnet sich aus dem Verhältnis von Ertrag zu Leistung (jährliche Wärmeleistung durch jährliche Antriebsenergie).

Die Jahresarbeitszahl sollte idealerweise mindestens 4 entsprechen. Dieser Wert ergibt sich aus dem Verhältnis von 100 Prozent Heizenergie und 25 Prozent Strom.

Allerdings liegen die meisten Wärmepumpen unter diesem Wert. Gerade mit Luftwärmepumpen ist er eher schwer zu erreichen.

Funktionsweise der Wärmepumpe

Die Funktionsweise der Wärmepumpe ähnelt der eines Kühlschranks. Der Unterschied ist, dass die warme Seite zum Heizen dient.

Allerdings können Wärmepumpen aufgrund dieser Technik in der Regel ebenfalls als Klimaanlage verwendet werden und erfüllen so einen doppelten Nutzen.

Grundsätzlich entziehen Wärmepumpen ihrer Umwelt Wärme, die dann mit Hilfe eines Kondensators auf eine höhere Temperatur angehoben und nach außen abgegeben wird.

Die Anlage besteht aus drei Teilen: der Wärmequellenanlage, der Wärmepumpe und dem Wärmeverteilungs- beziehungsweise -speichersystem. 

In der Wärmequellenanlage zirkuliert eine Sole, die die Wärme der Außentemperatur aufnimmt. Bei Luftwärmepumpen wird die Luft stattdessen angesaugt. Die “gesammelte” Wärme wird nun in der eigentlichen Wärmepumpe über einen Verdampfer auf ein Kältemittel übertragen.

Aufgrund der Wärmezufuhr wechselt das flüssige Kältemittel den Aggregatzustand und wird gasförmig. Durch Druckerhöhung in einem Kompressor wird die Temperatur des Gases weiter angehoben. Diese Wärme soll nun nutzbar gemacht werden.

Dazu wird das heiße Gas an den Kondensator weitergeleitet, wo es wieder flüssig wird. Im Zuge dieses Prozesses gibt das Kältemittel-Gas auch seine Wärmeenergie ab. In der sogenannten Drossel wird das Kältemittel weiter verflüssigt und der Druck entspannt.

Die bei der Verflüssigung abgegebene Wärme geht an das Wärmeverteilungssystem über. Das Trägermedium ist in der Regel Wasser.

Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je geringer die Differenz zwischen der genutzten Umwelttemperatur und der Temperatur des Wärmeträgers im Heizkreislauf ist. Deshalb werden Wärmepumpen häufig mit Niedertemperaturheizungen gekoppelt, beispielsweise Fußbodenheizungen.


Derzeit werden die meisten Wärmepumpen noch elektrisch betrieben, es gibt aber auch die Möglichkeit, Wärmepumpen mit Erdgas zu betreiben.

Um zu ermitteln, ob Ihre Wärmepumpe kostengünstiger arbeitet als eine Erdgas- oder Ölheizung, rechnen Sie die Jahresarbeitszahl (jährliche Wärmeleistung durch jährliche Antriebsenergie) mal Kilowattstundenpreis (€/kWh) für Strom oder Erdgas beziehungsweise den entsprechenden Preis für Heizöl.

Allerdings müssen in Wärmepumpen weniger Ausgaben für Wartung und Instaltung investiert werden als bei gängigen Heizungssystemen.

Achtung! Auch Wärmepumpen sind leider nicht völlig wartungsfrei, sondern müssen einer jährlichen Dichtheitskontrolle unterzogen werden. Diese kostet rund 30,- bis 50,- Euro. <Es wird überprüft, ob Kühlmittel aus der Anlage entweicht.

Die Dichtheitskontrolle entfällt, wenn in der Anlage weniger als 3kg Kühlmittel verwendet werden oder sie als “hermetisches System” gekennzeichnet ist.

Ist eine reguläre Wartung und Überprüfung des Heizsystems nötig, fallen dafür bis zu 100,- Euro an.

Sie möchten auf umweltfreundliche, autonome Energieversorgung umrüsten? Was eine Solaranlage kostet, erfahren Sie hier.

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