Was kostet eine Zahnspange?

Seit 2002 übernehmen die Krankenkassen nicht mehr für alle Zahnspangen die Kosten. Doch schiefe Zähne sind nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein medizinisches Problem und so bestimmt nun der Schweregrad der Zahnfehlstellung, ob die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten einer Behandlung übernimmt oder der Patient bzw. die Eltern des zu behandelnden Kindes.

Im Durchschnitt kostet eine Zahnspange zwischen 1.500,- und 8.000,- Euro.

Zahnspange Kosten – tabellarischer Überblick

In der Tabelle finden Sie eine Übersicht zu den Preisen für eine Zahnspange.

Kostenpunktungefähre Kosten
Zahnspange für Kinder1.500,- bis 8.000,- Euro
Zahnspange für Erwachsene1.000,- bis 5.000,- Euro
professionelle Zahnreinigung80,- bis 120,- Euro
Zusatzleistungen (z. B. besondere Brackets und Bögen)500,- bis 2.000,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Feste Zahnspangen für Kinder

Eine Zahnspange erhalten die meisten Kinder im Alter von 9 bis 11 Jahren, da dort der Kiefer noch nicht vollkommen ausgewachsen ist und die Behandlung effektiver wirkt.

Bei Kindern übernehmen die Krankenkassen die kieferorthopädische Behandlung nur wenn deutliche medizinische Probleme vorliegen. Hierzu wurden fünf Identifikationsgruppen aufgestellt.

Zählt Ihr Kind zu den untersten beiden Gruppen müssen Sie die Kosten für die Zahnspange selbst tragen. Ab Stufe 3 übernimmt die Krankenkasse zunächst 80% der Kosten. Die weiteren 20% müssen zunächst von den Eltern übernommen werden. Diese bekommen Sie aber nach erfolgreicher Behandlung zurückerstattet.

Beispielrechung
Julians feste Zahnspange soll 3.200,- Euro kosten. Er zählt mit seiner ausgeprägten Kieferfehlstellung zur Identifikationsgruppe 4. Die Krankenkasse übernimmt also 80% der Kosten. Das sind 2.560,- Euro. Die restlichen 640,- Euro müssen seine Eltern zunächst selbst bezahlen. Nach der Behandlung bekommen sie dieses Geld aber zurück.

Viele Krankenkassen bieten kinderreichen Familien eine besondere Bezuschussung an. So übernimmt die AOK beispielsweise für das zweite Kind und weitere Kinder jeweils 90% der Kosten (Stand 2017).

Hier liegt der vorläufige Eigenanteil, den die Eltern zu leisten haben, also nur bei 10%. Die Behandlung sollte jedoch sehr zweckmäßig und wirtschaftlich erfolgen. Zusatzleistungen werden von den Krankenkassen nicht übernommen.

Bild von lächelndem Jungen mit Zahnspange

Feste Zahnspangen für Erwachsene

Eine Kieferkorrektur ist bei Erwachsenen zwar auch möglich, aber da das Kieferwachstum bereits abgeschlossen ist, ist sie weniger effektiv und somit langwieriger.

Die Kosten werden hier nur bei schwerwiegenden Fehlstellungen von der Krankenkasse getragen. Wenn dabei nur Teile des Kiefers behandelt werden, sind ca. 1.000,- bis 1.500,- Euro fällig. Eine Komplettbehandlung kann allerdings bis zu 5.000,- Euro kosten.


Oftmals tragen Erwachsene eine Zahnspange für 2 bis 3 Jahre. Dabei sollten sie etwa einmal im Monat die Spange ärztlich anpassen lassen. Danach sind regelmäßige Nachkontrollen empfehlenswert.

Sonderfall: herausnehmbare Zahnspangen

Herausnehmbare Zahnspangen sind eine Lösung, um weniger starke Zahnfehlstellungen in den Griff zu bekommen. Sie eignen sich auch für Kinder, bei denen noch nicht alle Zähne durchgebrochen sind.

Im Gegensatz zu festen Zahnspangen haben sie diverse Vorteile, vor allem was die leichte Reinigung angeht. Allerdings ist das Sprechen im Gegensatz zu festen Zahnspangen deutlich erschwert.

Bei losen Zahnspangen wird zunächst eine individuelle Basis aus Kunststoff geformt, die dann mithilfe von den Korrekturelementen aus Edelstahl an den Zähnen angebracht wird. An der herausnehmbaren Zahnspange sind kieferorthopädische Schrauben, mit denen die Zahnspange entsprechend eingestellt werden kann.

Auch eine herausnehmbare Zahnspange muss in regelmäßigen Abständen neu eingestellt werden, um den Kiefer optimal formen zu können.

Es empfiehlt sich, die herausnehmbare Zahnspange mindestens 14 Stunden pro Tag zu tragen. Viele Kieferorthopäden raten aufgrund des Tragekomforts und der eingeschränkten Fähigkeit zu sprechen, die Zahnspange über Nacht einzusetzen.

Ob eine feste oder lose Zahnspange sinnvoller ist, muss der Kieferorthopäde immer individuell entscheiden.

Wie kann ich sparen?

Vor allem bei festen Spangen bieten viele Kieferorthopäden Extraleistungen an, wie z.B. Brackets und Bögen in verschiedenen Ausführungen. So sollen beispielsweise selbstligierende Brackets ohne die auffallenden Gummis an den Zähnen haften. Aus medizinischer Sicht ist jedoch eine Standard-Zahnspange ohne besondere Zusätze genauso wirkungsvoll.

Die Zahnreinigung wird bei einer festen Spange durch die Brackets erschwert. Dadurch haben Betroffene ein sehr viel höheres Kariesrisiko, sodass die Mundhygiene sehr genau genommen werden sollte. Aus diesem Grund empfehlen sich spezielle Zahnspangen-Reiniger.

Um eine Erkrankung zu vermeiden, empfehlen viele Kieferorthopäden zudem eine Glattflächenversiegelung. Diese muss allerdings privat gezahlt werden.

Eine professionelle Zahnreinigung beim Kieferorthopäden ist ebenfalls empfehlenswert. Hier sollten Sie mit Kosten zwischen 80,- und 120,- Euro rechnen. Doch auch der Hauszahnarzt kann spezielle Leistungen für Zahnspangenträger vornehmen. Hier werden einige Leistungen sogar von der Krankenkasse unterstützt.


Gut zu wissen

Nachdem die Zahnspange wieder entfernt wurde, werden häufig sogenannte Retainer eingesetzt, die dafür sorgen, dass die Zähne auch in der vorgesehenen Position bleiben. Bleiben Sie bis maximal 2 Jahre im Mund des Patienten, so werden auch diese Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Vorsicht ist geboten bei Langzeit-Retainern, die oftmals vom behandelnden Arzt empfohlen werden, aber nicht immer zwingend nötig sind und zudem selbst zu bezahlen sind.

Rechnet man alle Zusatzleistungen zusammen, so geben die meisten Eltern zwischen 500,- und 2.000,- Euro zusätzlich zur Zahnspange für besondere Extras aus.

Die DAK-Gesundheit fand allerdings in einer Studie heraus, dass sogar ein Viertel der Familien vom Kieferorthopäden kein Angebot für die ihr zustehende kostenlose Behandlung bekommt.
Hier empfiehlt es sich, genau nachzufragen und einen entsprechenden Kostenvoranschlag zu erbitten.

Steht das Budget für so eine große Ausgabe nicht sofort zur Verfügung, so kann in vielen Arztpraxen auch über monatliche Pauschalen bezahlt werden.

UNSER TIPP: Mit dem nachfolgenden Formular (*) können Sie sich kostenfrei und unverbindlich passende Angebote für eine Zahnzusatzversicherung einholen:


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