Was kostet eine Zahnzusatzversicherung?

Dieser Ratgeber wurde von einem externen Experten auf fachliche Richtigkeit hin überprüft.

UNSER FACHEXPERTE IM BEREICH VERSICHERUNGEN: Bastian Kunkel
Bastian Kunkel ist mehrfach ausgezeichneter Versicherungsmakler (Jungmakler-Award 2017, Bildungspreis 2018) und spezialisiert auf den Privatkunden. In 2010 hat er seine Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen abgeschlossen und in 2014 sein Studium Betriebswirtschaft und Recht (B.A.). Zudem führt er seit 2016 Deutschlands größten unabhängigen Versicherungs-YouTube-Kanal „Versicherungen mit Kopf“. Unter versicherungenmitkopf.de bieten er und seine Mitarbeiter kostenlose Online-Beratungen in verschiedenen Versicherungsbereichen an. Ein entsprechendes Video zum Thema finden Sie hier. Bei spezifischen Fragen zum Thema können Sie Bastian gern kontaktieren.

Der Besuch beim Zahnarzt wird von vielen Deutschen vor allem mit langwierigen Behandlungen und Schmerzen in Verbindung gebracht.

Im Anschluss kommen oft noch hohe Kosten auf den Patienten zu, da die gesetzlichen Krankenkassen bei einigen Behandlungen nur bedingt oder gar nicht zahlen.

Hier kann eine Zahnzusatzversicherung Abhilfe schaffen. Diese kostet einen Erwachsenen in der Regel zwischen 10,- Euro und 70,- Euro im Monat.

UNSER TIPP: Mit dem nachfolgenden Formular (*) können Sie sich kostenfrei und unverbindlich passende Angebote für eine Zahnzusatzversicherung einholen:


In Kooperation mit financeAds - Datenschutzhinweise

Kostenfaktoren einer Zahnzusatzversicherung

Alter des Versicherten

Der wohl wichtigste Faktor ist hierbei das Eintrittsalter. Je älter man ist, desto höher sind die monatlichen Tarifbeiträge bei Versicherungsabschluss.

Übersicht über Kosten der Zahnzusatzversicherung in Abhängigkeit vom Alter

Geburtsjahr BeispielPreisspanne pro Monat
194530,- bis 70,- Euro
197030,- bis 70,- Euro
198020,- bis 60,- Euro
199015,- bis 50,- Euro
200010,- bis 45,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Art der Zahnzusatzversicherung

Des Weiteren unterscheidet man zwei Versicherungsarten. Bei sogenannten Versicherungsverträgen nach Art der Schadenversicherung steigen die Beiträge mit zunehmenden Alter, da auch das Risiko für eine Verschlechterung der Zahngesundheit steigt.

Hierbei wird zusätzlichen zwischen verschiedenen Staffelungen unterschieden. Zum einen kann die Beitragssumme jedes Jahr oder im Abstand von mehreren Jahren steigen. Letzteres sind die so genannten Altersgruppen-Tarife.

Bleiben die Beiträge über die Jahre bis ins hohe Alter relativ stabil, spricht man von den Tarifen nach Art der Lebensversicherung. Hierfür bildet die Versicherung Rückstellungen, weshalb hier die Beiträge zunächst teurer sind.

Dazu ein Praxisbeispiel:

Die 30-jährige Martina vergleicht verschiedene Zahnzusatzversicherungen. Sie findet sehr günstige Angebote bereits ab 12,- Euro monatlich.

Allerdings werden die Beiträge aller paar Jahre erhöht, sodass Sie mit 40 Jahren 20,- Euro und mit 60 Jahren 30,- Euro monatlich zahlen würde. Außerdem übernimmt die Versicherung nur 75 Prozent der Behandlungskosten.

Sie findet eine weitere gestaffelte Versicherung, die bis zu 90 Prozent der Kosten übernimmt. Bettina könnte bei 15,- Euro monatlich einsteigen. Sobald Sie 40 wird, müsste Sie jedoch monatlich rund 40,- Euro einzahlen.

Sie entscheidet sich für einen Tarif ohne Beitragsstaffelung. Sie findet Angebote zwischen 22,- und 60,-Euro im Monat.

Zustand der Zähne

Von einigen Versicherungsunternehmen werden bei der Beantragung einer Zahnzusatzversicherung Fragen über die Gesundheit des Kiefers und der Zähne gestellt, welche sich dann auf den Beitrag auswirken können.

So müssen Sie dem Versicherer Informationen über Vorerkrankungen wie Parodontose, frühere Behandlungen und Untersuchungen, fehlende Zähne oder Ähnliches beantworten.

Wichtig: Beantworten Sie die Gesundheitsfragen immer wahrheitsgemäß! Bei Falschaussagen über den zahnmedizinischen Zustand bei Tarifabschluss ist es möglich, dass der Versicherer nicht zahlt, sollte es zu entsprechenden Behandlungen kommen.

Das folgende Praxisbeispiel zeigt wie sich der Zustand der Zähne auf den Tarif auswirkt:

Rolf ist 40 Jahre alt und gesetzlich krankenversichert. Sein Zahnarzt bestätigt ihm, dass seine Zähne und sein Zahnfleisch in einwandfreiem Zustand sind. Für seine Zahnzusatzversicherung kann er aus Angeboten zwischen 15,- bis 65,- Euro monatlich auswählen.

Der gleichaltrige Dieter, der ebenfalls gesetzlich versichert ist, bekommt von seinem Zahnarzt weniger gute Nachrichten. Demnächst steht eine große Behandlung an. Außerdem hat Dieter bereits eine Brücke, da er vor einigen Jahren wegen Parodontose Zähne verloren hat. Ihm ist deshalb wichtig, dass Zahnlücken und Prothesen mitversichert sind und, dass er keine Wartezeit hat.

Dieter findet passende Angebote mit Tarifen zwischen 25,- und 65,- Euro monatlich.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung?

Gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen in der Regel nur einen Festzuschuss für bestimmte Behandlungen oder Zahnersatz. Hierbei handelt es sich um einen festen Betrag. Er wird nicht prozentual aus den entstehenden Kosten ermittelt.

Um einen Festzuschuss zu erhalten, muss ein sogenannter Heil-und Kostenplan durch den Zahnarzt erstellt werden. Anhand der dortigen Angaben ermittelt die Krankenkasse die Regelversorgung und die damit verbundene Bezuschussung.

Beim Zahnersatz ist ein Zuschuss für Kronen, Brücken, Prothesen, Kombinationszahnersatz, und Implantate (bedingt) möglich. Die Krankenkasse bezuschusst im Normalfall 50% der Kosten für die Regelversorgung. Diese beinhaltet nur das Notwendigste und die günstigste Ausführung des Zahnersatzes.

Achtung! Ab Oktober 2020 wird der Übernahmebeitrag der gesetzlichen Krankenkassen auf 60 Prozent erhöht.

Ein Zahnimplantat wird als „andersartige Versorgung“ nur in der Höhe bezuschusst, wie es für die Regelversorgung in Form einer Brücke vorgesehen ist. Der restliche Betrag ist vom Patienten selbst zu leisten.

Füllungen werden im nicht sichtbaren Bereich durch die gesetzliche Krankenversicherung nur in Form einer Amalgamfüllung abgedeckt. Bei der Wahl von hochwertigen Füllungen oder eines Inlays müssen die Mehrkosten vom Patienten getragen werden.

Das Führen eines Bonusheftes kann hier helfen. Wird das Bonusheft mindestens 5 Jahre lang lückenlos geführt, erhält der Patient einen zusätzlichen Bonus von 20% des Festzuschusses (20% von 50%). Somit ergibt sich eine Gesamthöhe von 60%.

Können Sie regelmäßige zahnärztliche Kontrollen über mindestens 10 Jahre in Folge vorweisen, wird ein Bonus von zusätzlichen 30% des Festzuschusses gewährt (30% von 50%). Der Zuschuss beläuft sich so insgesamt auf 65%.

Übrigens: Gute Nachrichten für Geringverdiener! Dank der sogenannten Härtefallregelung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen 100 Prozent der Kosten der Grundversorgung bei einem monatlichen Bruttoeinkommen unter 1.246,- Euro (Stand 2019). Bei mehreren Personen im Haushalt steigen die Freibeträge. Möchten Sie von dieser Regelung profitieren, müssen Sie einen entsprechenden Antrag einreichen.

Was deckt eine Zahnzusatzversicherung ab?

Die Zahnzusatzversicherung dient der Abdeckung von Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht oder nur teilweise übernommen werden.

Sie greift dabei in den Bereichen:

  • Zahnprophylaxe
  • Zahnbehandlungen
  • Zahnersatz
  • Kieferorthopädie (nicht immer, kommt auf die jeweilige Zahnzusatzversicherung an)

Beim Zahnersatz in Form von Brücken, Kronen und Prothesen, ist durch die Krankenkasse nur eine Behandlung mit den günstigsten Varianten vorgesehen, der sogenannten Regelversorgung. Beispielsweise ist die Leistung für ein Implantat nur bedingt durch die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt.


Oft werden durch die Versicherungsunternehmen verschiedene Pakete angeboten. Diese unterscheiden sich im Umfang des Angebotes, der Höhe der jeweiligen Erstattungen und im Preis.

Achtung! Auch mit einer Zahnzusatzversicherung müssen Sie in der Regel einen Eigenanteil zur Behandlung beisteuern. Dieser sollte 10 bis 25 Prozent der Gesamtkosten nicht übersteigen.

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Zahnzusatzversicherung ist die sogenannte Wartezeit. Häufig beträgt diese 5 bis 8 Monate. Während dieser Zeitspanne nach Versicherungsabschluss werden keine Leistungen für Zahnbehandlungen übernommen.

Außerdem sind in den ersten 3 bis 5 Jahren oftmals nur Kostenübernahmen bis zu einem festgesetzten Maximalbetrag vorgesehen

Zahnzusatzversicherungs-Varianten am Beispiel AXA

Das Basispaket wird hier ab 2,50 Euro im Monat angeboten.

Als Leistung wird hier lediglich der Festzuschuss der eigenen gesetzlichen Krankenkasse verdoppelt. Zu beachten ist, dass sich das Alter auf den Paketpreis auswirkt (für eine Person, die 1990 geboren ist, werden beispielsweise schon 7,40 Euro verlangt).

Der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse richtet sich nach dem jeweiligen Befund des Patienten. Wie bereits erklärt, werden im Normalfall durch diesen 50% der Regelversorgung abgedeckt. Sollte der Patient zum Beispiel einen höherwertigeren Zahnersatz wünschen, ist der Differenzbetrag selbst zu zahlen.

Selbst mit einer Verdopplung der Zuschüsse durch eine Zahnzusatzversicherung fallen hier oft Kosten in Höhe mehrerer tausend Euro an.


Das Komfortpaket ist die nächste Stufe und ab etwa 15,- Euro erhältlich. 

Hier werden bis zu 75% der Zahnarztrechnung durch die Versicherung erstattet. Dazu zählen unter anderem Zahnersatz (Brücken, Implantate, Kronen), Zahnbehandlungen (Inlays, Onlays, Kunststofffüllungen, Wurzelbehandlung, Parodontose-Behandlungen, Zahnbehandlungen) und Prophylaxe (maximal 100,- Euro im Jahr).

Das Premium Paket ist die hochwertigste Variante und ab etwa 30,- Euro erhältlich.

Dieses Paket bietet die Erstattung von bis zu 90% der Zahnarztrechnung. Dazu zählen unter anderem Zahnersatz (Brücken. Implantate, Kronen), Zahnbehandlungen (Inlays, Onlays, Kunststofffüllungen, Wurzelbehandlung Parodontose Behandlungen, Zahnbehandlungen) und Prophylaxe (maximal 120,- Euro im Jahr).

Tipp: Nutzen Sie Kostenvergleichsrechner, um das beste Angebot für Ihre individuellen Bedürfnisse zu ermitteln.

Zahnzusatzversicherung für Kinder

In der Regel kostet eine Zahnzusatzversicherung für Kinder etwa 10,- bis 20,- Euro im Monat. Diese lohnt sich, da es bei etwa der Hälfte der Kinder im Grundschulalter zu einer kieferorthopädischen Behandlung kommt. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für diese nur bei bestimmten Schweregraden. 

Bild von einem blonden Jungen, der sich die Zähne putzt

Wichtig: Sollte bereits vor Abschluss der Zahnzusatzversicherung (nach dem sechsten Lebensjahr) eine Diagnose zur Zahn- oder Kieferfehlstellung bestehen und es zu einer Behandlung kommen, kann dies eine Ablehnung der Leistungen seitens des Versicherers zur Folge haben.

Um eigene hohe Kosten zu vermeiden, ist es ratsam eine Zahnzusatzversicherung für Kinder bereits im Alter von 3 Jahren abzuschließen.

Worauf ist bei einer Zahnzusatzversicherung zu achten?

  • Zahnbehandlungen mit hochwertigen Füllungen sollten enthalten sein.
  • Wurzel- und Parodontosebehandlungen sollten ebenfalls enthalten sein.
  • Es sollte keine oder keine lange Wartezeit vorgegeben sein, bevor Leistungen angerechnet werden.
  • Es sollte mindestens eine professionelle Zahnreinigung pro Jahr enthalten sein.
  • Der Knochenaufbau sollte angeboten werden.
  • Die Zahnzusatzversicherung sollte eine hohe prozentuale Übernahme der Kosten anbieten (80-90%).
  • Es sollte keine oder nur eine geringe Summenbegrenzung in den ersten Jahren geben.
  • Die Zahnzusatzversicherung sollte keine versteckten Einschränkungen enthalten, wie eine limitierte Anzahl bei Implantaten.

Zahnzusatzversicherung von der Steuer absetzen

Eine Zahnzusatzversicherung ist als sogenannte “Vorsorgeaufwendung“ steuerlich absetzbar. Das gilt auch für andere Versicherungsleistungen. Beachten Sie jedoch die jährliche Höchstgrenze aller steuerlich absetzbaren Ausgaben.

Schon gewusst: Auch ohne Zahnzusatzversicherung können Sie Steuervorteile genießen. Hatten Sie größere Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen, dürfen Sie diese als “außergewöhnliche Belastung“ in Ihrer Steuererklärung kenntlich machen.

Sie haben noch keine Zahnzusatzversicherung und Ihnen steht eine Behandlung mit Füllung bevor? Erfahren Sie hier, was ein Inlay kostet.

UNSER TIPP: Mit dem nachfolgenden Formular (*) können Sie sich kostenfrei und unverbindlich passende Angebote für eine Zahnzusatzversicherung einholen:


In Kooperation mit financeAds - Datenschutzhinweise

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (3 Bewertung(en), im Durchschnitt: 3,67 von 5)

Loading...