Was kostet Zahnersatz?

Laut der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung gaben die deutschen Krankenkassen 2015 insgesamt mehr als 13 Milliarden Euro für die Bezuschussung von zahnärztlichen Behandlungen inklusive Zahnersatz aus.

Bei den einzelnen Kosten muss stark differenziert werden, da jeder Zahnersatz je nach Menge und Beschaffenheit des Materials, der vorhandenen Zähne, je nach Patient (ob Privat- oder Kassenpatient) unterschiedlich teuer ausfallen kann.

Kronen kosten zwischen 300,- und 1.000,- Euro, Brücken zwischen 1.200,- und 3.600,- Euro, Prothesen 550,- bis 2.000,- Euro und Implantate können bis zu 5.000,- Euro teuer sein. Diese Kosten können zu Teilen von der Krankenversicherung oder einer Zahnzusatzversicherung erstattet werden.

Auch gibt es Unterschiede in Abhängigkeit davon, ob es sich um einen Schneidezahn oder um einen Backenzahn handelt. Zudem muss unterschieden werden zwischen einer Regelversorgung und gewünschten Zusatzleistungen.

Kostenfaktoren für den Zahnersatz

Die Kosten teilen sich auf das Honorar für den Zahnarzt, Zahntechnik bzw. Zahnlabor und natürlich die Materialien auf. Hier ist wichtig zu wissen, dass die Zahnlabore an zwei Gebührenordnungen gebunden sind: dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) und der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).

Der BEMA bildet die Grundlage für die Abrechnung zahnärztlicher Leistungen von Kassenpatienten und listet die Behandlungen und Kosten auf, die gesetzliche Krankenkassen teilweise bis komplett übernehmen.


Handelt es sich um eine individuell angepasste und aufwendigere Behandlung des Patienten und wird dadurch der Budgetrahmen der gesetzlichen Krankenkassen überschritten, wird die GOZ herangezogen.

Die GOZ wird bei Leistungen herangezogen, die in privater Vereinbarung mit dem Patienten stattfinden. Heißt einerseits bei der Abrechnung von Privatpatienten sowie bei Kassenpatienten, die aufwändigere Diagnose- und Therapieverfahren in Anspruch nehmen, welche nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden.

Bei Privatleistungen wie bspw. Implantaten oder Vollkeramikkronen können die Preise vom Zahnlabor selbst kalkuliert werden und je nach Praxis deutlich variieren. Hier lohnt es sich, zu vergleichen. Bei Implantaten gibt es in der Regel keinen Zuschuss von der Krankenkasse. Allgemein steigen die Kosten für eine zahnärztliche Behandlung stetig an.


Kosten für herkömmlichen Zahnersatz wie Brücken oder Zahnprothesen werden zu Teilen von der Krankenversicherung erstattet. Dies wurde in der nachfolgenden Kostenaufstellung nicht berücksichtigt:

Kostenübersicht Zahnersatz

BezeichnungGesamtkosten (zahnärztliches Honorar + Labor- und Materialkosten)
Kronen
Metallkronen oder Vollgusskronen mit Gold600,- bis 800,- Euro
Vollgusskronen (edelmetallfreie Legierung, komplett reine Metallkronen)300,- bis 400,- Euro
Verblendkrone400,- bis 900,- Euro
Keramik-Einzelkrone / Zirkonoxid-Krone600,- bis 1.000,- Euro
Brücken
kleine Zahnbrücke (ein ersetzter Zahn)1.400,- bis 2.100,- Euro
Frontzahnbrücke2.000,- bis 3.600,- Euro
Seitenzahnbrücke1.200,- bis 2.800,- Euro
Implantate (Implantat + Kronenaufbau) 1.200,- bis 5.000,- Euro
(kann aber je nach Zahnarzt, Zahnlabor, Material und Implantatsystem deutlich teurer sein)
Prothesen
Vollprothesen für Unter- und Oberkiefer1.200,- bis 2.000,- Euro
Modellgussprothese (Klammerprothese)600,- bis 1.000,- Euro
Teleskopprothese (Doppelkronenprothese)550,- bis 900,- Euro
(kann aber je nach Anzahl der Zähne, die überkront werden preislich variieren)
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Bild von Zahnarztuntersuchung

Welche Arten von Zahnersatz gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen zwei Kategorien von Zahnersatz unterschieden: Festsitzender und herausnehmbarer Zahnersatz.

Festsitzender Zahnersatz

Festsitzender Zahnersatz wird bei einzelnen Zähnen bis kleinen Lücken verwendet. Dazu zählen Kronen, Zahnbrücken und Implantate.

Kronen finden ihre Anwendung entweder bei Zähnen mit zerstörter natürlicher Zahnkrone, aber noch intaktem Nerv der Zahnwurzel oder bei wurzelkanalbehandelten Zähnen, wenn der Nerv der Zahnwurzel entfernt wurde, sprich der Zahn tot ist. Teilkronen finden wiederum ihre Anwendung, wenn nur ein Teil der natürlichen Zahnkrone zerstört ist. 

Dabei wird die Krone, die aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden kann, auf dem Zahn festgeklebt und hält in der Regel bis zu 15 Jahre, je nach individuellen Auslastung dieser.

Zahnbrücken werden bei größeren Lücken verwendet und an den jeweils vorhandenen Zähnen angebracht, um die Lücke zu überbrücken. Dabei kann es vorkommen, dass gesunde Zähne beschliffen werden müssen, jedoch wird dies bei Möglichkeit vermieden um gesunde Zähne zu schonen.

Implantate kommen dann zum Einsatz, wenn ein stabiler Kieferknochen vorhanden ist oder eine Lücke überbrückt werden muss, neben der zwei gesunde Zähne stehen. Andernfalls kann der Kieferknochen aber auch künstlich aufgebaut werden.

Mit Implantaten werden meist einzelne Zähne ersetzt, sie können aber auch Grundlage für das Anbringen von Brücken oder Prothesen darstellen, wenn sonst keine Zähne mehr vorhanden sind, die die genannten Maßnahmen tragen könnten.

Ob eine Brücke oder Prothese benötigt wird, ist immer abhängig von der Spanne der Zähne, die überbrückt werden muss und vom Zahnbefund des Patienten.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Mit herausnehmbarem Zahnersatz sind Prothesen gemeint, welche häufig über Nacht herausgenommen und in ein Glas gelegt werden. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Klammer- und Modellgussprothesen werden an den Restzähnen des Patienten befestigt, sie bestehen aus Kunststoff und Metallklammern, die zur Befestigung dienen.

Eine Teleskopprothese setzt ebenfalls vorhandene Restzähne (oder Implantate) voraus. Hier werden die Restzähne mit Innenkronen versehen, an denen wiederum Außenkronen angebracht werden. An diesen wird die Prothese befestigt, was einen sicheren Halt gewährleistet.

Wenn keine Zähne mehr im Gebiss vorhanden sind, benötigen Patienten eine Vollprothese, meist aus Kunststoff, welche durch Saugwirkung am Kiefer sitzt. Alternativ können in einem zahnlosen Gebiss auch Implantate gesetzt werden, woran eine Prothese befestigt wird.

Wie kann ich beim Zahnersatz sparen?

Grundsätzlich bekommt jeder Kassenpatient eine Bezuschussung von seiner Krankenkasse, die 50 Prozent der Zahnarztkosten erstattet. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der zahnärztlichen Versorgung ist die Bonusregelung.

Wird das Bonusheft mindestens 5 Jahre lang lückenlos geführt, erhält der Patient einen zusätzlichen Bonus von 20% vom Festzuschuss (20% von 50%). Somit ergibt sich eine Gesamthöhe von 60%.

Können Sie regelmäßige zahnärztliche Kontrollen über mindestens 10 Jahre in Folge vorweisen, wird ein Bonus von zusätzlichen 30% vom Festzuschuss gewährt (30% von 50%). Der Zuschuss beläuft sich so insgesamt auf 65%.

Als Privatkunde trägt man zunächst die vollen Kosten (Zahnarzt-, Labor- und Materialkosten) und bekommt diese von der privaten Krankenversicherung zurückgezahlt. Dieser Betrag kann variieren, je nach Versicherung, Tarif, Einzahlung und ob Sie beihilfeberechtigt sind.


Allgemein gilt, dass Personen ohne Bonus rund 50% der Kosten medizinisch notwendiger Behandlungen selbst tragen sollten. Hierbei sind Privatleistungen und Legierungen mit Edelmetallen jedoch nicht enthalten.

Je hochwertiger das Material, desto mehr Kosten müssen vom Patienten selbst getragen werden. Die Krankenkassen zahlen in der Regel nur die Grundversorgung, sprich das medizinisch Notwendige. Alle Zusatzkosten, die lediglich dem ästhetischen Erscheinungsbild dienen, müssen vom Patienten selbst getragen werden.

Zudem kann importierter Zahnersatz, zum Beispiel aus China, deutlich günstiger sein als eine Produktion in Deutschland.

Prothesen können bei vollständiger Zahnlosigkeit oft wesentlich günstiger sein als Zahnimplantate. Oftmals besteht zwischen den Leistungen der Regelversorgung und den zahntechnischen Extras große Preisunterschiede, die man jedoch nicht in jedem Fall auch optisch sehen kann.

Daher sollten Sie immer individuell abwägen, welche Form der Behandlung Ihren ästhetischen Ansprüchen genügt.

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