├ťBER KOSTENBLICK.DE
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber seit dem Jahr 2017. Alle Neugierigen erfahren hier mehr ├╝ber das Projekt und die Geschichte dahinter!

Was kostet ein Grundbucheintrag?

Das Wichtigste im ├ťberblick
  • Die Kosten f├╝r einen Eintrag ins Grundbuch ergeben sich aus den Ausgaben f├╝r den Notar sowie das Grundbuchamt.
  • Die Geb├╝hren sind ├╝ber das Gerichts- und Notarkostengesetz geregelt und richten sich nach dem Kaufpreis der Immobilie beziehungsweise des Grundst├╝cks. Durchschnittlich liegt die H├Âhe der Gesamtausgaben f├╝r den Grundbucheintrag bei 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises.
  • Im Erbfall k├Ânnen die ├änderungen am Grundbucheintrag ohne Notar und geb├╝hrenfrei vorgenommen werden. Das gilt allerdings nur innerhalb einer zwei-Jahres-Frist nach dem Todesfall.
  • Bei einer Schenkung sind die gleichen Geb├╝hren zu entrichten wie beim Kauf.

Besitzverh├Ąltnisse von Grundst├╝cken und Immobilien beziehungsweise deren ├änderung werden im Grundbuch dokumentiert. F├╝r Eintragungen ist in bestimmten F├Ąllen die Mitwirkung eines Notars n├Âtig.

Im Grundbuch stehen:

  • die Eigent├╝mer eines Grundst├╝cks┬á
  • Informationen ├╝ber Rechte Dritter
  • Lasten
  • Hypotheken

Kosten der Eintragung ins Grundbuch k├Ânnen nicht pauschal angegeben werden, sondern richten sich nach dem Wert der Immobilie. Bei einem Hauskauf betragen sie rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises. Die Summe ergibt sich aus den Kosten f├╝r Notar und Grundbuchamt.

Zum besseren Verst├Ąndnis hier ein Beispiel:

Hans kauft f├╝r 800.000 Euro ein Haus. Die von Notar und Grundbuchamt erhobenen Geb├╝hren f├╝r die Eintragung entsprechen rund 1,5 Prozent des Kaufpreises, n├Ąmlich 12.000 Euro.

Weitere Kostenbeispiele:

Kaufpreisdurchschnittliche Gesamtkosten f├╝r den Grundbucheintrag
200.000 Euro3.000,- Euro
400.000 Euro6.000,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und k├Ânnen selbstverst├Ąndlich abweichen.

Notargeb├╝hren beim Grundbucheintrag

Von den eingangs erw├Ąhnten 1,5 bis 2,0 Prozent des Kaufpreises, die den Kosten des Grundbucheintrags entsprechen, nehmen die Notarkosten bereits 1,0 bis 1,5 Prozent des Kaufpreises ein.┬á


Wie viel Ihnen der Notar in Rechnung stellt, ist neben dem Immobilienwert auch vom Arbeitsaufwand abh├Ąngig. Grunds├Ątzlich gelten zur Berechnung der Geb├╝hren die Geb├╝hrens├Ątze aus dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).┬á

Hier finden Sie einen Auszug aus der Geb├╝hrentabelle f├╝r Notare.

Die im GNotKG festgesetzte Geb├╝hr kann einfach, doppelt oder nur 0,5-fach berechnet werden. Sie bezieht sich auf den Immobilienwert beziehungsweise beim Kauf auf den Kaufpreis. Je h├Âher dieser ist, desto h├Âher bei einigen T├Ątigkeiten der Faktor f├╝r den Geb├╝hrensatz.

Die Summe aller durchgef├╝hrten T├Ątigkeiten ergibt schlie├člich die Notargeb├╝hren. Manchmal legt der Notar einen Mindestbetrag fest.

Zum besseren Verst├Ąndnis hier einige Beispiele f├╝r Notargeb├╝hren:

├ťbersicht ├╝ber Notargeb├╝hren f├╝r ausgew├Ąhlte T├Ątigkeiten

Notarielle LeistungFaktor Geb├╝hrensatzMindestgeb├╝hr
einseitige notariell vorgenommene Erkl├Ąrungen1,0-facher Geb├╝hrensatz60,- Euro
Vertr├Ąge und Vertragsangebote2,0-facher Geb├╝hrensatz120,- Euro
Beglaubigung einer Unterschrift0,2-facher Geb├╝hrensatz20,- Euro (maximal 130,- Euro)
Beglaubigung einer Abschrift10,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und k├Ânnen selbstverst├Ąndlich abweichen.

F├╝r eine Eintragung ins Grundbuch f├╝hrt der Notar au├čerdem folgende T├Ątigkeiten aus, f├╝r die normalerweise der 0,5- bis 1,0-fache Geb├╝hrensatz berechnet wird:

  • Annahme von Vertr├Ągen
  • Vollmacht und Widerruf einer Vollmacht
  • Antr├Ąge auf Eintragung im Grundbuch
  • Eintragsbewilligungen
  • Antr├Ąge auf L├Âschung im Grundbuch
  • L├Âschungsbewilligungen
  • Auflassungen

Kosten beim Grundbuchamt

Die Geb├╝hren des Grundbuchamtes sind fix. Insgesamt betragen die Ausgaben rund 0,5 Prozent des Kaufpreises. Zahlen m├╝ssen Sie zum Beispiel f├╝r:

  • die Eintragung des Eigent├╝mers und von Erben
  • Eintragung von Belastungen (Grundschulden, Hypotheken)
  • Eintragung von Ver├Ąnderungen
  • L├Âschungsvormerkungen
  • Antr├Ąge auf L├Âschung
  • L├Âschungsbewilligungen

Grundbucheintrag bei Erbfall und Schenkung

Haben Sie ein Grundst├╝ck beziehungsweise einen Teil davon geerbt, ben├Âtigen Sie zur Veranlassung der ├änderung des Grundbucheintrags ein notariell beglaubigtes Testament oder einen Erbschein.

Innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall ist die Umschreibung kostenlos, es wird auch kein Notar ben├Âtigt. Nach Ablauf dieser Frist fallen dieselben Geb├╝hren an, wie im Falle eines Kaufs.

Die Änderung des Grundbucheintrags ist unter anderem wichtig, falls die Immobilie einmal verkauft werden soll. Dann muss der richtige Besitzer im Grundbucheintrag stehen.

Hinweis: Ehepaare entscheiden sich manchmal, nur einen der Partner im Grundbucheintrag anzugeben. Im Todesfall muss dann der Eintrag auf den oder die Hinterbliebene ge├Ąndert werden.

Bei der Schenkung eines Hauses oder Grundst├╝ckes ben├Âtigen Sie einen Schenkungsvertrag. Dieser muss notariell beglaubigt werden. F├╝r Notar und Grundbuchamt fallen in etwa dieselben Kosten an, wie beim Hauskauf.

Wie l├Ąuft der Eintrag ins Grundbuch ab?

Als K├Ąufer d├╝rfen Sie Ihren Notar frei w├Ąhlen, m├╝ssen aber auch die Notarkosten tragen.

Zur notariellen Beurkundung des Kaufvertrags m├╝ssen K├Ąufer, Verk├Ąufer und Notar anwesend sein und dem Vertrag zustimmen. Anschlie├čend wird der Vertrag von den drei Parteien unterschrieben und vom Notar beglaubigt.

Danach organisiert der Notar den Eintrag beim Grundbuchamt.

Der neue Eigent├╝mer wird im Grundbuch vorgemerkt, sodass der Verk├Ąufer keine ├änderungen am Grundbucheintrag mehr in die Wege leiten kann. Dieses Verfahren bezeichnet man als Auflassungsvormerkung.

Bevor der Eintrag ins Grundbuch vorgenommen werden kann, m├╝ssen Sie:

  • den Kaufpreis zahlen
  • einen Antrag auf Eintragung als neuer Eigent├╝mer stellen und bewilligen lassen
  • Ihre Eintragungsf├Ąhigkeit nachweisen

Au├čer dem Eigent├╝merwechsel werden im Grundbuch weitere ├änderungen vermerkt.

Darunter f├Ąllt beispielsweise die L├Âschung alter┬á Rechte und Lasten (z.B. Wohnrecht Dritter), sofern diese nicht vom Vorbesitzer ├╝bernommen werden.┬á

Wenn der Haus- oder Grundst├╝ckskauf durch einen Kredit beziehungsweise ein Baudarlehen finanziert wird, wird au├čerdem eine Grundschuld eingetragen. Dadurch wird die Bank beziehungsweise das Kreditinstitut als Gl├Ąubiger in den Grundbucheintrag aufgenommen.


Der Eintrag dient als Sicherheit f├╝r den Fall, dass der Immobilienk├Ąufer den Kredit nicht zur├╝ckzahlen kann. Sollte die Immobilie zwangsversteigert werden, erh├Ąlt die Bank ihr Geld zur├╝ck.

Hypotheken werden ebenfalls im Grundbuch dokumentiert.

Wie bewirkt man eine L├Âschung oder ├änderungen im Grundbuch?

Sie k├Ânnen ein Recht oder eine Pflicht nur aus dem Grundbuch l├Âschen lassen, wenn der Betroffene beziehungsweise Beg├╝nstigte damit einverstanden ist.┬á

Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Wohnrecht nur mit dem Einverst├Ąndnis des Berechtigten aufgehoben und gel├Âscht werden kann.

S├Ąmtliche Antr├Ąge auf L├Âschung und deren Durchf├╝hrung sind geb├╝hrenpflichtig. Das gilt auch f├╝r die nachtr├Ągliche Eintragung von Belastungen wie Krediten und Hypotheken.

M├Âchten Sie weitere Miteigent├╝mer, zum Beispiel Ehepartner oder Kinder eintragen lassen, werden auch hier Notar- und Grundbuchamtkosten f├Ąllig. Allerdings setzt das Grundbuchamt f├╝r die Eintragung des Ehepartners oder Kindes in der Regel einen geringeren Geb├╝hrensatz an als f├╝r einen Au├čenstehenden.

Sie haben au├čerdem die M├Âglichkeit anzugeben, zu welchen Anteilen die Miteigent├╝merschaft aufgesplittet ist. Machen Sie dazu keine Angabe, haben alle Miteigent├╝mer automatisch gleich gro├če Anteile.

├ťbrigens: Im Falle einer Scheidung gilt derjenige als Eigent├╝mer, der im Grundbuch eingetragen ist. Sind beide Ehepartner eingetragen, k├Ânnen Sie das Haus entweder gemeinsam verkaufen und den Erl├Âs unter sich aufteilen, das Haus auf ein gemeinsames Kind ├╝bertragen, Hausteile untereinander verteilen (z. B. Eigentumswohnungen) oder ihren Anteil auf den Partner ├╝bertragen und sich auszahlen lassen (oder umgekehrt). Kommt es zu keiner Einigung, muss das Haus versteigert werden. Ist nur einer der Partner eingetragener Hauseigent├╝mer, darf er das Haus behalten, muss aber Zugewinnausgleich leisten.

Grundbuch einsehen

Um die Daten der Immobilienbesitzer zu sch├╝tzen, k├Ânnen nur bestimmte Personen Einsicht ins Grundbuch erhalten. Das sind:

  • Beh├Ârden, Makler, Notare Und Gerichte
  • ├Âffentlich bestellte Vermessungsingenieure
  • Potenzielle K├Ąufer mit Vorverkaufsvertrag
  • Kreditinstitute und Gl├Ąubiger
  • der Eigent├╝mer

Als K├Ąufer k├Ânnen Sie den Grundbuchauszug unter anderem ├╝ber Ihren Notar oder Makler beantragen oder, wie auch als Eigent├╝mer, ├╝ber das Grundbuchamt.

Die Einsichtnahme ├╝ber das Grundbuchamt ist kostenfrei. Ben├Âtigen Sie einen Auszug, kostet dieser unbeglaubigt 10,- Euro, beglaubigt 18,- Euro.

So ist das Grundbuch aufgebaut

Das Grundbuch dokumentiert Informationen zum Grundst├╝ck und dessen Besitzverh├Ąltnissen. Sie finden darin:

  • Ein Deckblatt mit Hinweis ├╝ber das zust├Ąndige Amtsgericht und die Gemeinde
  • Ein Bestandsverzeichnis mit Daten zur Grundst├╝cksgr├Â├če und Wegerechten, auch Kanalleitungsrechte etc. sind dort angef├╝hrt
  • Abteilung 1 mit Angaben zu den Eigent├╝mern, Kaufdaten oder Erb├╝bertragungen
  • Abteilung 2 mit Informationen ├╝ber Vorkaufsrechte, Erbrechte und Wohnrechte
  • Abteilung 3 mit Informationen zu Grundschulden und Hypotheken

Wie kann ich beim Grundbucheintrag sparen?

Die Notar- und Grundbuchamtkosten richten sich nach dem GNotKG und bieten keinen Spielraum f├╝r Preisverhandlungen. Da sich die Geb├╝hren nach dem Kaufpreis beziehungsweise Immobilienwert richten, k├Ânnen Sie die Ausgaben lediglich minimieren, wenn Sie ein unbebautes Grundst├╝ck erwerben.┬á

Die Kosten f├╝r Notar und Grundbuchamt richten sich auch bei unbebautem Land nach dem Kaufpreis, die sp├Ątere Bebauung spielt keine Rolle.

Kann man die Kosten f├╝r den Grundbucheintrag von der Steuer absetzen?

Grunds├Ątzlich geht das leider nicht. Notar und Grundbuchamtkosten sind nicht steuerlich absetzbar. Eine Ausnahme besteht nur, wenn Sie die erworbene Immobilie nicht selbst als Wohnraum nutzen, sondern lediglich vermieten.

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