ÜBER KOSTENBLICK.DE
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber seit dem Jahr 2017. Auf kostenblick.de erklären wir zusammen mit geprüften Experten aus verschiedensten Lebensbereichen, welche Kosten normal sind. Alle Neugierigen erfahren hier mehr über das Projekt und die Geschichte dahinter!

Was kostet die Physiotherapie?

Dieser Ratgeber wurde von einem externen Experten auf fachliche Richtigkeit hin überprüft.

UNSER FACHEXPERTE IM BEREICH FITNESS, ERNÄHRUNG & GESUNDHEIT: Alexander Hübner
Herr Hübner ist studierter Sportwissenschaftler und arbeitet als Sporttherapeut und freiberuflicher Fitnesstrainer in Dresden. Darüber hinaus ist er bundesweit als Dozent tätig. Alexander Hübner ist Experte für die Bereiche Präventions-, Rehabilitations- & Fitnesssport, medizinische Trainingstherapie und Bewegungslehre. Mehr über ihn und seine Vita erfahren Sie hier!

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts und des Bundesministeriums für Gesundheit nutzen etwa ein Viertel aller Frauen und mehr als ein Sechstel aller Männer mindestens einmal im Jahr eine physiotherapeutische Behandlung.

Rückenschmerzen, Sportverletzung, Operation oder chronische Erkrankung – in der Physiotherapie werden verschiedenste Schädigungen des Bewegungsapparats therapiert, sodass Sie schnellstmöglich wieder fit für den Alltag sind.

Schon ab ca. 10,- Euro können Sie an einer Behandlung in einer Physiotherapie teilnehmen.

Kostenfaktoren bei der Physiotherapie

Die Kosten, die für eine physiotherapeutische Behandlung fällig werden, hängen vor allem davon ab, ob Sie das Angebot mit oder ohne ärztliche Verordnung nutzen.

Außerdem kommt es darauf an, welche Physiotherapie-Praxis Sie besuchen und an welchen Vorgaben sich diese orientiert.

Je nachdem, welche Behandlung Sie wählen, kommt es auch darauf an, ob der Physiotherapeut dafür eine bestimmte Zusatzqualifikation erworben hat.

Mit Rezept zur Physiotherapie

Operationen am Rücken sind laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung ein immer häufiger auftretender Eingriff. Zudem leiden 69 Prozent der Deutschen unter Rückenschmerzen.

Doch egal ob Rücken- oder Gliederschmerzen, Sportverletzung, Nachbehandlung einer Operation oder Bandscheibenvorfall – in den meisten Fällen stellt der Arzt ein Rezept für die Physiotherapie aus.

Ziel der Physiotherapie ist es, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers wiederherzustellen und für eine Linderung von Schmerzen zu sorgen.

Sie zählt zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der medizinischen Grundversorgung.

Jedoch werden die Behandlungen nicht vollständig von den Krankenkassen bezahlt. Laut Gesetz ist es vorgeschrieben, dass Sie als Patient einen gewissen Anteil der Kosten selbst tragen müssen.

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs sind Sie von den zu leistenden Zuzahlungen befreit. Sind Sie bereits volljährig und gesetzlich versichert, so fallen einmalig 10,- Euro Rezeptgebühr an und pro erbrachter Leistung nochmals eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent.

Tipp:
Heben Sie alle Quittungen über die erfolgten Zuzahlungen innerhalb eines Jahres auf. Kommen Sie über einen bestimmten Wert (2 Prozent des Bruttojahreseinkommens bzw. 1 Prozent des Bruttojahreseinkommens bei chronisch Kranken), so können Sie darüber hinausgehende Zahlungen bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse geltend machen. Dies lohnt sich vor allem für Geringverdiener.

Ohne Rezept zur Physiotherapie

Nicht selten wird angenommen, dass man nur mit Rezept zur Physiotherapie gehen kann. Doch das ist nicht ganz richtig. Selbstverständlich können Sie auch als Selbstzahler eine Praxis Ihrer Wahl besuchen und für eine Behandlung einen Termin ausmachen.

Das lohnt sich vor allem, wenn das Problem dringend ist und Sie in absehbarer Zeit keinen Termin bei einem Arzt bekommen. Für einige (insbesondere alternative) Therapieoptionen zahlt die Krankenkasse zudem häufig nicht.

Sie sollten diese Variante allerdings nur bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden in Anspruch nehmen. Größere Probleme mit dem Bewegungsapparat sollten Sie umgehend von einem Arzt abklären lassen.

Hier hängen die Kosten für verschiedene Behandlungen vor allem davon ab, wie lange die Therapie dauern soll und wie spezialisiert der Physiotherapeut ist bzw. ob er über spezifische Zusatzqualifikationen verfügt.


Für Physiotherapeuten gibt es keine Gebührenordnung. Sie orientieren sich allerdings in der Regel an der Gebührenordnung der Ärzte und den Empfehlungen des Berufsverbands.

Selbstverständlich können Sie auch zu Hause behandelt werden. Das bietet sich vor allem für ältere Menschen an. Bedenken Sie jedoch, dass Sie für Hausbesuche extra zahlen müssen.

Sollten Sie einen Termin mal nicht wahrnehmen können, so geben Sie Ihrer Physiotherapie-Praxis rechtzeitig Bescheid. Andernfalls müssen Sie gegebenenfalls für den Ausfall aufkommen.

Entscheiden Sie sich dazu, Ihre Behandlungen selbst zu bezahlen, können Sie in einigen Praxen auch 5er oder 10er Karten für verschiedene Behandlung wie zum Beispiel klassische Massagen erhalten.

Oftmals gibt es auch die Möglichkeit Gutscheine zu erwerben, falls sie einem Bekannten oder Familienmitglied etwas Gutes tun wollen.

Arten der physiotherapeutischen Behandlung

Neben der üblichen manuellen Therapie können Sie sich für Krankengymnastik, Wärmetherapien, Lymphdrainagen oder Massagen entscheiden bzw. diese verschrieben bekommen.

Zudem bieten viele Physiotherapien alternative oder ergänzende Behandlungsoptionen an, die Sie meist vollständig selbst zahlen müssen. Das können z.B. Rückenschulen, Gesundheitstraining, Ayurveda-Massagen, Ultraschallbehandlungen, Aqua-Fitness, Pilates oder Behandlungen der Traditionellen Chinesischen Medizin sein.

Wir stellen Ihnen im Folgenden kurz die bekanntesten Arten der physiotherapeutischen Behandlung vor. Natürlich gibt es noch viele weitere Methoden, die je nach Erkrankung zum Einsatz kommen können.


Krankengymnastik

Krankengymnastik wird auf dem Arztrezept mit KG abgekürzt und ist eine der am häufigsten verschriebenen physiotherapeutischen Behandlungen.

Bei der Krankengymnastik geht es vor allem darum, den Körper zu kräftigen und zu stabilisieren. Sie wird bei diversen Erkrankungen eingesetzt, z.B. bei Sportverletzungen, Fehlstellungen oder nach Operationen.

Bei chronischen Rückenschmerzen wird zudem häufig die Krankengymnastik am Gerät (KG – Gerät) durchgeführt. Sie wird auch angewandt, wenn der Bewegungsapparat bereits ausreichend stabilisiert ist und Schmerzen gelindert werden konnten. Hierbei geht es vor allem darum, den Körper auf den Einsatz in Alltagssituationen vorzubereiten und normale Bewegungsabläufe zu festigen bzw. wiederzuerlangen.

Ein guter Physiotherapeut richtet die krankengymnastische Therapie darauf aus, was Sie im Alltag und Beruf leisten müssen. Oftmals gibt er Ihnen Übungen und Verhaltensregeln für die Zeit nach der Physiotherapie mit, mit denen Sie Ihre Probleme vermeiden oder mindern können.


Manuelle Therapie

Die Manuelle Therapie wird auf der Heilmittelverordnung mit MT abgekürzt und gehört ebenso wie die Krankengymnastik zu den am häufigsten verordneten Behandlungen.

Dabei geht die Manuelle Therapie gewöhnlich der Krankengymnastik voraus. Sie wird eingesetzt, um die Ursache der Schmerzen zu ergründen sowie Störungen zu erkennen und diese anschließend zu behandeln.

Daher wird diese Therapiemethode meist zunächst angesetzt, wenn nicht ganz klar ist, woher der Schmerz kommt bzw. welche Einschränkung der Muskeln, Gelenke oder Nerven vorliegt.

Hier sollen die vorhandenen Muskeln gekräftigt, die Gelenke mobilisiert und verschiedene Strukturen entspannt oder gedehnt werden.

Die Manuelle Therapie darf nur von Physiotherapeuten mit der entsprechenden Weiterbildung durchgeführt werden.

Klassische Massagetherapie

Die Klassische Massagetherapie (Abkürzung KMT) ist die wohl bekannteste physiotherapeutische Behandlung. Sie gehört zu den sogenannten passiven Maßnahmen.

Weitere bekannte passive Maßnahmen sind z.B. Reflexzonentherapie, Elektrotherapie, Wärme- und Kältetherapie, Fangopackungen und die Hydrotherapie.

Diese Methoden sollten ergänzend zu einer umfangreicheren physiotherapeutischen Behandlung genutzt werden.

Klassische Massagen wirken entspannend und können den Schmerz lindern. Tiefer in die betroffenen Körperstrukturen dringen sie jedoch nicht ein, weshalb sie nur im Zusammenspiel mit anderen Therapien langfristige Erfolge bringen.


Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage wird auf dem Rezept abgekürzt mit MLD und ist im Grunde genommen eine sanfte Massage.

Sie kommt zum Einsatz bei Patienten, bei denen sich vermehrt Ödeme bilden, beispielsweise nach einer Operation oder Verletzung, wird aber auch nach der Entfernung von Lymphknoten eingesetzt. Das Lymphgefäßsystem ist geschädigt und soll durch die Behandlung unterstützt werden.

Die Lymphe ist eine Gewebeflüssigkeit, die aus weißen Blutzellen aber auch aus Keimen und körperfremden Stoffen besteht, weshalb sie abtransportiert werden muss. Ist dieser Abfluss gestört, staut sich die Lymphflüssigkeit.

Mithilfe einer sehr leichten Massage entlang der Lymphwege regt der Physiotherapeut den Fluss an, sodass die Schwellung bzw. das Ödem abklingt. Dadurch können auch Schmerzen gelindert werden.

Auch für die Manuelle Lymphdrainage ist eine Zusatzausbildung des Physiotherapeuten erforderlich.

Nachfolgend können Sie sich einen Überblick über diese Behandlungen mit den dazugehörigen durchschnittlichen Kosten verschaffen.

Kostenübersicht für verschiedene physiotherapeutischen Behandlungen

Behandlungungefähre KostenBehandlungszeit
Krankengymnastik10,- bis 60,- Euroca. 20 bis 60 Minuten
Manuelle Therapie15,- bis 30,- Euroca. 15 bis 30 Minuten
Klassische Massagetherapie12,- bis 30,- Euroca. 15 bis 30 Minuten
Manuelle Lymphdrainage10,- bis 50,- Euroca. 15 bis 60 Minuten
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Möchten Sie noch andere Massagen durchführen lassen, dann erhalten Sie weitere Informationen zu den anfallenden Kosten in unserem separatem Ratgeber!

Kostenbeispiel

Angelika (45 Jahre) hat schon länger Rückenschmerzen, weshalb ihr Arzt ihr 6 Einheiten Manuelle Therapie verschreibt. Sie ist gesetzlich versichert und zahlt daher in jedem Falle eine Rezeptgebühr von 10,- Euro.

20 Minuten Manuelle Therapie kosten bei Ihrer Physiotherapie jeweils 22,- Euro. Das ergibt bei 6 Terminen 132,- Euro. Davon muss sie allerdings nur 10 Prozent als Zuzahlung leisten. Das sind hier also 13,20 Euro.

Inklusive Rezeptgebühr kommt Angelika damit auf Kosten von 23,20 Euro, die sie für 6 Einheiten Manuelle Therapie zuzahlen muss.

Physiotherapie für Tiere

Auch Ihr Hund oder Ihre Katze können Beschwerden mit den Gelenken bekommen. An diesem Punkt kommen Physiotherapeuten in Frage, die sich auf Tiere spezialisiert haben. Nach einem Anamnesegespräch folgt auch schon die erste Behandlung und die Erstellung eines Behandlungsplans.

Der erste Termin dauert ca. eine Stunde und kostet Sie bis zu 90,- Euro. Für die Folgebehandlungen zahlen Sie normalerweise um die 20,- Euro für 15 Minuten.

Viele Physiotherapien für Tiere bieten auch ein Unterwasserlaufband an. Je nachdem welche Ziele Sie für Ihren Hund verfolgen, können Sie dieses Angebot nutzen. Soll Ihr Vierbeiner an Gewicht verlieren oder einfach für Sportevents trainiert werden, so zahlen Sie für 15 Minuten Laufband ca. 20,- Euro.

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Wenn ja, freuen wir uns über Ihre positive Bewertung! Damit helfen Sie uns dabei, kostenblick.de bekannter zu machen!
Klicken Sie jetzt ganz rechts auf „5 Sterne“. Vielen Dank!

unbrauchbar (bitte Feedback per Mail senden)schlecht (bitte Feedback per Mail senden)mittelmäßiggutdanke, hat mir geholfen (108 Bewertung(en), im Durchschnitt: 4,30 von 5)
Loading...